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09.01.2008

14:53 Uhr

Entschädigung

Deutsche Enron-Aktionäre erhalten Entschädigung

Deutsche Enron-Aktionäre profitieren von einer Sammelklage gegen den ehemaligen US-Energiehändler Enron. Im Jahr 2001 war Enron, nach einem der spektakulärsten Fälle von Bilanzmanipulation in den USA, zusammengebrochen. Der US-Wirtschaftsskandal führte dazu, dass die Aktien, Optionen und Anleihen tausender Privatanleger wertlos wurden.

scc FRANKFURT. Im Herbst vergangenen Jahres hatte ein US-Gericht der Sammelklage geschädigter Aktionäre entsprochen und entschieden, dass diese Anspruch auf über 7,2 Mrd. Dollar haben. "Nun haben deutsche Anleger erstmals die Möglichkeit, von dem Geldsegen zu profitieren", sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Der Fall Enron gilt als einer der größten US-Wirtschaftsskandale überhaupt und führte dazu, dass die Aktien, Optionen und Anleihen tausender Privatanleger wertlos wurden. "The Worlds Greatest Company", wie sich Enron gerne selbst bezeichnet hatte, hatte über Jahre hinweg Gewinne zu hoch ausgewiesen und am 2. Dezember 2001 Insolvenz angemeldet. Eine noch bestehende Nachfolgefirma ist mit der Abwicklung von Rechtsstreitigkeiten, der Rückzahlung von Schulden und dem Verkauf der restlichen Firmenanteile beschäftigt.

Anders als nach der deutschen Rechtssprechung können nach US-Recht auch geschädigte Anleger von einer Sammelklage profitieren, die nicht direkt als Kläger dort aufgetreten sind. Voraussetzung ist, dass sie ihre Papiere in einer bestimmten Frist (Class Period) gekauft haben, die in diesem Fall vom 9. September 1997 bis zum 2. Dezember 2001 reicht. Sie müssen lediglich das "Proof of claim and release-Formular" ausfüllen und dies zusammen mit ihren Unterlagen bis spätestens zum 30. April 2008 an den Administrator des Entschädigungsfonds in den USA schicken. Informationen zum genauen Vorgehen finden deutsche Anleger unter der Web-Adresse "www.sammelklagen-info.de".

Sind alle Angaben korrekt, könnten Anleger im Schnitt mit einem Betrag von 6,79 Dollar je Aktie rechnen, schätzt das zuständige US-Gericht. Dies gilt jedoch nur dann, wenn tatsächlich 100 Prozent aller Geschädigten ihre Ansprüche anmelden. "In der Regel liegt die Anmeldequote bei solchen Verfahren lediglich zwischen 40 und 50 Prozent, was die Zahlung pro Aktionär nochmals deutlich erhöhen würde", sagt DSW-Geschäftsführer Ulrich Hocker. Allerdings hatte die Enron-Aktie 2001 vor dem Zusammenbruch in der Spitze rund 90 Dollar gekostet.

Abhängig ist die Entschädigungssumme auch von dem Datum, an dem die Papiere gekauft wurden. Je näher das am Insolvenzdatum 2. Dezember 2001 liegt, desto höher ist die mögliche Entschädigung.

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