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06.09.2013

15:37 Uhr

Windreich-Investment

Verbraucherzentrale warnt vor Windpark-Beteiligung

VonDana Heide

ExklusivDer Windpark-Projektierer Windreich hat erstmals ein Bürgerbeteiligungsmodell für einen Offshore-Windpark ins Leben gerufen. Verbraucherschützer raten Privatanlegern davon ab, Anteile zu erwerben.

Das Investment in Offshore-Windparks kann im schlimmsten Fall zum Totalverlust führen. dpa

Das Investment in Offshore-Windparks kann im schlimmsten Fall zum Totalverlust führen.

DüsseldorfDie Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor der von dem Windpark-Projektierer Windreich neu aufgelegten Bürgerbeteiligung am Offshore-Windpark Global Tech I. Im Gespräch mit Handelsblatt Online weisen die Verbraucherschützer vor den Gefahren an der Beteiligung hin.  „Grundsätzlich ist diese Form der Geldanlage für Verbraucher - zumindest für Kleinanleger oder Verbraucher mit einer durchschnittlichen Risikoneigung  - aufgrund des bestehenden Totalverlustrisikos nicht geeignet“, sagte Thomas Pfister, Experte für nachhaltige Anlagen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen im Gespräch mit Handelsblatt Online, „es gibt keinen Insolvenzschutz und scheitert das Projekt, verlieren die Anleger ganz oder teilweise ihr angelegtes Kapital.“

Seit Mittwoch können sich Bürger der Gemeinde Wolfsschlugen, wo Windreich seinen Hauptsitz hat, am Offshore-Windpark Global Tech I beteiligen. Die Bürger „haben eine BGB-Gesellschaft gegründet, welche einen Anteil an der Unterbeteiligungsgesellschaft der Global Tech I GmbH besitzt“, heißt es in einer Mitteilung von Windreich. Bei der Unterbeteiligungsgesellschaft handelt es sich um eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Damit sei es für Privatleute erstmals möglich in Offshore-Wind zu investieren, schwärmt Windreich.

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Die Staatsanwaltschaft wirft dem Chef des Windparkentwicklers Windreich Bilanzfälschung vor. Im Gespräch gibt sich Willi Balz siegessicher.

Mit dem Bau von Global Tech I wurde im Sommer 2012 begonnen, wenn der Windpark fertig ist, soll er 445.000 Haushalte mit Strom versorgen können. "Bevor wir hier im windarmen Süddeutschland verzweifelt versuchen aus nicht vorhandenem Windpotenzial Strom zu erzeugen, investieren wir lieber in der deutschen Nordsee mit über zehn Prozent Rendite“ zitiert Windreich in seiner Pressemitteilung einen Gesellschafter der BGB-Gesellschaft.

Bürgerbeteiligungsmodelle bergen grundsätzlich ein hohes unternehmerisches Risiko. Wenn das Projekt scheitert, ist oft auch die Einlage komplett verloren. Die Verbraucherzentrale bemängelt zudem die fehlende Risikostreuung in dem Fall von Global Tech I. „Der Anleger investiert in ein konkretes Projekt. Gäbe es unter der Gesellschaft mehrere Projekte, könnten Verluste eines Projektes durch ein anderes aufgefangen werden.“

Offshore-Windenergieleistung 2011 weltweit

Platz 1: Vereinigtes Königreich

Offshore-Nennleistung 2011: 1.525 Megawatt

2. Platz: Dänemark

Offshore-Nennleistung 2011: 858 Megawatt

3. Platz: Niederlande

Offshore-Nennleistung 2011: 249 Megawatt

4. Platz: China

Offshore-Nennleistung 2011: 222 Megawatt

5. Platz: Deutschland

Offshore-Nennleistung 2011: 215 Megawatt

6. Platz: Belgien

Offshore-Nennleistung 2011: 195 Megawatt

7. Platz: Schweden

Offshore-Nennleistung 2011: 164 Megawatt

8. Platz: Finnland

Offshore-Nennleistung 2011: 30 Megawatt

9. Platz: Japan

Offshore-Nennleistung 2011: 25,3 Megawatt

10. Platz: Irland

Offshore-Nennleistung 2011: 25 Megawatt

Offshore-Windparks gehören derzeit noch zu den risikoreicheren Investitionen bei den erneuerbaren Energien. Zwar erhalten die Betreiber eine hohe Vergütung aus der EEG-Umlage. Allerdings hat es in der Vergangenheit bei verschiedenen Projekten Verzögerungen des Anschlusses ans Stromnetz gegeben. Windreich hat in den vergangenen Monaten vor allem mit negativen Nachrichten auf sich aufmerksam gemacht. Anfang März erschreckte das Unternehmen seine Anleiheeigner, weil es die Zinsen nicht pünktlich zahlte. Außerdem ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft gegen das Unternehmen wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung. 

Wer sich an dem Windpark beteiligen will, sollte sich die Konditionen vorher genau anschauen, rät Anlageexperte Pfister. „Wer ernsthaft über einen Einstieg nachdenke, sollte neben dem bereits genannten auch noch folgende Faktoren berücksichtigen: Wie hoch ist die Mindestanlagesumme, wann und unter welchen Bedingungen kann man aus dem Vertrag aussteigen und welche Haftungsrisiken geht man im Speziellen ein?“

Kommentare (6)

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Angelika

06.09.2013, 16:01 Uhr

Das ist 12 Jahre zu spät!!!

Im Binnenland gibts zu wenig Wind und die Kosten der Türme ist viel zu hoch! Kein Privatinvestor würde da sein Geld reinstecken!! Hier werden nur wieder Milliarden verbrannt! Wir haben es ausgerechnet! Wir sind ehrliche Kaufleute und können rechnen!

HOWTO_make_money

06.09.2013, 16:39 Uhr

Lars Windreich springt auf?

hopphoppp: Kohls Sprößlinge verbrennen Geld wie der Alte.

doc_johnny

06.09.2013, 18:40 Uhr

Man kann wirklich nur jedem raten sich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen. Abgesehen von den Einflüssen auf die Schiffahrt, auf Meerestiere, usw. ist es technisch gesehen absolutes Harakiri Industrieanlagen mitten in der Nordsee zu installieren.

Zur Wartung muss das Personal per Hubschrauber abgeseilt werden; die meisten müssen auf Versorgungsplattformen übernachten, um überhaupt zeitnah vor Ort sein zu können. Das Ganze dann für ein paar kWh Wegwerfstrom. Verstand im Eimer.

Abgesehen davon ist überhaupt nicht klar mit welchen Problemen (Korrosion, Zusammenstösse mit Schiffen, Anker die Kabel aufreissen, etc.) über die projektierten 25 Jahre zu rechnen ist.
Harakiri hoch drei. Wer da mitmachen möchte, bitte, aber hinterher nicht weinen, wenn das Geld weg ist.

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