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22.01.2015

13:33 Uhr

Energieunternehmen Verbund

Konzern verbessert Ergebnis mit Wasserkraft

Dass viel Regen fiel, spülte Geld in die Kassen: Das Energieunternehmen Verbund setzt auf Wasserkraft und konnte so die kostenlose Zusatzleistung von Inn und Donau nutzen. Doch das Hoch hatte auch noch andere Gründe.

Verbund betreibt viele Wasserkraftwerke – deshalb konnten sie 2014 von vielen hoch stehenden Flüssen wie etwa der Donau profitieren.

Verbund betreibt viele Wasserkraftwerke – deshalb konnten sie 2014 von vielen hoch stehenden Flüssen wie etwa der Donau profitieren.

WienDie gute Auslastung seiner Wasserkraftwerke und die Früchte des laufenden Sparprogramms haben dem Energiekonzern Verbund zu einem unerwartet hohen Gewinn verholfen: Im vergangenen Jahr lag das Betriebsergebnis (Ebitda) voraussichtlich bei rund 800 Millionen Euro und nicht wie angekündigt bei 770 Millionen Euro, teilte der teilstaatliche Konzern am Donnerstag mit. Der bereinigte Konzerngewinn sei auf 210 Millionen Euro gestiegen und übertreffe damit ebenfalls die Prognose von 190 Millionen Euro. Damit dürfen die Aktionäre auch auf eine höhere Dividende hoffen als zuletzt - die Hälfte des Gewinns soll an sie ausgeschüttet werden. An der Börse drehte die Verbund-Aktie daraufhin ins Plus und gewann rund ein Prozent an Wert.

Verbund hat im Schlussquartal vom hohen Wasserstand vieler Flüsse profitiert: Das Unternehmen betreibt über hundert Laufwasserkraftwerke an großen Flüssen wie der Donau oder dem Inn. Je mehr Wasser dort fließt, umso mehr Strom kann der Konzern erzeugen. Zudem kamen die Speicherkraftwerke, die Verbund nach Bedarf hinzuziehen kann, mehr zum Einsatz.

Ein weiterer Grund für die unerwartet hohen Gewinne sei das laufende Sparprogramm, das unter anderem den Abbau hunderter Stellen vorsieht. Zudem wirkte sich ein Bewertungsgewinn bei Kraftwerken positiv aus. Seine Wärmekraftwerke musste Verbund jedoch weiter abschreiben, was das Betriebsergebnis (Ebitda) schmälerte.

Wieviel Erneuerbare die Energieversorger haben

RWE

Laut einer Studie, die die Umweltschutzorganisation Greenpeace Ende Februar 2014 veröffentlichte, hat von RWE in Europa produzierter Strom einen Anteil von Wasserkraft von 2 Prozent und einen Anteil von anderen Erneuerbaren Energien von weiteren zwei Prozent. Die Zahl bezieht sich auf die tatsächlich erzeugte Strommenge, nicht auf die Kapazitäten.

Eon

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon produziert insgesamt drei Prozent seines in Europa hergestellten Stroms aus Erneuerbaren Energien inklusive Windkraft und steht damit im Vergleich schlechter da als Konkurrent RWE.

Vattenfall

Der schwedische Konkurrent Vattenfall produzierte insgesamt vier Prozent seines Stroms in Europa mithilfe regenerativer Energiequellen.

EnBW

EnBW steht im Vergleich der großen vier Energieversorger in Deutschland am schlechtesten da. Das Unternehmen gewinnt nur insgesamt zwei Prozent seines Stroms europaweit aus erneuerbaren Quellen.

Trotz des unerwartet guten Schlussquartals verdiente Verbund 2014 deutlich weniger als im Jahr davor. 2013 erwirtschaftete die Firma ein Ebitda von 1,3 Milliarden sowie ein bereinigtes Konzernergebnis von 385 Millionen Euro. Die Aktionäre erhielten eine reguläre Dividende von 55 Cent sowie eine Sonderdividende von 45 Cent - nach dem Verkauf des Türkeigeschäfts an den deutschen Versorger E.ON.

Danach machten dem Unternehmen aber sinkende Strompreise durch Überkapazitäten sowie Wertberichtigungen zu schaffen. Im Jahresverlauf hatte Verbund seine Gewinnprognose zunächst gesenkt und dann im Herbst erhöht. Details zum Jahresergebnis 2014 will Verbund am 11. März veröffentlichen.

Von

rtr

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