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17.02.2015

18:01 Uhr

Energieverbrauch

Prognose sieht Energiedarf weiter steigen

Die Welt schluckt immer mehr Energie, besonders Asien hat großen Appetit. Das ergibt eine Studie des britischen Ölkonzerns BP für die nächsten 20 Jahre. Auf der Strecke bleiben könnte der Klimaschutz.

Ein Report des britischen Ölkonzerns BP sieht den Energiebedarf in den nächsten 20 Jahren weltweit drastisch steigen. dpa

Studie zu Energiebedarf

Ein Report des britischen Ölkonzerns BP sieht den Energiebedarf in den nächsten 20 Jahren weltweit drastisch steigen.

LondonDer Durst nach Energie rund um den Erdball wächst und wächst. 2035 wird auf der Erde mehr als ein Drittel mehr Energie verbraucht werden als heute, schreibt der britische Energiekonzern BP in einem Ausblick, der in der Branche als Standardwerk gilt. Jedes Jahr gehe der Bedarf um 1,4 Prozent nach oben.

Da die fossilen Energieträger wie Öl, Kohle und vor allem Gas zwar weiter wachsen, im gesamten Energiemix leicht an Bedeutung verlieren und erneuerbare Energien zulegen, steigt der Ausstoß an Kohlendioxid der Prognose zufolge um rund 25 Prozent.

„Das ist signifikant mehr als alle Pläne zum Erreichen des Zwei-Grad-Ziels bei der Erderwärmung vorgeben“, sagte BP-Vorstandschef Bob Dudley am Dienstag bei der Vorstellung des Berichtes in London. Der BP-Chef forderte daher die Politiker in aller Welt auf, deutliche Schritte zu unternehmen, um die Klimaziele nicht aus den Augen zu verlieren.

„Wir brauchen einen vernünftigen Preis für Kohlendioxid“, sagte Dudley. Es reiche bei der Klimapolitik nicht mehr, eine Handlungsoption anzustreben. „Es bedarf mehrerer Optionen“, betonte er.

Während in westlichen Ländern vor allem durch Effizienzsteigerung die Nachfrage eher sinken werde, wachse sie in den beiden bevölkerungsreichsten Ländern China und Indien stark, heißt es in dem Ausblick. „Praktisch das komplette Wachstum kommt aus den asiatischen Nicht-OECD-Ländern“, sagte BP-Chefvolkswirt Spencer Dale.

Die Klimapolitik der Bundesländer

Rheinland-Pfalz

Mit Rheinland-Pfalz gibt sich das dritte Bundesland ein Klimaschutzgesetz mit festen CO2-Einsparzielen – nach Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Hamburg

...hat bereits seit 1997 ein Klimaschutzgesetz, das Maßnahmen zum Energiesparen, aber kein eigenes Klimaziel formuliert. Mit einem „Masterplan Klimaschutz“ von 2013 sollen die nationalen Ziele umgesetzt werden.

Berlin

...will bis 2050 klimaneutral werden. Ein Energiewendegesetz liegt im Entwurf vor. Es sieht CO2-Minderungsziele bis 2020 (-40%), 2030 (-60%) und 2050 (-85%) vor (zu 1990) und soll noch in diesem Jahr Senat und Abgeordnetenhaus passieren.

Bremen

...soll Anfang 2015 ein Klimaschutzgesetz bekommen. Im Entwurf steht, dass der CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent sinkt (zu 1990).

Niedersachsen

...hier will Rot-Grün bis „Mitte der Legislatur“ (2015) ein Gesetz vorlegen, die Vorarbeiten laufen. Die Regierung arbeitet auch an einem Klimaziel, ein Runder Tisch soll bis zum ersten Quartal 2015 Ergebnisse liefern.

Schleswig-Holstein

...prüft derzeit das Für und Wider eines eigenen Energiewende- und Klimaschutzgesetzes. Kabinett und Landtag sollen Ende 2014 eine Empfehlung abgeben.

Bayern

...will die jährlichen CO2-Emissionen bis 2020 auf deutlich unter sechs Tonnen pro Einwohner reduzieren. Der Ökostromanteil (Verbrauch) soll bis 2021 auf 50 Prozent steigen.

Sachsen

...hat in einem „Energie- und Klimaprogramm“ festgelegt, dass der jährliche CO2-Ausstoß des Nicht-Emissionshandelssektors bis 2020 um 25 Prozent gegenüber 2009 sinken soll.

Brandenburg

...hat 2012 eine „Energiestrategie 2030“ beschlossen, die festschreibt, dass der CO2-Ausstoß bis dahin um 72 Prozent gesenkt werden soll (zu 1990). Mit einem Vorstoß für ein eigenständiges Gesetz scheiterten die Grünen dieses Jahr im Landtag.

Thüringen

...hier fiel ein Klimaschutzgesetz der Grünen im Juni im Landtag durch. Verschiedene Ziele zur Energieeffizienz und zum Ausbau der erneuerbaren Energien sollen aber helfen, den Treibhausgas-Austoß im Vergleich zu 2010 bis 2020 um 10 Prozent zu reduzieren.

Hessen

...hier hat sich Schwarz-Grün im Koalitionsvertrag generell auf Klimaziele verständigt. Diese sollen eher nicht mit einem Gesetz, sondern in einem Konzept mit Einzelmaßnahmen umgesetzt werden.

Mecklenburg-Vorpommern

...feilt an einem Landesenergiekonzept, das auf erneuerbare Energien setzt. Vorläufer sind ein Klimaschutzkonzept (1997) und ein Aktionsplan Klimaschutz (2010).

Saarland

...hat ein Klimaschutzkonzept von 2008 und will 20 Prozent des eigenen Stromverbrauchs bis 2020 aus erneuerbaren Energien decken. Ein Einsparziel gibt es nicht. Der Landtag will aber prüfen lassen, ob ein eigenes Klimaschutzgesetz lohnt.

Sachsen-Anhalt

...hält ein solches Gesetz für „überflüssig und kontraproduktiv“ und sieht keinen Sinn in einem Landes-Klimaziel. Das Umweltministerium verweist auf die Erfolge beim Ausbau der erneuerbaren Energien und bei der Reduktion des CO2-Ausstoßes.

Bei den fossilen Energieträgern, die zwei Drittel des Gesamtwachstums abbilden, würden vor allem Schieferöl aus den USA sowie Gas wachsen. „Die traditionellen Energieflüsse verschieben sich“, sagte Dudley. Bisher seien Öl und Gas vor allem in östlichen Ländern, etwa in der arabischen Welt oder in Russland, produziert und im Westen konsumiert worden. Künftig werde Energie verstärkt im Westen produziert und in östliche Länder wie China und Indien transportiert.

Die USA sollen noch in diesem Jahr zum Netto-Exporteur von Öl werden. Allerdings werde der Schieferboom, wie er gegenwärtig in den Vereinigten Staaten zu sehen ist, nicht auf den Rest der Welt überschwappen. „Ich sehe nicht einen weltweiten Roll-Out des Schiefer-Öls“, betonte Dudley.

Von

dpa

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