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14.11.2017

11:32 Uhr

Windturbinenbauer

Nordex wird von Branchenkrise voll erfasst

VonFranz Hubik

Gewinn halbiert, Umsatzziel verfehlt und kaum neue Aufträge: Der Hamburger Windturbinenbauer Nordex bereitet seine Aktionäre auf ein bescheidenes Jahr 2018 vor. Der Vorstand gelobt Besserung, doch die Anleger fliehen.

Die Geschäfte des Windkraftunternehmens laufen schlecht. dpa

Windkraftanlagen-Hersteller Nordex

Die Geschäfte des Windkraftunternehmens laufen schlecht.

DüsseldorfEs ist eigentlich eine erfreuliche Entwicklung: Die Preise für Windstrom fallen weltweit rasant. Verbraucher müssen für grüne Energie immer weniger bezahlen. In vielen Ländern ist die Elektrizitätsgewinnung mithilfe von Windmühlen zu bestimmten Zeiten schon heute günstiger als jene aus konventionellen Quellen wie Kohle, Öl oder Gas. Für die Hersteller von Turbinen, Rotorblättern und Türmen – den wichtigsten Komponenten von Windkraftanlagen – hat der Preissturz bei ihrer Technik aber dramatische Folgen: Kurzfristig implodieren ihre Erträge.

Das jüngste Opfer dieser Entwicklung ist Nordex. Deutschland drittgrößter Windradbauer kassiert sein Umsatzziel. 2017 erwartet Nordex nur noch Erlöse von weniger als 3,1 Milliarden Euro. Im Sommer hatte der Konzern noch ein Ziel von bis zu 3,3 Milliarden Euro ausgegeben. Nach neun Geschäftsmonaten hat sich der Gewinn des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr zudem mehr als halbiert – von 64 Millionen Euro auf 28 Millionen Euro.

„Die Windenergiebranche durchlebt bewegte Zeiten“, schreibt Nordex-Chef José Luis Blanco im Brief an seine Aktionäre. Der Spanier an der Spitze des Hamburger Windkraftkonzerns spricht von „intensivem Wettbewerb“ und „Marktverwerfungen“. Und er bereitet seine Anleger auf noch mehr Gegenwind vor. 2018 werde „herausfordernd“ und „schwierig“, erläutert Blanco. Konkrete Zahlen bei seiner Sicht auf das kommende Jahr möchte er aber noch nicht nennen – Marktbeobachter hingegen schon. 

„Wir erwarten für 2018 nur noch einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro“, sagte Arash Roshan Zamir dem Handelsblatt. Als Hauptgrund für den bevorstehenden Erlöseinbruch bei Nordex von voraussichtlich 20 Prozent im kommenden Jahr nennt der Analyst von Warburg Research den „sehr schwachen Auftragseingang“. Nach neun Geschäftsmonaten konnte Nordex lediglich Aufträge für die nächsten Jahre im Wert von 1,1 Milliarden Euro verbuchen. Das ist ein Minus im Vergleich zum Vorjahr von 49 Prozent.

Die schlechten Aussichten verschrecken die Investoren. Am Dienstag stürzte die Aktie von Nordex zunächst um fast sieben Prozent ab. Schon seit Monaten fliehen die Anleger bei den Hamburgern. Die Nordex-Papiere befinden sich aktuell auf einem Vierjahrestief. Allein in diesem Jahr ist der Aktienkurs des Konzerns von mehr als 30 Euro Anfang Januar auf aktuell kaum mehr als sieben Euro abgestürzt.

Roshan Zamir glaubt zwar, dass Nordex dem absoluten Tiefpunkt beim Aktienkurs damit schon „sehr nahe gekommen ist“. Damit eine weitere Kurskorrektur ausgeschlossen werden kann, müsse Nordex aber im vierten Quartal „wieder einen stärkeren Auftragseingang liefern“, sagt der Warburg-Analyst.

Kommentare (7)

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Novi Prinz

14.11.2017, 12:33 Uhr

Wenn erst dämmert , wenn es schon dunkel ist, ist reichlich spät !

Herr Christian Körner

14.11.2017, 14:12 Uhr

Solarworld ist pleite, Nordex entlässt - also so einen richtigen Aufschwung bei erneuerbaren Energien Unternehmen, wie uns die Grünen versprachen, gibt es nicht. Nur die stark subventionierten Windbauern werden reich. Das ist alles.
Wer zahlt es? Die Oma, der Sozialhilfe Empfänger, wir alle, die höhere Strompreise zahlen. Das ist gar nicht gut.

Frau Annette Bollmohr

14.11.2017, 14:18 Uhr

„In vielen Ländern ist die Elektrizitätsgewinnung mit Hilfe von Windmühlen schon heute günstiger als jene aus konventionellen Quellen wie Kohle, Öl oder Gas.“

Allein das – sowie Ausbau und Weiterentwicklung der Technologien für erneuerbare Energie-Quellen - sollte(!) angesichts der immer dramatischeren Auswirkungen des Klimawandels schon aus reinem menschlichen Selbsterhaltungstrieb ausschlaggebend sein.

Nicht irgendwelche „Erträge“ aus bzw. auf dem Papier.

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