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17.01.2014

13:43 Uhr

Energieriese

Erste Gebote für RWE-Tochter Dea

Drei Interessenten haben sich für die RWE-Tochter Dea gefunden. Doch die von RWE erhofften fünf Milliarden Euro wird der Konzern für seine Tochter wohl nicht einstreichen. Die RWE-Aktie ist weiter unter Druck.

Das Logo von Deutschlands zweitgrößtem Energiekonzern RWE. Der Stromversorger verkauft seine Öltochter Dea. dpa

Das Logo von Deutschlands zweitgrößtem Energiekonzern RWE. Der Stromversorger verkauft seine Öltochter Dea.

DüsseldorfIm Rennen um die RWE-Tochter Dea stehen Insidern zufolge drei Bieter in den Startlöchern: Die BASF-Tochter Wintershall, der russische Milliardär Michail Fridman und ein Konsortium des US-Finanzinvestors KKR mit der Kuwait Foreign Petroleum Exploration Company (Kufpec) wollten bis Montag jeweils ein Angebot für den Öl- und Gaskonzern einreichen, erfuhr Reuters von vier mit der Sache vertrauten Personen. Die Offerten lägen bei rund vier Milliarden Euro. Finanzkreisen zufolge hatte der hochverschuldete Energieriese fünf Milliarden Euro für Dea einstreichen wollen. Die potenziellen Bieter wie auch RWE lehnten einen Kommentar ab.

Die RWE-Aktie büßte bis zum Mittag knapp zwei Prozent an Wert ein und war damit der größte Verlierer im DAX. Ein Händler kommentierte: „Der Preis scheint unterhalb des Marktwertes zu liegen. Das gefällt nicht so richtig.“ Unter Experten wird das vergleichsweise große Engagement der Dea im politisch krisengeschüttelten Ägypten als ein Problem beim Verkauf ausgemacht. Die Geschäfte in dem Land machten etwa zehn Prozent des Wertes von Dea aus, hatte ein Insider erklärt.

Welche Kraftwerke RWE abschalten will

Amer 8

Der Energieversorger RWE will in den nächsten Jahren zahlreiche Kraftwerke aus dem Markt nehmen. Darunter ist auch das Steinkohlekraftwerk Amer 8 in den Niederlanden. Die Anlage mit einer Erzeugungskapazität von 610 Megawatt soll Anfang 2016 stillgelegt werden.

Moerdijk 2

Die meisten der Anlagen, die RWE aus dem Markt nehmen will, sind Gaskraftwerke, wie etwa Moerdijk 2 in den Niederlanden. Die Anlage hat eine Erzeugungskapazität von 430 Megawatt und soll bereits Ende dieses Jahres langfristig konserviert werden.

Gersteinwerk F und Gersteinwerk G

Auch die Anlagen Gersteinwerk F und Gersteinwerk G sollen eingemottet werden. Gersteinwerk F noch in diesem Jahr und Gersteinwerk G Mitte 2014. Die Gaskraftwerke haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 355 Megawatt und stehen in Deutschland.

Weisweiler H und Weisweiler G

Weisweiler H und Weisweiler G arbeiten ebenfalls mit Gas. Die deutschen Kraftwerke haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 270 Megawatt und sollen bis Oktober 2013 langfristig konserviert werden.

Emsland B und Emsland C

Die deutschen Gaskraftwerke Emsland B und Emsland C haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 360 Megawatt und sollen bis Mitte 2014 zumindest in den Sommermonaten abgeschaltet werden.

RWE-Chef Peter Terium hatte Dea im März vergangenen Jahres ins Schaufenster gestellt. Der durch die Atomwende unter Druck geratene und mit mehr als 30 Milliarden Euro verschuldete Konzern will mit dem Verkaufserlös Luft für Investitionen in Wachstumsfelder bekommen.

RWE Dea mit Sitz in Hamburg und rund 1400 Mitarbeitern ist in 14 Ländern vertreten, darunter Deutschland, Großbritannien, Norwegen und Ägypten. Das Unternehmen hält Anteile an rund 190 Öl- und Gaslizenzen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. 2012 fuhr die RWE-Tochter einen Betriebsgewinn von 685 Millionen Euro ein - gut ein Zehntel des Konzerngewinns.

Von

rtr

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