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19.08.2013

06:42 Uhr

Weltgrößter Aluminiumhersteller

Rusal rutscht in die Verlustzone

Russlands Metall-Riese Rusal muss wegen des Preisverfalls von Aluminium die Produktion in diesem Jahr um 357.000 Tonnen senken. Der Konzern hofft nun auf Schützenhilfe durch den Staat.

Rusal hofft auf Schützenhilfe durch den Staat. Der Konzern deckt rund 75 Prozent der russischen Inlandsnachfrage nach Aluminium ab. Reuters

Rusal hofft auf Schützenhilfe durch den Staat. Der Konzern deckt rund 75 Prozent der russischen Inlandsnachfrage nach Aluminium ab.

Schanghai/MoskauDer weltgrößte Aluminiumhersteller Rusal ist angesichts fallender Preise und geringerer Produktion in die Verlustzone gerutscht. Der russische Konzern und Alcoa-Rivale wies am Montag für das abgelaufene Quartal einen unerwartet hohen Fehlbetrag von 208 Millionen Dollar aus.

Vor Jahresfrist hatte noch ein Gewinn von 125 Millionen Dollar in den Büchern gestanden. Seinen Aluminium-Ausstoß will Rusal nun um 357.000 Tonnen oder 8,5 Prozent des Gesamtvolumens senken. Bislang war lediglich eine Kürzung von sieben Prozent vorgesehen.

Aufatmen könnte der Metall-Gigant, wenn die russische Regierung staatliche Aluminium-Lager aufbaut. Darum hatte Rusal vor knapp zehn Tagen gebeten, weil sich so der Preisverfall abfedern ließe. Aluminium hat sich in diesem Jahr bereits um 15 Prozent verbilligt. Im Moment denkt Russland über die Unterstützung nach. Mit einem solchen Mechanismus wäre es in kritischen Situationen möglich, auf die Reserven zuzugreifen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch.

Wieviel Aluminium die Welt verbraucht – und produziert

2006

Die Weltweite Nachfrage nach Aluminium belief sich im Jahr 2006 auf 34,5 Millionen Tonnen. Die Raffinerieproduktion umfasste 33,95 Millionen Tonnen.

2007

Im Jahr 2007 erreichte die Aluminium-Nachfrage die Marke von 38 Millionen Tonnen – ein vorläufiger Höhepunkt. Produziert wurden 38,1 Millionen Tonnen.

2008

Im Jahr 2008 sank die Nachfrage leicht. Sie bezifferte sich auf 37,6 Millionen Tonnen. Die Raffinerieproduktion kletterte dagegen auf den vorläufigen Höchststand von 39,7 Millionen Tonnen.

2009

Die globale Rezession erwischte auch den Aluminium-Markt. Die Nachfrage sank auf 34,9 Millionen Tonnen. Die Hütten brachten aber einen deutlichen Überschuss auf den Markt: Sie stellten 37,35 Millionen Tonnen des Leichtmetalls her.

2010

Dann kletterte die Nachfrage wieder: 2010 benötigte die Industrie weltweit 39,6 Millionen Tonnen. Die Werke produzierten hingegen schon 41,2 Millionen Tonnen des Grundstoffs.

2011

Die Aluminium-Nachfrage erreichte 2011 die Marke von 42,15 Millionen Tonnen. Die Produktion bezifferte sich auf 42,7 Millionen Tonnen Aluminium.

2012

2012 dürfte die Aluminium-Nachfrage den Hochstand von 45,15 Millionen Tonnen erreichen. Die Hütten werden voraussichtlich 45,1 Millionen Tonnen herstellen.

Quellen: LBBW, IAI, WBMS

Mit der Schaffung staatlicher Reserven würde der Markt einerseits einen zusätzlichen Käufer in Form der Regierung bekommen. Andererseits könnte der Preis durch Verknappung des Angebots wieder steigen. Allerdings fehle der Regierung derzeit das Kapital für solch einen Schritt, ergänzte Dworkowitsch. Zum Umfang möglicher späterer Aluminium-Ankäufe äußerte er sich nicht. Rusal deckt rund 75 Prozent der russischen Inlandsnachfrage nach Aluminium ab.

In den USA läuft die Diskussion in eine andere Richtung: Dort stehen Finanzinstitute wie die Großbanken Goldman Sachs und JP Morgan in der Kritik, weil sie abseits ihres Kerngeschäfts Metall-Lager besitzen. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, so den Preis künstlich hochzuhalten, was die Geldhäuser bestreiten.

Von

rtr

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