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25.09.2014

13:41 Uhr

Windkraft

Nordex braucht mehr Mitarbeiter

Nordex befindet sich weiter auf einem rasanten Expansionskurs. Allerdings müssen nun neue Mitarbeiter her, will der Windkraftbauer weiterhin wachsen. Bis Ende 2015 plant Nordex deswegen rund 600 neue Stellen zu schaffen.

Die Arbeitshelme sind schon da, jetzt braucht Nordex nur noch die entsprechenden Mitarbeiter. dpa

Die Arbeitshelme sind schon da, jetzt braucht Nordex nur noch die entsprechenden Mitarbeiter.

Der Windturbinenbauer Nordex hat sich für die kommenden Jahre neue Ziele gesetzt: Moderates Wachstum, eine überproportionale Gewinnsteigerung und den Ausbau des margenstarken Service-Geschäftes. Dabei soll die Zahl der Mitarbeiter steigen. Finanzvorstand Bernard Schäferbarthold kündigte am Donnerstag im Reuters-Interview an, bis Ende 2015 bis zu 600 neue Mitarbeiter einzustellen. „In diesem Jahr werden es wohl 300 mehr werden. 2015 werden wir dann auf 3000 bis 3100 kommen.“ Ziel sei es, die Projektentwicklung und das Servicegeschäft voranzutreiben. Als Kunden nehme Nordex unter anderem Finanzinvestoren, Versicherungen, Stadtwerke und Industrieunternehmen ins Visier. In der Vergangenheit zählten bereits Google, Ikea oder BMW dazu.

Die Nachricht über die Schaffung neuer Stellen kam bei den Anlegern gut an. Am Donnerstag notierten die Papiere 1,2 Prozent fester. Der erfolgreiche Kurs des Windturbinenbauers zeigt sich auch in der Entwicklung seit Jahresanfang. In den vergangenen knapp zehn Monaten konnte Nordex rund 51 Prozent zulegen.

Nordex ist in den vergangenen beiden Jahren auch dank neu entwickelter Turbinen für Schwachwind-Regionen rasant gewachsen und hat dafür auch margenschwächere Aufträge in Kauf genommen. Damit soll aber nun Schluss sein. „Wir können uns heute leisten, auch mal nein zu sagen“, so Schäferbarthold. Nachdem die Hamburger Firma in diesem Jahr mit 1,5 Milliarden Euro Umsatz die kritische Größe für ein nachhaltig profitables Wachstum erreicht habe, liege der Fokus nun auf einer stärker steigenden Rendite.

Die größten Windkraftanlagenhersteller (Ranking 2012)

Platz 10

Die Unternehmensberatung BTM Consult analysiert einmal im Jahr den weltweiten Markt für Windkraftanlagenhersteller. Auf dem zehnten Platz befindet sich in der aktuellen Rangliste, die sich auf Daten von 2012 bezieht, das chinesische Unternehmen Mingyang mit einem Marktanteil von 2,7 Prozent. Laut eigenen Angaben ist die Firma der größte nicht-staatliche Windkraftanlagenbauer von China und arbeite in Deutschland mit dem Unternehmen aerodyn Energiesysteme zusammen.

Platz 9

Auch auf dem neunten Platz ist ein chinesisches Unternehmen, wenn auch nur mit dem geringen Anteil von 3,2 Prozent: Sinovel.

Platz 8

Mit einem Marktanteil von 4,7 Prozent ist United Power auf dem achten Platz der Weltrangliste der größten Windkraftanlagenhersteller. Das Unternehmen ist wie Sinovel und Mingyang in China beheimatet.

Platz 7

6 Prozent Marktanteil hat das chinesische Unternehmen Goldwind.

Platz 6

Gamesa ist das einzige spanische Unternehmen in der Top 10-Liste der größten Windkraftanlagenhersteller der Welt. Die Firma hat ihren Hauptsitz im Baskenland in Nordspanien und hatte 2012 einen Marktanteil von 6,1 Prozent weltweit.

Platz 5

Auf dem fünften Platz befindet sich mit einem Marktanteil von 7,4 Prozent die Suzlon Group aus Indien. Im Vorjahr war sie noch auf dem sechsten Platz

Platz 4

Auch das deutsche Unternehmen Enercon kletterte weltweit in der Rangliste nach oben – vom fünften Platz 2011 ging es auf den vierten Platz 2012. Enercon hat einen Marktanteil von 8,2 Prozent, in Deutschland hat das Unternehmen dagegen einen Anteil von mehr als 50 Prozent. 

Platz 3

Auch auf dem dritten Platz der weltgrößten Windkraftanlagen befindet sich ein deutsches Unternehmen: Siemens. Sein Anteil am Weltmarkt betrug 2012 laut BTM Consult 9,5 Prozent.

Platz 2

Eine schwere Rückschlag musste im vergangenen Jahr der dänische Windkraftanlagenbauer Vestas einstecken. Erstmals seit 2000 schaffte es das Unternehmen mit einem Marktanteil von 14 Prozent nicht auf den ersten Platz der größten Anlagenhersteller.

Platz 1

General Electric hat im vergangenen Jahr erstmals Vestas vom ersten Platz der Rangliste der größten Windkraftanlagenbauer verdrängt – mit einem Marktanteil von 15,5 Prozent. Das US-Unternehmen war 2011 noch an dritter Stelle.

Der seit zwei Jahren amtierende Nordex-Chef Jürgen Zeschky hatte am Mittwoch vor Investoren angekündigt, bis 2017 den Umsatz um jährlich acht Prozent auf zwei Milliarden Euro steigern zu wollen. Dagegen soll die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) auf sieben bis acht Prozent mehr als verdoppelt werden. Dafür wolle er neben dem Verzicht auf weniger profitable Aufträge die Firma effizienter machen und Kosten bei Material und Auftragsabwicklung senken.

Der Windturbinenbauer war 2013 nach zwei verlustreichen Jahren in die Gewinnzone zurückgekehrt. Neben Kostensenkungen, Werksschließungen in China und den USA hatten florierende Geschäfte in Europa und dem Nahem Osten dies ermöglicht. 2014 peilt Nordex einen Umsatz von 1,5 bis 1,6 (Vorjahr: 1,4) Milliarden Euro an und eine Ebit-Marge von vier bis fünf (3,0) Prozent.

Aktionäre erhalten immer noch keine Dividende

Ob die Aktionäre an dem künftigen Gewinnanstieg beteiligt werden, ist indes noch offen. „Wir kommen nun in die Dividendenfähigkeit hinein“, sagte Schäferbarthold. Nordex habe es geschafft, seine für 2015 avisierten Ziele bereits in diesem Jahr zu erreichen. Das Management werde bis 2017 eine Dividendenzahlung prüfen oder möglicherweise Investitionen in Produktentwicklung weiter den Vorrang geben. Nordex hat seit dem Börsengang 2001 noch keine Dividende gezahlt.

Von

rtr

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