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19.02.2014

13:11 Uhr

Energiemarkt

Versorger Iberdrola sucht Heil im Ausland

Der angeschlagene Energieversorger Iberdrola will zurück in die Erfolgsspur. Mit Auslandsinvestitionen will das Unternehmen Schulden abbauen. An der Börse macht sich der Strategiewechsel schon bemerkbar.

Iberdrola-Chef Ignacion Galan sucht das internationale Geschäft: Mit Investitionen im Ausland will er den Schuldenberg des Unternehmens abbauen. AFP

Iberdrola-Chef Ignacion Galan sucht das internationale Geschäft: Mit Investitionen im Ausland will er den Schuldenberg des Unternehmens abbauen.

MadridDer auf dem Heimatmarkt Spanien schwer gebeutelte Energieversorger Iberdrola sucht sein Heil künftig verstärkt im Ausland. Dort sollen milliardenschwere Investitionen dem Konzern ab dem kommenden Jahr wieder zu steigenden Gewinnen verhelfen, wie das Management am Mittwoch ankündigte.

2014 wird demzufolge ein weiteres Jahr der Tränen, in dem die Eingriffe der spanischen Regierung das Ergebnis erneut nach unten drücken. Es soll zugleich aber zum Schuldenabbau genutzt werden.

„Stellen Sie sich vor, wie es uns ginge, wenn es Spanien nicht gäbe" klagte Iberdrola-Chef Ignacio Galan vor Investoren. Die heimischen Versorger leiden unter einer Schieflage im Energiemarkt. Viele haben Schuldenberge angehäuft, weil sie durch Preisregulierungen gezwungen waren, Energie unterhalb der Herstellungskosten zu verkaufen. Staatliche Finanzhilfen für die Branche wurden von der klammen Regierung gekürzt, um den Haushalt zu entlasten.

Vor diesem Hintergrund sieht Galan in einer breiteren internationalen Aufstellung die größten Wachstumschancen für Iberdrola.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Den Großteil der für die drei kommenden Jahre geplanten Investitionen von 9,6 Milliarden Euro will er in Stromnetze und Geschäfte mit erneuerbaren Energien im Ausland stecken. Das soll im nächsten Jahr die Ergebniswende bringen. Der Gewinn soll 2015 und 2016 jeweils vier Prozent zulegen. 2014 dürfte das operative Ergebnis (Ebitda) Firmenangaben zufolge weiter absacken auf 6,6 Milliarden Euro, nachdem es im vergangenen Jahr bereits um knapp sieben Prozent auf 7,2 Milliarden gerutscht war.

An der Börse in Madrid lag die Iberdrola-Aktie 0,7 Prozent im Plus. Sie hat in den vergangenen zwölf Monaten bereits 19 Prozent zugelegt.

Von

rtr

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