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05.11.2015

15:56 Uhr

Windenergie

Vestas im Höhenflug

VonFranz Hubik

Mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Aufträge: Der dänische Windturbinenbauer Vestas ist weiter im Aufwind und erhöht seine Prognose. Anleger reagieren verzückt. Einzig das Aktienrückkaufprogramm fällt äußerst mager aus.

Der weltweite Windkraft-Boom beflügelt den dänischen Turbinenbauer Vestas. dpa

Vestas

Der weltweite Windkraft-Boom beflügelt den dänischen Turbinenbauer Vestas.

DüsseldorfAnders Runevad ist der Liebling der Aktionäre. Seit der Schwede im Sommer 2013 im Chefsessel von Vestas Platz genommen hat, geht es bei dem dänischen Windturbinenhersteller stetig bergauf. Jüngster Beleg: Die Zahlen zum Geschäftsverlauf der ersten neun Monate 2015. Der Umsatz kletterte um ein rund ein Fünftel auf 5,4 Milliarden Euro, der Gewinn verdoppelt sich beinahe und die Auftragsbücher sind voll wie nie. Alleine im dritten Quartal verzeichnete Vestas hier ein Plus von fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.  

Der weltweite Boom bei erneuerbaren Energien hievt Vestas in immer neue Höhen. Egal ob an Land oder auf hoher See: Allerorts werden immer mehr Windräder errichtet und ältere Mühlen durch neue ersetzt. Die europäische Windenergieverband EWEA geht davon aus, dass sich die jährlich global neu installierte Leistung von Windenergie alleine an Land von aktuell 51,5 Gigawatt bis 2019 auf 66,5 Gigawatt erhöhen wird.

Für Vestas wird das Geschäft angesichts solcher Rahmenbedingungen zum Selbstläufer. Der Weltmarktführer bei der Herstellung von Windturbinen erhöht deshalb erneut seine Prognose: Statt 7,5 Milliarden Euro erwartet der dänische Branchenprimus jetzt einen Umsatz von zumindest acht Milliarden Euro für das Gesamtjahr 2015. Die operative Marge soll zudem bis zu zehn Prozent statt nur 8,5 Prozent betragen.

Offshore: Projekte in Megadimensionen

Gewicht

Das Gesamtgewicht einer Anlage kann laut der Stiftung Offshore Windenergie schnell 1000 Tonnen übersteigen. Dabei stehen die Anlagen auf bis zu 900 Tonnen schweren Fundamenten. Allein die Gondel (Maschinenhaus) könne zwischen 300 und 400 Tonnen wiegen.

Gigantische Maße

Allein die im Testfeld Alpha Ventus installierten 5-Megawatt-Anlagen haben einen Rotordurchmesser von bis zu 125 Metern und eine Gesamthöhe von mehr als 170 Metern über dem Meeresgrund. Neuere Anlagen der Leistungsklasse von 6 Megawatt erreichen laut Stiftung Offshore Windenergie Rotordurchmesser um die 150 Meter.

Kosten

Der Bau eines Windparks auf hoher See ist um einiges komplexer als der einer Anlage auf dem Land. Doch binnen sechs Jahren konnte die Branche ihre Kosten halbieren. Beim neuen Offshore-Windpark „Borssele“ in den Niederlanden liegen die Gesamtkosten pro Megawattstunde bei 87 Euro.

Die Börse reagierte verzückt auf die Ankündigungen. Am Donnerstag legte der Aktienkurs von Vestas zwischenzeitlich um mehr als sechs Prozent zu. Dabei hat das Papier des Konzerns seit Anfang des Jahres bereits eine Wertsteigerung von mehr als 80 Prozent erfahren. So gut lief es bei Vestas freilich nicht immer.

Jahrelang machten den Dänen gekürzte Subventionen, Produktionsprobleme und die Billigkonkurrenz aus China schwer zu schaffen. Zwischen 2011 und 2013 häufte Vestas einen Verlust von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro an. Erst mit Anders Runevad als neuem Chef drehte sich der Wind. Die Kosten sanken. 2014 gab es wieder Gewinne. Und in Folge erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt eine Dividende.

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