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28.04.2014

13:48 Uhr

Zement-Riese

Holcim wappnet sich für die Mega-Fusion

Vor der Fusion des Zementkonzerns Holcims mit dem französischen Rivalen Lafarge sinkt der Quartalsgewinn der Schweizer um die Hälfte. Nun will der Konzern einige Töchter verkaufen, um sich fusionsbereit zu machen.

Das Logo des Baustoffherstellers Holcim: Beim Umsatz machten sich schwache Schwellenländer-Währungen bemerkbar. dpa

Das Logo des Baustoffherstellers Holcim: Beim Umsatz machten sich schwache Schwellenländer-Währungen bemerkbar.

ZürichDer Schweizer Baustoffkonzern Holcim treibt vor der Hochzeit mit dem französischen Rivalen Lafarge den Verkauf von Konzernteilen voran. Es gebe bereits Gespräche mit Interessenten für jene Firmen, die die beiden Zementriesen vor der Fusion verkaufen wollen, um Bedenken von Kartellbehörden aus dem Weg zu räumen, sagte Holcim-Finanzchef Thomas Aebischer am Montag bei der Vorstellung der Bilanz für das erste Quartal. Erwartungen, der eine oder andere Konkurrent könnte dabei ein Schnäppchen machen, erteilte Aebischer eine Absage. „Wir haben ein attraktives Portfolio anzubieten und werden die Teile mit sehr viel Erfolg im Markt platzieren“, erklärte er.

„Das Interesse im Markt ist riesig“, sagte Konzernchef Bernard Fontana. Kaufinteresse komme aus Industrie- und Schwellenländern. Dabei seien auch Beteiligungsgesellschaften, von denen sich manche mit Baustofffirmen zusammengetan hätten.

Der Zusammenschluss der Nummer eins und der Nummer zwei im weltweiten Baustoffgeschäft soll im ersten Halbjahr 2015 abgeschlossen sein. Finanzchef Aebischer wird im Gegensatz zu Konzernchef Fontana auch für die neue Firma LafargeHolcim arbeiten. Am Montag notierte die Holcim-Aktie 0,4 Prozent fester, während der europäische Branchenindex 0,7 Prozent zulegte. Die Aktien von Lafarge und des Konkurrenten HeidelbergCement stiegen etwas stärker als Holcim. Wenn sich die ersten Firmenverkäufe abzeichneten, werde das Vertrauen in die Fusionspläne im Markt zunehmen, erklärte Vontobel-Analyst Christian Arnold.

Im Auftaktquartal kam Holcim der milde Winter in Europa zugute. Dort verkauften die Schweizer 20 Prozent mehr Zement als im Jahr zuvor. Die Europa-Sparte, die wegen Restrukturierungskosten vor einem Jahr noch einen Betriebsverlust von knapp 100 Millionen Franken verbucht hatte, erreichte nun fast die Gewinnschwelle. Ob das gute Ergebnis dem Wetter geschuldet sei oder sich ein grundsätzlicher Trendwechsel abzeichne, werde sich im Laufe des Jahres zeigen, sagte der Konzernchef. Insgesamt wuchsen der Verkäufe von Zement, Sand, Kies und Fertigbeton um ein bis vier Prozent.

Abwertungen von Schwellenländer-Währungen um mehr als 15 Prozent und ein schwächerer Dollar führten jedoch dazu, dass der Umsatz, der zu mehr als der Hälfte aus Lateinamerika und Asien kommt, um 5,4 Prozent auf 4,09 Milliarden Franken (3,4 Milliarden Euro) zurückging. Der Reingewinn, der im vergangenen Jahr durch einen Beteiligungsverkauf in Australien Schub erhalten hatte, sank um 58 Prozent auf 80 Millionen Franken.

Beim Betriebsgewinn, der sich um neun Prozent auf 295 Millionen Franken verbesserte, sieht Konzernchef Fontana Holcim auf Kurs. Ein seit zwei Jahren laufendes Verkaufs- und Kostenprogramm soll dieses Jahr mehr als 500 Millionen Franken zum Betriebsgewinn beitragen. Im Auftaktquartal lieferte das Programm mit der Bezeichnung „Holcim Leadership Journey“ bereits mehr als die Hälfte dieses Betrages. Insgesamt soll der Betriebsgewinn dieses Jahr stärker steigen als der Umsatz. Die Nettofinanzschulden sanken im Vergleich zum Vorjahr um gut 700 Millionen auf zehn Milliarden Franken.

Von

rtr

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