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06.03.2013

16:17 Uhr

Energiekonzern

Vattenfall streicht 1500 Stellen in Deutschland

Der Umbau bei Vattenfall trifft die Mitarbeiter: Der schwedische Energiekonzern baut massiv Arbeitsplätze ab. 2500 Stellen sollen insgesamt wegfallen, Mitarbeiter in Berlin, Hamburg und Cottbus sind betroffen.

Vattenfall will Stellen in Hamburg, Berlin und Cottbus abbauen. dapd

Vattenfall will Stellen in Hamburg, Berlin und Cottbus abbauen.

StockholmDer schwedische Energiekonzern Vattenfall will bis Ende nächsten Jahres 2500 Stellen streichen, 1500 davon in Deutschland. Der Stellenabbau in Deutschland werde vor allem Mitarbeiter in Berlin, Hamburg und Cottbus betreffen, kündigte das Unternehmen am Mittwoch an.

Der Stellenabbau ist Teil des Sparprogramm des Unternehmens, in diesem Jahr will Vattenfall 360 Millionen Euro einsparen, nächstes Jahr sollen es noch einmal 180 Millionen Euro sein.

Die fortlaufenden Energieeffizienzmaßnahmen kombiniert mit einem verlangsamten Wirtschaftswachstum in 2013 und den kommenden Jahren werde zu einer dauerhaften schwachen Nachfrage nach Strom führen, erklärte das Unternehmen. „Die Welt hat sich verändert und wir haben unsere Strategie an die neue Realität angepasst“ sagte Vattenfall-Chef Øystein Løseth.

Vattenfall steckt derzeit im Umbau: Im Zuge des Ausbaus der Erneuerbaren Energien will der Konzern einen Teil des Braunkohlekraftwerks im sächsischen Lippendorf verkaufen. Eine Veräußerung von einem der beiden Blöcke der modernen Anlage werde geprüft, teilte Vattenfall am Freitag mit. Dies stehe im Zusammenhang mit der Trennung von Unternehmensteilen in Belgien, Polen und Finnland, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehören.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Ein Verkauf von Block R könne wesentlich dazu beitragen, die bis 2020 angestrebte Reduzierung des CO2-Ausstoßes auf rund 65 Millionen Tonnen von 94 Millionen 2010 zu erreichen. Deutschland bleibe aber für Vattenfall ein Kernmarkt und der Abbau sowie die Verstromung von Braunkohle ein zentraler Bestandteil.

Vattenfall will seine Erzeugung von Ökostrom aus Wind-, Wasser- und Sonnen-Energie in den kommenden Jahren deutlich ausbauen. Zugleich betreibt der Konzern große Kohlekraftwerke, die wegen des Ausstoßes von klimaschädlichem Kohlendioxid umstritten sind. Hierzulande ist Vattenfall der drittgrößte Stromerzeuger nach RWE und Eon. Die beiden Blöcke in Lippendorf erzeugen jeweils 920 Megawatt.

Die Schweden sind vor allem in Ostdeutschland breit aufgestellt. Schwerpunkt ist neben Berlin aber auch Hamburg. Vattenfall versorgt rund 2,8 Millionen Kunden in Deutschland mit Strom und erzielt 60 Prozent seines Umsatzes in der Bundesrepublik. Vattenfall ist auch an den Atomkraftwerken in Brunsbüttel und Krümmel beteiligt, die im Zuge der Energiewende stillgelegt worden sind.

Die Gewerkschaft IGBCE warnte davor, dass eine Zerschlagung des Vattenfall-Konzerns die Energiewende in Deutschland schwächen könnte. „Vattenfall hat in den letzten Jahren in anderen europäischen Ländern enorme Zukäufe getätigt“, erklärte der stellvertretende IGBCE-Chef und Vattenfall-Aufsichtsratsvize Ulrich Freese am vergangenen Freitag.

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Der gesunkene Strombedarf hat dem schwedischen Versorger die Bilanz verhagelt.

„Wenn sich diese Aktivitäten im Nachhinein als nicht profitabel herausstellen sollten und Vattenfall deswegen jetzt zu Verkäufen in Deutschland gezwungen ist, dann kann es dabei nur um einen Gesamtverkauf und nicht um Einzelverkäufe gehen.“ Ein Auseinandernehmen des Unternehmensverbunds von Bergbau, Energie und den Tochterfirmen brächte nur Nachteile mit sich, mahnte Freese.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

06.03.2013, 16:43 Uhr

Die entlassenen Mitarbeiter können sich ja zu Fahrradmonteuren, Waldorf-Kindergärtnern oder Ethikräten umschulen lassen.

Unsere rotgrüne Gutmenschen-Republik hat großen Bedarf an solchen Leuten!

blosseinbuerger

06.03.2013, 17:34 Uhr

Vattenfall ist nunmehr der Letzte der großen Energieversorger, der sich in großem Umfang von Mitarbeitern trennt. Damit wird einmal mehr offensichtlich, dass es neben den Gewinnern der Energiewende - den Abkassierern des ökoindustriellen Komplexes - eben auch viele Verlierer gibt. So verblasst der Glanz der Energiewende am Arbeitsmarkt immer mehr. Reihenweise schließen die gepeppelten Ökoindustrien ihre Werke in Deutschland - woanders warten größere Gewinne - die sozialen Kosten, eine vernichtete Infrastruktur und die gnadenlose Umverteilung von Vermögen von unten nach oben bleiben uns Verbrauchern erhalten. Ob das die Protagonisten der Energiewende abgesehen haben? Die Antwort ist wahrscheinlich eher einfach: Es geht nur ums Geld - ein soziales Gewissen ist da nur hinderlich. Ein Beispiel dafür mag der neue Schlossherr Herr Asbeck sein: Die Gewinne werden privatisiert, die Verluste werden sozialisiert. Wie gehabt!

Vicario

06.03.2013, 19:58 Uhr

Zitat : Vattenfall streicht 1500 Stellen in Deutschland

Da wird wohl jetzt der Bedarf an Hochqualifizierten gedeckt...??!!!
Die überfluten jetzt das Land !

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