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04.09.2014

16:24 Uhr

Zusammen geht es besser

RWE will Kanadier an Offshore-Park beteiligen

RWE will sich künftig strategische Partner suchen, um die Herausforderungen in der Offshore-Windkraft zu meistern. Für den nächsten Park in der Nordsee sind nun zunächst Kanadier an Bord, und dabei soll es nicht bleiben.

offshore-Projekte bedeuten für die Bauer immer wieder große Herausforderungen. RWE holt sich nun neue Partner. dpa

offshore-Projekte bedeuten für die Bauer immer wieder große Herausforderungen. RWE holt sich nun neue Partner.

DüsseldorfDer hoch verschuldete Energiekonzern RWE hat die Mehrheit an drei Windkraftprojekten in der Nordsee an einen Partner aus Kanada verkauft. Der Versorger Northland Power habe eine 85-prozentige Beteiligung übernommen, teilte die Ökostromtochter RWE Innogy am Donnerstag mit.

Über den Preis sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Investitionsentscheidung für die vor der Insel Juist geplante 1,2 Milliarden Euro teure Anlage „Nordsee One“ solle in der ersten Jahreshälfte 2015 getroffen werden. RWE könne solche Projekte in Zeiten klammer Kassen nicht alleine stemmen, sagte Innogy-Chef Hans Bünting der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Anlage mit einer Leistung von 332 Megawatt soll 2017 in Betrieb gehen. Über die Stufen 2 und 3 mit einer Leistung von insgesamt 670 Megawatt werde in den kommenden Jahren entschieden. Die Gesamtkosten für alle drei Phasen hat RWE auf drei bis 3,5 Milliarden Euro beziffert.

Den von der Energiewende getroffenen Versorger aus Essen drücken jedoch Schulden von mehr als 31 Milliarden Euro. Bünting hatte angekündigt, daher bei Projekten auch in die Minderheitsposition zu gehen. „Der Vorteil ist, dass der Windpark, den wir in den letzten Jahren entwickelt haben, jetzt auch gebaut wird“, sagte er nun.

RWE war wie der Konkurrent E.ON nach der Jahrtausendwende nur zögerlich in das Ökostromgeschäft eingestiegen, hatte dies dann aber nach der Gründung von Innogy in den vergangen sieben Jahren mit Milliardensummen ausgebaut. Wegen der Einbußen im traditionellen Kraftwerksgeschäft sitzt das Geld inzwischen nicht mehr so locker. Statt einer Milliarde Euro pro Jahr will RWE diese Summe nun insgesamt in den Jahren von 2014 bis 2016 in Erneuerbare Energie investieren.

RWE suche auch für weitere Projekte Partner, sagte Bünting Reuters. Hierzu gehöre der vor der britischen Küste geplante Windpark „Galloper“. Eine Partnerschaft könne noch in diesem Jahr geschlossen werden, eine Investitionsentscheidung könne es in der ersten Jahreshälfte 2015 geben.

Bünting verwies darauf, dass in Deutschland nach der Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) die Betreiber von „Nordsee One“ zehn Jahre eine garantierte Vergütung erhielten. „Ich glaube, dass im deutschen Offshore-Markt durch die Gesetzesänderungen Attraktivität geschaffen worden ist auch für Investoren, die bisher nicht so auf dem Radarschirm waren.“

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Northland Power-Chef John Brace erklärte, dass sein Unternehmen von dem Windpark unmittelbar nach der Inbetriebnahme 2017 einen positiven Beitrag erwarte. Das Unternehmen mit Sitz in Toronto ist an laufenden Anlagen mit einer Leistung von rund 1300 Megawatt beteiligt sowie weiteren 650 Megawatt, die im Bau sind.

Vor der Küste der Niederlande will Northland Power zudem unter anderem mit Siemens und weiteren Partnern den 600 Megawatt starken Windpark „Gemini“ errichten.

Von

rtr

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