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18.12.2013

20:32 Uhr

Entscheidung getroffen

Roland Berger bleibt eigenständig

Roland Berger wird nicht verkauft. Die Partner der Unternehmensberatung haben sich eindeutig für die Eigenständigkeit entschieden. Im Gespräch war vorher auch eine Fusion mit Ernst & Young.

Die Beraterfirma des Gründers Roland Berger hat eine eindeutige Entscheidung getroffen. dpa

Die Beraterfirma des Gründers Roland Berger hat eine eindeutige Entscheidung getroffen.

FrankfurtDie Unternehmensberatung Roland Berger hat sich nach monatelangen Verhandlungen mit Konkurrenten gegen einen Verkauf entschieden. Mit überwältigender Mehrheit hätten sich die 250 Partner dafür ausgesprochen, eigenständig zu bleiben, teilte die Unternehmensberatung am Mittwochabend mit. „Unsere Kunden wünschen uns als unabhängige Stimme im ansonsten rein US-amerikanischen Wettbewerb”, sagte Vorstandschef Burkhard Schwenker.

Die Münchner Unternehmensberatung, die deutlich kleiner ist als viele Wettbewerber, hatte seit langem einen Zusammenschluss mit einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ausgelotet. Nachdem PricewaterhouseCoopers (PwC) und Deloitte abgewunken hatten, liefen bis zuletzt noch Gespräche mit Ernst & Young.

Die größten Beratungsunternehmen in Deutschland

Berater in Deutschland

Unternehmensberatungen sind gefragt wie nie. In Deutschland hat sich der Branchenumsatz seit 2010 jährlich um zwei Milliarden Euro auf zuletzt 22,3 Milliarden Euro erhöht. Der Wunsch der Kunden lautet häufig Betriebsoptimierung, manchmal aber auch Schadensbegrenzung. Die Liste zeigt die acht größten in Deutschland aktiven Beraterfirmen.

Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater

Platz 8

Deloitte mit hiesigem Sitz in Düsseldorf setzte 2012 in Deutschland 275 Millionen Euro um. Die Mitarbeiterzahl beläuft sich auf 1405.

Platz 7

Die US-amerikanische Strategieberatung Oliver Wyman füllte die eigenen Kassen 2012 mit einem Umsatz von 280 Millionen Euro. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen 730 Mitarbeiter. Die Kunden der Firma kommen aus den verschiedensten Branchen etwa Verkehr, Energie und Industrie. Insgesamt lassen sich in Deutschland am meisten Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes von Beratern unter die Arme greifen. Finanzdienstleister und Firmen, die aus öffentlicher Hand finanziert werden, sind ebenfalls häufig Kunden.

Platz 6

Die irische Beratungsfirma Accenture setzte im vergangenen Jahr 296 Millionen Euro um (825 Beschäftigte). Generell ist die Umsatzentwicklung innerhalb der Branche bis auf eine minimale Ausnahme in 2009 stetig gestiegen. Erwirtschafteten Managementberater 2003 noch 12,2 Milliarden Euro, stieg der Umsatz im vergangenen Jahr in Deutschland um zehn Milliarden auf 22,3 Milliarden Euro.

Platz 5

Der US-Riese Price-Waterhouse-Coopers erwirtschaftete 2012 in Deutschland 315 Millionen Euro – mit 1470 Beschäftigten. Die Kundenliste der Beratungsgruppe ist alles andere als schlecht besetzt: Bayer, Lufthansa und Lanxess sind einige Namen.

Platz 4

KPMG machte in Deutschland 403 Millionen Euro Umsatz. Der Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater ist weltweit aufgestellt. Großkunden sind keine geringeren als Adidas und BMW. In Deutschland betreuen 2150 Mitarbeiter die Belange der Firmen.

Platz 3

Die deutsche Unternehmensberatung Roland Berger machte 2012 445 Millionen Euro Umsatz. Die Firma benannt nach ihrem Gründer und Unternehmer Roland Berger beschäftigt 1250 Mitarbeiter.

Platz 2

The Boston Consulting Group – mit rund 1880 Beschäftigten – berät Unternehmen seit 1963. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern 490 Millionen Euro um.

Platz 1

McKinsey machte mehr als 600 Millionen Euro Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr. Die Berater sind nicht nur in der Unternehmensberatung aktiv, sondern entwickeln auch Strategien für Parteien. So ließ sich die CDU 2003 bei einem Parteiprogramm von McKinsey unterstützen. Das Unternehmen mit deutschem Sitz in Düsseldorf beschäftigt 2300 Mitarbeiter.

„Letztlich können wir ehrlich sagen: Am besten können wir unsere Kunden bedienen, unsere Persönlichkeit als Unternehmen wahren und unsere gemeinsamen Ziele erreichen, wenn wir unabhängig bleiben”, sagte Schwenker.

Für das 1967 gegründete Unternehmen mit seinen weltweit rund 2700 Mitarbeitern ist es bereits das zweite Mal innerhalb von drei Jahren, dass ein Verkauf platzt. 2010 war eine Übernahme durch Deloitte gescheitert, weil die Münchner befürchtet hatten, dabei zuviel Eigenständigkeit zu verlieren.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Mazi

18.12.2013, 20:57 Uhr

"Roland Berger wird nicht verkauft."

Was heißt das?
Ganz einfach: unverkäuflich!

Es gibt einen Preis und darüber streitet man. Oder es gibt keinen Preis, dann kann man auch nicht darüber streiten. Dann ist ein Unternehmen einfach unverkäuflich.

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