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06.03.2013

20:37 Uhr

Energiedienstleister

Verkaufsprozess für Ista nimmt Fahrt auf

Die Finanzinvestoren CVC und Charterhouse wollen den Essener Energiedienstleister Ista verkaufen. Sie erhoffen sich einen Erlös von bis zu drei Milliarden Euro. Die ersten Gebote werden in Kürze fällig.

Die stabilen Einnahmen machen Infrastruktur-Dienstleister wie Ista besonders attraktiv. dpa

Die stabilen Einnahmen machen Infrastruktur-Dienstleister wie Ista besonders attraktiv.

LondonDer milliardenschwere Verkauf des Essener Energiedienstleistes Ista wird konkret. Die ersten Gebote für das Unternehmen würden am 18. März fällig, sagten mehrere mit dem Prozess vertraute Banker am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Die Ista-Eigentümer CVC und Charterhouse, zwei Finanzinvestoren, erhoffen sich einen Erlös von bis zu drei Milliarden Euro für den Strom- und Wasserableser und -abrechner. Der Konkurrent von Techem wäre damit eines der teuersten Unternehmen, das Finanzinvestoren in diesem Jahr in Deutschland verkaufen. Begleitet wird der Verkaufsprozess von der Deutschen Bank und von Goldman Sachs.

Auch auf der Käuferseite wird vor allem mit Finanzinvestoren gerechnet. Sie fassen nach einem mauen Jahr 2012 allmählich Mut, auch weil sie das Geld ihrer Anleger anlegen müssen. Die stabilen Einnahmen machen Infrastruktur-Dienstleister wie Ista für die Branche besonders attraktiv. Zu den potenziellen Bietern werden in Finanzkreisen Apax, Bain Capital, BC Partners, Blackstone, Hellman & Friedman, KKR und der Lehrer-Pensionsfonds OTP aus Ontario in Kanada gezählt. Alle Genannten äußerten sich nicht zu dem Prozess oder waren nicht erreichbar.

Am Dienstag wurde Ista den Kreisen zufolge zunächst 17 Banken präsentiert, die sich nun Gedanken machen können, ob und wie sie möglichen Käufern Kredite zur Verfügung stellen wollen. Angesichts eines operativen Gewinns (Ebitda) von 290 Millionen Euro im Jahr 2012 könnte Ista nach Banker-Schätzungen bis zu zwei Milliarden Euro Schulden verkraften. Zurzeit sind es 1,8 Milliarden Euro. Goldman Sachs und die Deutsche Bank haben aber auch selbst ein Finanzierungspaket geschnürt, um die Transaktion zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Charterhouse hatte Ista 2007 - auf dem Höhepunkt des Booms für Beteiligungsgesellschaften - für 2,4 Milliarden Euro von CVC gekauft. CVC hatte sich später mit 24 Prozent wieder beteiligt. 2011 setzte Ista mit rund 4600 Mitarbeitern knapp 700 Millionen Euro um, ofizielle Zahlen für 2012 liegen noch nicht vor. Ista dürfte Experten zufolge in den nächsten Jahren von einer neuen europäischen Richtlinie profitieren, die eine verbrauchsgenaue Stromabrechnung vorschreibt, wie sie in Deutschland bereits üblich ist.

Von

rtr

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