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13.01.2014

17:44 Uhr

Energiekonzern

Eon-Architekt Ulrich Hartmann verstorben

Ulrich Hartmann ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Der Manager war nicht nur Vorstands- und Aufsichtsratschef von Eon, sondern auch eine der prägendsten Figuren bei der Gründung des Energiekonzerns.

Ulrich Hartmann auf einem Foto im Jahr 2002: Der ehemalige Eon-Manager ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Reuters

Ulrich Hartmann auf einem Foto im Jahr 2002: Der ehemalige Eon-Manager ist im Alter von 75 Jahren verstorben.

DüsseldorfEon hat einen seiner Gründerväter verloren: Ulrich Hartmann, langjähriger Vorstands- und späterer Aufsichtsratschef des Energiekonzerns, ist am Montag im Alter von 75 Jahren verstorben. Das teilte der Eon-Konzern mit. Hartmann begann seine Karriere bei dem Eon-Vorgängerunternehmen Veba, dessen Vorstandsvorsitz er im Jahr 1993 übernahm.

Hartmann war einer der wichtigsten Akteure bei der Liberalisierung der deutschen Energiewirtschaft. Als Chef des Düsseldorfer Veba-Konzerns trieb er in den 90er Jahren die Fusion mit dem Münchener Wettbewerber Viag zum neuen Marktführer Eon voran – und Hartmann wurde dessen erster Vorstandschef. Es war die bis dahin größte Fusion in der bundesdeutschen Wirtschaftsgeschichte.

Das neue Unternehmen war zunächst noch ein Mischkonzern mit starkem Standbeinen in der Chemie und der Telekommunikation. Hartmann richtete es konsequent auf den Energiemarkt aus und trieb die Internationalisierung voran. In seine Amtszeit als Eon-Chef fiel die Übernahme des größten deutschen Ferngasunternehmens Ruhrgas, die nur durch eine Ministererlaubnis möglich wurde, sowie der Kauf des britischen Stromversorgers Powergen.

„Ulrich Hartmann war einer der bedeutendsten deutschen und europäischen Unternehmensführer“, sagte Eon-Aufsichtsratschef Werner Wenning. „Mit ihm verliert nicht nur Eon einen Menschen, der mit Weitblick, Mut und Können viel bewegt und geschaffen hat. Wir trauern um Ulrich Hartmann, der wie kein anderer die erfolgreiche Entwicklung unseres Unternehmens geprägt hat.“ Konsequent und beherzt habe er die unternehmerischen Chancen genutzt, die sich aus der Liberalisierung der europäischen Energiemärkte 1998 ergaben, heißt es in der Eon-Mitteilung.

„Mit Mut und Weitsicht, mit seiner unvergleichlichen Kombination aus strategischer Konsequenz und taktischem Einfallsreichtum hat Ulrich Hartmann über viele Jahre den Aufbau und die Entwicklung von Eon zu einem erfolgreichen, internationalen und wettbewerbsorientierten Unternehmen geprägt“, sagte der aktuelle Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen.

Im Jahr 2003 gab Hartmann den Vorstandsvorsitz ab. Der Wert einer Aktie war da fast zehnmal so hoch wie zu seinem Amtsantritt als Veba-Chef 1993. Hartmann wechselte in der Folge an die Spitze des Eon-Aufsichtsrates, dem er bis Mai 2011 vorstand. Der Manager war auch Aufsichtsratschef beim Rückversicherer Munich Re sowie Aufseher bei Henkel. Außerdem war der Manager mehrere Jahre lang Vorsitzender des Kuratoriums der RAG-Stiftung.

Schlagzeilen machte Hartmann als Aufsichtsratsvorsitzender der IKB-Bank: Durch fehlgeschlagene Spekulationen mit US-Immobilienpapieren geriet die Bank in eine existenzbedrohende Krise und musste vom Steuerzahler mit Milliardenhilfen gerettet werden. Hartmann erklärte damals, der Aufsichtsrat sei vom Vorstand nicht über die Risiken informiert worden.

Kommentare (1)

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Anonym

15.01.2014, 15:13 Uhr

Aus heutiger Sicht muss man dem Verstorbenen leider vorhalten, dass es falsch war, nur auf Strom und Gas zu setzen. Der frühere Mischkonzern mit mehreren Standbeinen würde heute bedeutend besser dastehen und auch der Aktienkurs mit der heutigen geringen Dividende würde meiner Überzeugung ein viel besseres Bild abgeben.

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