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01.07.2013

15:43 Uhr

Energy Awards

Neue Impulse für die Energiewende

VonDana Heide

Wird Deutschland von der Pionierrolle beim Umstieg auf erneuerbare Energien profitieren? Nur, wenn es rasch Korrekturen gibt, glauben die Teilnehmer des Round Tables zur Energiewende.

„Wir diskutieren heute in Deutschland fast nur noch über die Kosten“: Stephan Reimelt, Chef von GE Energy Germany, beim Round Table zur Energiewende.

„Wir diskutieren heute in Deutschland fast nur noch über die Kosten“: Stephan Reimelt, Chef von GE Energy Germany, beim Round Table zur Energiewende.

Vom 41. Stock im Operntum ließe sich Frankfurt gut überschauen - läge da nicht dieser trübe weiße Schleier über Teilen der Stadt. Die Finanzhauptstadt Deutschlands ist in Nebelschwaden gehüllt.

Es hätte keinen besseren Tag für das erste Treffen des Vorstands der Energy Academy, dem neuen vom Handelsblatt und General Electric initiierten Think-Tank für die Energiewirtschaft, geben können. Denn derzeit ist es mit der Energiewende ein wenig so wie mit dem Wetter an diesem Tag. Von oben sieht alles noch überschaubar aus, aber geht man ins Detail, legt sich ein Schleier über das Blickfeld, es wird plötzlich unscharf, und man verliert die Orientierung.

Die Energy Academy soll 70 Experten aus Wirtschaft, Forschung und Politik zusammenbringen, um sich über die Zukunft der Energiewirtschaft auszutauschen. Und Grund genug zur Diskussion gibt es allemal. „Wir haben den Fokus der Energiewende verlassen. Wir bewegen uns heute auf Nebenkriegsschauplätzen“, klagt Stephan Reimelt, Vorsitzender des Acadamy-Vorstands und Chef von GE Energy Deutschland, während des ersten Round-Table-Gesprächs. Mit am Tisch sitzen Matthias Wendel, Deutschand-Chef des dänischen Versorgers Dong, Olaf Heil, bei RWE zuständig für neue Technologien, Georg Erdmann, Professor für Energiesysteme an der Technischen Universität Berlin, Jens Raschke, Partner der Unternehmensberatung Bearing Point, und Kai-Uwe Pirweck, Geschäftsführer des Leuchtenherstellers Zumtobel in Deutschland.

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„Wir diskutieren heute in Deutschland fast nur noch über die Kosten“, sagt Reimelt weiter. Das eigentliche Ziel, den Umbau der Energiewirtschaft, sei dabei aus den Augen verloren gegangen.

Und tatsächlich, in den vergangenen Wochen las man vor allem von Zahlen, die die finanziellen Belastungen durch die Energiewende wiedergeben sollen. Umweltminister Peter Altmaier etwa schätzte die Ausgaben für die Energiewende bis 2030 auf eine Billion Euro. „Wir schauen jetzt zum ersten Mal der Wahrheit ins Auge“, sagt Energie-Professor Erdmann. Früher sei behauptet worden, dass die Energiewende nichts koste, das habe sich inzwischen geändert.

Kommentare (7)

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vandale

01.07.2013, 16:06 Uhr

Es wird nebulös davon gesprochen, dass Deutschland von der "Energiewende" profitieren könne. Vermutlich ist die Runde gemeint die diverse Produkte im Portfolio hat.

Es wird auch von einer Pionierrolle gesprochen. Wer möchte denn Deutschland folgen?

Für den Verbraucher bedeutet die "Energiewende" ein Desaster.

Die Politik wird die Freistellung der Unternehmen von Teilen der Kosten "Erneuerbarer" Energie früher, oder später kippen. Die Grundstoffbranchen, Stahl, Zement, Metall, teilw. Chemie, wandern ab. Darauf aufbauende Branchen folgen mit Verzögerung, die F&E folgt.

2013 werden die Kosten für die EEG Vergütungen ca. 25 Mrd. € erreichen. Hinzu kommen Kosten für den Netzausbau, Subventionen durch 1% KfW Darlehen, Subventionen über den EKF, insgesamt ca. 30 Mrd. €.

Die "Erneuerbaren" tragen keine Verantwortung für die Netzstabilität. Den Schaden/Kosten tragen bisher die Kraftwerksbetreiber. Die Betriebsstunden moderner Grosskraftwerke sind mittlerweile zu niedrig um die Vollkosten zu decken und werden weiter sinken. Die Betreiber werden die Kosten künftig nicht mehr tragen können. Man wird die Kapazität vergüten müssen. 100.000 MW fossiler Kraftwerke mit 2 - 3GW Ersatzbauten/a macht 10 - 14 Mrd. €/a.

Die Speicherkraftwerke erreichen mit den unregelmässigen Stromüberschüssen/Mangel keine Wirtschaftlichkeit mehr. Diese werden jedoch benötigt. Subventionsbedarf ca. 2 - 3 Mrd. €. Ein Zubau an Speicherkapazität würde entsprechende Kosten addieren.

Der Zubau nutzloser und umweltschädlicher Solaranlagen und Windmühlen geht ungebremst weiter, die EEG Vergütungen steigen.

Man kann die gesamten Zusatzkosten einer nach ökoreligiösen Kriterien betriebenen Stromversorgung ohne Industrieverlust/Verbrauchsreduzierung auf ca. 60 Mrd. €/Jahr, entsprechend 1500 €/a Haushalt netto, bzw. inklusive Gemeinkosten, Marge, MwSt. 3000€/a Haushalt schätzen.

Vandale

laika0231

01.07.2013, 17:41 Uhr

Leider wird beim Thema Energiewende immer nur über den Stromsektor gesprochen. Dieser macht jedoch primärenergetisch weniger als 30 % aus. Kein Wort über die umstellung der Wärmeversorgung von Gas und Öl auf erneuerbare Energieträger, geschweige denn über die Herausforderungen bei der Umstellung von Benzin und Diesel auf regenerativ erzeugte Kraftstoffe im mobilen Bereich.
Es ist offensichtlich, dass sich die Besitzstandswahrer im Bereich der Stromerzeugung formieren, um die ungeliebten Erneuerbaren Energien, die den konventionellen Erzeugern in den letzten Jahren erhebliche Marktanteile weggenommen haben, auszubremsen. Dass die Energiewende nicht zum Nulltarif zu haben sein würde war von Anfang an klar. Das war bei der Kernenergie nicht anders. Allerdings fehlt es in der Politik an langfristigem Denken, insbesondere an einem Masterplan zur Umsetzung der Energiewende. Dass die Wirtschaft nicht an einem Strang ziehen wird war - aufgrund der unterschiedlichen Interessenslage speziell bei den etablierten Anbietern von Strom, Wärme und Verbrennungsmotoren zu erwarten. Ein zurück von der Energiewende kommt Deutschland jedoch erheblich teurer zu stehen als ein konsequentes Umschwenken auf Erneuerbare Energien. Zumal die anfänglichen Kosten der Energiewende im Vergleich zu den Kosten der Wiedervereinigung oder der Bankenkrise vertretbar sind.

Account gelöscht!

01.07.2013, 17:58 Uhr

2007 haben die EU-27-Miglieder für sich beschlossen bis 2020 einen Anteil von 20% der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch zu erreichen.
Der Entwicklungsstand 2011 zeigt die Länder mit dem höchsten Bruttoendenergieverbrauch aus erneuerbaren Quellen.
Schweden 46,8%
Lettland 33,1%
Finnland 31,8%
Österreich 30,9%
In nackten Zahlen erreichte Deutschland 12,3% !!
Also losjubeln:
„Diese Blaupause können wir in keiner anderen Volkswirtschaft umsetzen“, betont Reimelt die Einzigartigkeit der German Energiewende.
(Mir ist nicht bekannt ob das Zynismus ist.)

Die besondere Art eine Nicht-Leistung darzustellen kommt aus den Reihen der FDP. Nach einem internem Papier aus Brüssel, wird der Versuch die LKW-Maut als Maßnahme zur Energieeffizienz sich anrechnen zu lassen, wohl abgewiesen werden.
Quelle:
Europäische Kommission / eurostat 2013

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