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26.08.2012

16:21 Uhr

Erdbeben, Bürgerkrieg, Seuchen

Wie sich Manager auf Reisen schützen können

VonKristin Schmidt , Hans-Jürgen Klesse
Quelle:WirtschaftsWoche

Überfälle, Entführungen, Unfälle, Krankheiten: Geschäftsreisende leben gefährlich. Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter mit Trainings, Notfallplänen und Apps schützen können.

Wer nach Mexiko reist, braucht gute Nerven - das Land zählt zu den gefährlichsten Orten der Welt. dpa

Wer nach Mexiko reist, braucht gute Nerven - das Land zählt zu den gefährlichsten Orten der Welt.

DüsseldorfAls sie durch die düstere Tiefgarage auf dem Weg zu ihrem Auto ist, steht der Angreifer plötzlich vor ihr. Pöbelt sie an, schubst sie herum, brüllt: „Los, komm schon! Gib mir dein Geld.“ Stephanie Schwarz schlägt das Herz bis zum Hals, sie fühlt sich hilflos. Und versucht trotzdem, ruhig auf den Räuber einzureden. Schließlich gibt sie ihm ihr Geld – der Mann lässt sie gehen und verschwindet in der Dunkelheit.

Nur wenige Minuten später bekommt die 33-Jährige ihre Börse zurück und kann aufatmen: Der Überfall war nur gespielt – als Teil eines Sicherheitstrainings, das sie bei ihrem Arbeitgeber absolvierte.

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iPhone-Nutzer können sich mit der neuen Notfall-App besser vor Gefahren schützen

Die Ingenieurin arbeitet für den Spezialglashersteller Schott – seit Anfang des Jahres aber nicht mehr in der Zentrale im beschaulichen Mainz, sondern in der Nähe von Córdoba, drei Stunden Autofahrt von Mexiko-Stadt entfernt.

Um vor Ort auf etwaige Gefahren vorbereitet zu sein, startete für Schwarz zweieinhalb Monate vor Abflug ein Vorbereitungsseminar. Tipps zum Alltag gehörten genauso dazu wie das Simulieren von Ausnahmesituationen. Schließlich zählt Mexiko zu den gefährlichsten Ländern der Erde, 2011 gab es nur in Nigeria und Pakistan mehr Entführungen. „Die Opfer sollen lernen, in solchen Ausnahmesituationen richtig zu handeln“, sagt Jens Greiner, Leiter der Konzernsicherheit bei Schott. Das kann im Ernstfall Leben retten.

Kostenlos stornieren oder umbuchen

So vermeiden Sie Extrakosten

Wenn das Auswärtige Amt ausdrücklich vor Reisen in die betreffenden Regionen warnt, Sie eine Reise in dieses Gebiet gebucht haben und Ihr Abflug kurz bevorsteht, so können Sie die Reise kostenlos stornieren. Die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes stellen ein Indiz dafür dar, dass ein Fall höherer Gewalt vorliegt und die Reise gekündigt werden kann. Eine kostenfreie Stornierung ist für den Urlauber immer dann möglich, wenn ein Fall „höherer Gewalt“ vorliegt. Dies trifft dann zu, wenn die Reise durch ein unvorhersehbares Ereignis erheblich erschwert, gefährdet oder zu einem unzumutbaren Sicherheitsrisiko wird. Hierzu zählen beispielsweise politische Unruhen, Krieg, Vulkanausbrüche und Katastrophen wie die in Japan.

Kostenlos stornieren ohne Reisewarnung?

Geht Ihre Reise nicht in ein Gebiet, das von der ausdrücklichen Reisewarnung erfasst ist, so lässt sich die Frage nach einer kostenlosen Lösung vom Reisevertrag nicht so leicht beantworten. Sollten sich die Probleme hierher ausdehnen oder Versorgungsengpässe entstehen, die Ihre Reise erheblich erschweren, sind Sie auch in diesem Fall berechtigt zu kündigen. Ist Ihre Region nicht betroffen, wäre die kostenlose Kündigung oder auch das Angebot zur kostenfreien Umbuchung eine Kulanzleistung vom Reiseveranstalter.

Stornieren, obwohl der Urlaub erst in einigen Wochen ist?

Wenn Ihr Abflug nicht unmittelbar bevorsteht, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet, besteht derzeit noch kein Kündigungsrecht. In diesen Fällen müssen Sie abwarten, ob sich die Lage bis kurz vor Ihrem Abflug bessert und Sie die Reise ungefährdet durchführen können. Liegt unmittelbar vor der Abreise immer noch ein unzumutbares Sicherheitsrisiko vor, dürfen Sie kündigen, ohne dass Stornogebühren erhoben werden. Vor dem Hintergrund der unübersichtlichen Lage in Japan bieten zwischenzeitlich viele Reiseveranstalter kostenlose Umbuchungsmöglichkeiten an - auch wenn die Reise erst in einigen Wochen stattfindet. Ähnlich verfahren die Fluglinien. Anders sieht es aktuell mit Reisen nach Tunesien und Ägypten aus. Da sich dort die politische Lage wieder etwas stabilisiert hat und das Auswärtige Amt die entsprechenden Sicherheitshinweise Ende Februar entschärft hat, fliegen viele Reiseveranstalter wieder in diese Länder. Eine kostenlos Umbuchung oder Stornierung der Reise ist nicht mehr möglich. (Quelle: ADAC )

Doch nicht nur Kriminelle können Geschäftsreisenden rund um den Globus gefährlich werden – die Liste der Risiken ist lang: Terroranschläge auf öffentliche Gebäude wie vor einem Jahr in Oslo oder auf Hotels wie 2008 in Mumbai, bürgerkriegsartige Auseinandersetzungen wie zurzeit in Syrien, Naturkatastrophen wie das Erdbeben in Italien im Mai oder klassische Reiserisiken wie Krankheit oder Unfälle – wer auf Dienstreise geht, kann in viele brenzlige Situationen geraten.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

26.08.2012, 20:04 Uhr

Also ob die Manger wirklich so gefährlich leben. Ganz so kann ich mir das nicht vorstellen auch wenn ich es gut heiße dass die "armen" Manger auf Krisensituationen vorbereitet werden.

janzvolens

26.08.2012, 20:59 Uhr

"Never leave home without it!": Immer am Schluesselbund, oder warum nicht "sportlich" um den Hals eine ganz gewoehnliche Pfeife wie sie Schiedsrichter verwenden. Zumindest erprobt in Umgebungen wo der Anfaeller sofort Angst hat, dass er von anderen Menschen in der Hoerweite oder Umgebung bemerkt zu wuerde. Und das schrille unerwartete Pfeifen geht den Anfaeller blitzschnell auf seine Nerven. (Oder er vermutet einen "undercover" Agenten in die Falle gegangen zu sein, mit Kollegen in der Naehe...)

Account gelöscht!

26.08.2012, 21:13 Uhr

Der Artikel ist gut gemeint. Und damit das Gegenteil von hilfreich.

Natürlich sind speziell in der zweiten Welt mit korrupten Sicherheitskräften diese Art von Unisex-Tipps Unfug. Für weibliche Manager gelten vollkommen andere Verhaltensregeln als für männliche.

Ob man die hier im Detail diskutieren sollte, halte ich aber für fraglich. Im Artikel genannte Ansprechpartner sind allerdings nützlich.

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