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30.04.2015

12:11 Uhr

Windanlagen-Bauer Senvion

Vorne dran bleiben – ohne indische Schulden

VonGeorg Weishaupt

Der Hamburger Windenergie-Konzern Senvion will nach dem Verkauf an einen US-Investor Vertrauen zurückgewinnen. Das Unternehmen ist „ordentlich profitabel“ – doch aus der Weltspitze verabschiedet sich Senvion erst einmal.

Mit seiner neuen Windmühle steigert das Hamburger Unternehmen die Stromproduktion deutlich. dpa

Windkraftanlagen von Senvion

Mit seiner neuen Windmühle steigert das Hamburger Unternehmen die Stromproduktion deutlich.

DüsseldorfAndreas Nauen hat anstrengende Wochen hinter sich. Der Chef von Senvion musste neben seinem Tagesgeschäft noch viele Gespräche führen. Denn der hoch verschuldete indische Suzlon-Konzern hat den Hamburger Hersteller von Windkraftanlagen an den US-Finanzinvestor Centerbridge verkauft.

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Der Meerwindpark Dan Tysk bei Sylt wird am Donnerstag eröffnet – und steht gleichzeitig für eine Wende: Nach vielen Verzögerungen und Schwierigkeiten kommt der Bau der Offshore-Parks dieses Jahr mächtig voran.

Doch jetzt steht wieder das normale Geschäft im Vordergrund. „Alle finanziellen Fragen sind geklärt und alle behördlichen Genehmigungen liegen vor“, sagte Nauen dem Handelsblatt. Jetzt ist der Verkauf offiziell über die Bühne.

Nauen und seine 3.500 Mitarbeiter sind erleichtert. Der Senvion-Chef lobte zwar die Leistung des indischen Konzerns: „Suzlon hat uns sehr geholfen, Senvion zu internationalisieren.“ Doch er räumte auch ein, dass „die hohe Verschuldung des indischen Konzerns bei Kundengesprächen nicht immer hilfreich war“, wie er es ausdrückte.

Jetzt hofft er auf bessere Zeiten mit dem Finanzinvestor. „Wir sehen es auch als Vertrauen in unsere Zukunft, dass Centerbridge rund die Hälfte des Kaufpreises mit Eigenkapital finanziert.“ Der US-Investor zahlt eine Milliarde Euro und sowie weitere 50 Millionen Euro, falls die Geschäfte gut laufen.

Und wie laufen die Geschäfte? Während Suzlon das deutsche Unternehmen für eine Milliarde Euro mit Verlust verkauft, um seine Schuldenlast zu verringern, betont Nauen: „Wir waren in jedem Jahr unserer Unternehmensgeschichte immer profitabel.“

Offshore: Projekte in Megadimensionen

Gewicht

Das Gesamtgewicht einer Anlage kann laut der Stiftung Offshore Windenergie schnell 1000 Tonnen übersteigen. Dabei stehen die Anlagen auf bis zu 900 Tonnen schweren Fundamenten. Allein die Gondel (Maschinenhaus) könne zwischen 300 und 400 Tonnen wiegen.

Gigantische Maße

Allein die im Testfeld Alpha Ventus installierten 5-Megawatt-Anlagen haben einen Rotordurchmesser von bis zu 125 Metern und eine Gesamthöhe von mehr als 170 Metern über dem Meeresgrund. Neuere Anlagen der Leistungsklasse von 6 Megawatt erreichen laut Stiftung Offshore Windenergie Rotordurchmesser um die 150 Meter.

Kosten

Der Bau eines Windparks auf hoher See ist um einiges komplexer als der einer Anlage auf dem Land. Doch binnen sechs Jahren konnte die Branche ihre Kosten halbieren. Beim neuen Offshore-Windpark „Borssele“ in den Niederlanden liegen die Gesamtkosten pro Megawattstunde bei 87 Euro.

Auch im vergangenen Geschäftsjahr 2014/15, das am 31. März endet, „waren wir ordentlich profitabel“, sagte er. Und wie zum Beweis führt er an, dass Senvion wesentliche Investitionen in sein Wachstum in den vergangenen Jahren immer aus eigenen Mitteln finanziert habe. Der Umsatz – im Vorjahr rund 1,8 Milliarden Euro – ist allerdings nur leicht gestiegen. Genaue Zahlen veröffentlicht Senvion erst Ende Mai.

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