Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.05.2016

12:37 Uhr

Windenergie-Primus Nordex

Stürmischer Kampf ums Binnenland

VonFranz Hubik

Die guten Windstandorte entlang der Küste und im Norden Deutschlands sind längst belegt. Im Binnenland dominiert der Turbinenhersteller Nordex den Markt. Doch die Konkurrenz bläst zum Angriff auf die Hamburger.

Die windreichen Regionen in Norddeutschland sind bereits dicht besetzt. PR

Windräder

Die windreichen Regionen in Norddeutschland sind bereits dicht besetzt.

DüsseldorfDie vergangenen zwei Jahre waren die erfolgsreichsten in der Geschichte der heimischen Windenergiebranche. Gut 26.000 Windräder drehen sich bereits in der Republik. Doch vom stürmischen Boom um sauberen Ökostrom haben nicht alle Hersteller von Windturbinen, der wichtigsten Komponente von Windenergieanlagen, gleichermaßen profitiert. Im Gegenteil. Die Branche verzeichnete 2015 im Schnitt ein Minus von 20 Prozent. Der Turbinenbauer Nordex konnte dagegen noch einmal mehr Anlagen ans Stromnetz anschließen. Und auch 2016 läuft für die Hamburger gut an.

„Wir sind schwungvoll in das Jahr gestartet“, sagte Bernard Schäferbarthold am Montag. Der Finanzvorstand von Nordex präsentierte ansehnlich Quartalszahlen. Der Umsatz von Anfang Januar bis Ende Märze kletterte auf 637 Millionen Euro. Das ist ein Plus von mehr als 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Gewinn stieg sogar um gut 72 Prozent auf 25,5 Millionen im Vergleich zum ersten Quartal 2015.

Windenergie : Aufpusten um jeden Preis

Windenergie

Aufpusten um jeden Preis

Im Überlebenskampf der Windkraftkonzerne wird Größe zum alles entscheidenden Faktor. Doch in ihrem Übernahmeeifer sparen die Turbinenbauer bei Innovationen. Ein Fehler, der bereits die Solarbranche in den Abgrund führte.

Basis für den Erfolg von Nordex sind sogenannte Schwachwindturbinen. Diese hochspezialisierten Mühlen versprechen selbst noch in jenen Gebieten sichere Stromerträge, in denen die meiste Zeit Flaute herrscht. Weil die guten Windstandorte entlang der Küste und im Norden Deutschlands infolge des Booms bereits belegt sind, müssen die Projektierer und Turbinenhersteller immer häufiger auf schlechtere Standorte ausweichen.

Die Industrie setzt dabei immer stärkere Hoffnungen auf die Windmühlen im Binnenland. Zwar sind beim Ausbau von Windenergie die nördlichen Bundesländer Schleswig-Holstein und Niedersachen noch immer führend. Aber das Wachstum verlagert sich zunehmend in die Mitte und den Süden der Republik.

Seit 2010 hat sich etwa der Zubau in Bundesländern wie Bayern, Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz mehr als verdoppelt. Deswegen drängen neuerdings alle namhaften Turbinenbauer in die einstige Schwachwindnische – und greifen Nordex damit frontal an. Die Vorherrschaft von Nordex in diesem Segment gerät in Gefahr.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×