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17.04.2013

20:05 Uhr

Energiekonzern

EnBW bereit für Kosten für Atomendlager-Suche

Der Energiekonzern EnBW zeigt sich zu Gesprächen über eine Beteiligung an den Kosten für die Suche nach einem Atommüll-Endlager bereit. Doch zuerst müsse die Politik den Energiekonzern in die Diskussionen einbeziehen.

Auf der Ostsee vor der Halbinsel Darß stehen Windräder des Offshore-Windparks «EnBW Baltic 1». EnBW ist anders als etwa RWE grundsätzlich zu einer Beteiligung an den Kosten für die Suche nach einem Atommüll-Endlager bereit. dpa

Auf der Ostsee vor der Halbinsel Darß stehen Windräder des Offshore-Windparks «EnBW Baltic 1». EnBW ist anders als etwa RWE grundsätzlich zu einer Beteiligung an den Kosten für die Suche nach einem Atommüll-Endlager bereit.

StuttgartDer Energiekonzern EnBW ist anders als etwa RWE grundsätzlich zu einer Beteiligung an den Kosten für die Suche nach einem Atommüll-Endlager bereit. „Wir sind in diesen Themen gesprächsbereit“, sagte der Geschäftsführer von EnBW Kernkraft, Jörg Michels, am Mittwoch in Neckarwestheim. Man warte aber darauf, von der Politik in die Gespräche einbezogen zu werden. Bisher lägen keine Details vor. Der drittgrößte deutsche Energiekonzern betreibt in Neckarwestheim, Obrigheim und Philippsburg fünf Kernreaktoren. Zwei davon sind bereits abgeschaltet.

Vertreter von Bund, Ländern und Parteien hatten sich vergangene Woche auf ein Konzept zur Endlagersuche geeinigt. Die Kosten von schätzungsweise zwei Milliarden Euro sollen die Kraftwerksbetreiber tragen. RWE und das Deutsche Atomforum hatten dies kritisiert.

Zum Kompromiss über die Suche nach dem Endlager, die eine Standortentscheidung bis 2031 zum Ziel hat, gehört auch, den zurzeit noch in Frankreich und Großbritannien lagernden deutschen Atommüll in anderen Zwischenlagern als Gorleben unterzubringen. Auch dazu zeigt sich EnBW gesprächsbereit. Michels wies darauf hin, dass es im Zwischenlager Philippsburg zwar noch freie Kapazitäten gäbe. Doch technisch und genehmigungsrechtlich sei das Lager derzeit nicht geeignet, als Ersatz für Gorleben zu dienen.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Der Konzern will sich den Bau des bereits beantragten Zwischenlagers in Obrigheim sparen. Die dort lagernden Brennstäbe müssten dann aber ins etwa 40 Kilometer entfernte Neckarwestheim gebracht werden. Sonst müsste für nur 15 Castor-Behälter ein neues Zwischenlager in Obrigheim gebaut werden. Der Transport nach Neckarwestheim könnte damit zu Einsparungen eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags führen. „Wir haben das als Option. Aber das ist nur dann möglich, wenn der überwiegende Teil der Öffentlichkeit und Politik das akzeptiert“, sagte Michels.

Von

rtr

Kommentare (2)

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vandale

17.04.2013, 23:20 Uhr

Sofern Sie sich über die Aussage des ENBW Sprechers wundern...ENBW gehört zur Hälfte dem Grün regierten Bundesland Baden Württemberg.

Betreiber von Kernkraftwerken müssen wie andere Verursacher auch ihre Hinterlassenschaften beseitigen. Bis zur Jahrtausendwende wurde die Wiederaufbereitung (Recycling) des abgebrannten Kernbrennstoffs als Nachweis anerkannt. BMU Trittin verbot die Wiederaufbereitung da sie der neu aufkommenden Oekosaga der "Ungelösten Endlagerfrage" im Weg war.

Als das Thema Endlagerung noch nicht politisch, oder religiös besetzt war hatte man die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Salzbergwerken als ideale Lösung betrachtet. Man hatte dies technisch erfolgreich in Asse getestet und mit Gorleben eine technisch vorbildliche Lösung gefunden. Die Versorger (letztlich die Stromkunden) haben bislang 1,6 Mrd. € für die Erkundung von Gorleben bezahlt.

Das aktuelle Desaster mit jahrzehntelanger Zwischenlagerung bei der die Risiken maximiert werden, die Milliarden für den Bau diverser Zwischenlager und einer erneuten Suche die so gestaltet ist, dass diese garantiert erfolglos bleibt, sind extrem teure Folgen der Oekoreligion. Meines Erachtens sollten dies die Oekogläubigen, Medien und andere Oekopropheten bezahlen. Die aktuelle Rechtslage verpflichtet die Betreiber wenigstens nicht das Oekospektakel einer garantiert erfolglosen Endlagersuche zu bezahlen.

Vandale

Account gelöscht!

19.04.2013, 08:23 Uhr

"EnBW ist anders als etwa RWE grundsätzlich zu einer Beteiligung an den Kosten für die Suche nach einem Atommüll-Endlager bereit" - sagt uns die obige Nachricht. Letztendlich werden es wieder erneute Kosten für die Allgemeinheit sein. Wie wäre es eigentlich, wenn EnBW auch mal oder endlich die Kosten für den Betrieb seines Windparks Baltic 1 in der Ostsee für die Allgemeinheit offen legt. Bisher gibt es von dem Netzbetreiber http://www.50hertz.com/de/lastflussdaten.htm nicht einmal Angaben weder über den zeitlichen Verlauf noch über die Einspeisemengen des EnBW-Offshore-Windparks Baltic 1, welcher seit Mai 2011 offiziell in Betrieb ist.

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