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06.02.2013

11:16 Uhr

Windturbinenhersteller

Vestas kassiert Prognose für 2013

VonDana Heide

Der weltgrößte Windturbinenhersteller Vestas hat das zweite Verlustjahr hinter sich – und macht keine Hoffnung auf Besserung. Die Anleger scheinen dennoch zufrieden.

Windrad von Vestas: Der Turbinenhersteller rechnet auch in diesem Jahr mit schwierigen Bedingungen. ZB

Windrad von Vestas: Der Turbinenhersteller rechnet auch in diesem Jahr mit schwierigen Bedingungen.

DüsseldorfDer weltweit größte Windturbinenhersteller Vestas hat im vergangenen Jahr erneut Verlust gemacht. Das Minus fiel mit 963 Millionen Euro weitaus höher aus als von den Analysten erwartet. Im Durchschnitt hatten die Experten mit gut 200 Millionen Euro Verlust gerechnet. Positiv war jedoch die Entwicklung des Umsatzes: Während er 2011 noch rund 5,8 Milliarden Euro betrug, steigerte das Unternehmen überraschend seinen Umsatz im vergangenen Jahr auf 7,2 Milliarden Euro. Das schien auch den Anlegern zu gefallen: An der Börse in Kopenhagen gewannen die Papiere von Vestas zeitweise fast neun Prozent hinzu.

Weniger gefallen haben wird den Anlegern jedoch, dass das Unternehmen seine Prognose für 2013 kassierte. Ende vergangenen Jahres rechnete Vestas noch mit einem Absatz von Windturbinen mit einer Kapazität von fünf Gigawatt. Nun sind die Dänen vorsichtiger und erwarten nur noch einen Absatz von vier bis fünf Gigawatt.

Es ist bereits das zweite Jahr in Folge, in dem der Windturbinenhersteller rote Zahlen schreibt. Das Unternehmen macht keine Hoffnung auf ein weniger schwieriges Jahr und erwartet einen Umsatzrückgang auf 5,5 Milliarden Euro. „Wir haben nun das erste Jahr hinter uns gelassen, was wie erwartet eine Herausforderung war“, sagte Vestas-Chef Ditlev Engel. „Vestas implementierte jedoch erfolgreich einige Maßnahmen, mit denen wir auf ein noch schwierigeres 2013 vorbereitet sind.“

Offshore-Windenergieleistung 2011 weltweit

Platz 1: Vereinigtes Königreich

Offshore-Nennleistung 2011: 1.525 Megawatt

2. Platz: Dänemark

Offshore-Nennleistung 2011: 858 Megawatt

3. Platz: Niederlande

Offshore-Nennleistung 2011: 249 Megawatt

4. Platz: China

Offshore-Nennleistung 2011: 222 Megawatt

5. Platz: Deutschland

Offshore-Nennleistung 2011: 215 Megawatt

6. Platz: Belgien

Offshore-Nennleistung 2011: 195 Megawatt

7. Platz: Schweden

Offshore-Nennleistung 2011: 164 Megawatt

8. Platz: Finnland

Offshore-Nennleistung 2011: 30 Megawatt

9. Platz: Japan

Offshore-Nennleistung 2011: 25,3 Megawatt

10. Platz: Irland

Offshore-Nennleistung 2011: 25 Megawatt

Das Unternehmen hat bereits im vergangenen Jahr die Anzahl seiner Mitarbeiter reduziert, 2013 soll der Stellenabbau weitergehen. Bis Ende diesen Jahres soll die Anzahl der Mitarbeiter dann bei 16.000 liegen, Ende 2012 arbeiteten noch rund 18.000 Mitarbeiter für Vestas, 2011 waren es noch rund 23.000.

Von der Maßnahme erhofft sich das Unternehmen in diesem Jahr Kosteneinsparungen von 150 Millionen Euro, insgesamt soll der Jobabbau von 2011 bis 2013 Kostenreduzierungen von rund 400 Millionen Euro einbringen.

Die größten Windkraftanlagenhersteller weltweit

Platz 1

Der Markt für Windkraftanlagen ist weltweit sehr zerstückelt. So kommt der größte Windkraftanlagenhersteller Vestas aus Dänemark laut Marktforscher IHS weltweit gerade einmal auf einen Anteil von 12,7 Prozent.

Platz 2

Nicht nur in der Solaranlagen- sondern auch in der Windkraftbranche sind die Chinesen stark vertreten. Auf dem zweiten Platz der größten Windanlagenhersteller liegt das Unternehmen Sinovel mit einem Marktanteil von neun Prozent.

Platz 3

Auch der dritte Platz ist in chinesischer Hand. Goldwind kommt auf einen Marktanteil von 8,7 Prozent.

Platz 4

Auf dem vierten Platz findet sich das spanische Unternehmen Gamesa wieder, mit einem Marktanteil von acht Prozent. Der spanische Markt für Windkraft ist nach Deutschland der zweitgrößte in Europa.

Platz 5

Erst auf dem fünften Platz ist eine deutsche Firma: Enercon. Das Familienunternehmen aus Aurich hat einen Anteil am Weltmarkt von 7,8 Prozent.

Platz 6

Den sechsten Platz belegen die US-Amerikaner GE Energy mit 7,7 Prozent Marktanteil.

Platz 7

Suzlon aus Indien belegt mit einem Marktanteil von 7,6 Prozent den siebten Platz weltweit. Der Windkraftanlagenbauer steckt jedoch bereits seit einiger Zeit in den roten Zahlen.

Platz 8

Auf dem achten Platz findet sich wieder ein chinesischer Anlagenbauer: Guodian United Power hat einen Anteil am Weltmarkt von 7,4 Prozent.

Platz 9

Auf Platz neun findet sich wieder ein deutsches Unternehmen. Siemens hat einen weltweiten Marktanteil von 6,3 Prozent - und damit nicht einmal die Hälfte des Anteils von Marktführer Vestas.

Platz 10

Platz 10 der größten Windkraftanlagenhersteller weltweit belegt das Unternehmen Mingyang mit einem Marktanteil von 3,6 Prozent.

Die Zeiten der hohen Wachstumsraten für die Windradbauer scheinen vorbei. „Im nächsten Jahr wird es erstmals seit Bestehen der Branche einen deutlichen Rückgang der Neuinstallationen geben“, prophezeit Andreas Reuter, Institutsleiter am Fraunhofer Institut für Windenergie und Systemtechnik (IWES) in Bremerhaven.

Die anderen großen Windradhersteller haben zwar noch keine Jahreszahlen vorgelegt, die Quartalszahlen machen jedoch wenig Hoffnung auf positive Werte. So rechnet etwa der chinesische Hersteller Goldwind für 2012 mit einem Rückgang des Gewinns um 100 Prozent. Und auch Konkurrent Nordex hat erst im letzten Quartal nach drei Verlustquartalen in Folge den Rückkehr in die Gewinnzone geschafft und kürzte zuletzt seine Prognose für das laufende Jahr.

Mit Material von Bloomberg.

Kommentare (2)

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HofmannM

06.02.2013, 11:32 Uhr

Die Umsatzsteigerung geht zu Lasten des Gewinns. Und damit wird auch sichtbar, warum immer wieder Stellen abgebaut werden. Der Stellenabbau und damit der Geschäftsvolumenabau soll die Lücke zwischen Umsatz und Gewinn erhöhen.
Somit steht für mich fest, dass sich das Unternehmen zur Insolvenz schrumpfen wird!

Klaro

06.02.2013, 15:24 Uhr

Lässt 3 Deutungen zu:

1. Die Güter werden verramscht, um die Konkurrenz draussen zu halten.

2. Die haben ein Massives Qualitätsproblem.

3. Die können nicht mit Rohstoffen und haben sich verspekuliert.

Alle 3 Punkte sind für mich ein SELL.

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