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22.01.2013

19:58 Uhr

Erneuerbare-Energien-Gesetz

EnBW-Chef Mastiaux fordert EEG-Reform

ExklusivFrank Mastiaux ruft dringend zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes auf. Der neue EnBW-Chef hält es für kontraproduktiv, einzelne Erzeugungsarten übertrieben zu fördern. Das ging auch zu Lasten von EnBW.

Frank Mastiaux: „Jetzt sind wir an einem Punkt, wo es dringend reformiert werden muss.“ dpa

Frank Mastiaux: „Jetzt sind wir an einem Punkt, wo es dringend reformiert werden muss.“

BerlinDer neue Vorstandschef der EnBW, Frank Mastiaux, fordert eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). „Jetzt sind wir an einem Punkt, wo es dringend reformiert werden muss“, sagte der Chef des drittgrößten deutschen Energiekonzerns im Interview mit dem Handelsblatt. Das EEG in seiner jetzigen Form habe dafür gesorgt, dass alternative Erzeugungsarten relativ schnell einen signifikanten Marktanteil erreichen. „Es wirkt ab einem bestimmten Punkt erkennbar kontraproduktiv, einzelne Energieträger übertrieben zu fördern“, betonte Mastiaux. Der Gesetzgeber hätte das schon früher erkennen müssen, kritisierte der EnBW-Chef die Politik.

Die EnBW muss bei angespannter Finanzlage derzeit sowohl den Atomausstieg verkraften als auch in erneuerbare Energien investieren. „Die EnBW steht vor großen Herausforderungen. Ich glaube aber, dass die Veränderungen in unserer Branche noch weit über die reine Wende zu mehr erneuerbaren Energien hinausgehen werden“, sagte der Manager, der seit Oktober 2012 den Karlsruher Energieversorger führt.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Das Verhältnis von Stromerzeugern und Stromkunden werde sich grundlegend ändern. „Für mich ist die Energiewende eine Mitmach- und eine Miteinander-Machen-Bewegung.“ Die Energiekonzerne müssten ihr Geschäftsmodell überdenken, weil die Kunden künftig ihren Strom immer mehr auch selbst produzieren würden. „In Zukunft müssen wir die Wertschöpfungskette umdrehen und vom Kunden zum Kraftwerk denken“, sagte Mastiaux. Die EnBW und die gesamte Branche „müssen innovativer werden, effizienter, schneller und dialogfähiger“ werden.

Keinen Nachteil sieht Mastiaux darin, das die EnBW jeweils zu 46,5 Prozent dem Land Baden-Württemberg und den Kommunen gehört. „Jedes Energieunternehmen ist eng in die Gesellschaft und den politischen Ordnungsrahmen eingebunden, egal wie die Eigentümerstruktur aussieht und in welcher Region es sitzt. Da geht es uns wie allen anderen.“

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Selbst die Grünen in der Landesregierung sieht er nicht als Problem. „Unsere Aktionäre denken langfristig, das sehe ich aus Überzeugung auch als großen strategischen Vorteil“, betont der EnBW-Chef. Es sei doch einfacher mit einer Landesregierung und einem kommunalen Shareholder jeweils mit großem Interesse am Wohlergehen des Unternehmens auch für die Region, einen langfristig strategischen Plan zu entwickeln, als zum Beispiel mit einem eher kurzfristig orientierten Investor.

Es gebe keine Vorgaben der grün-roten Landesregierung für das operative Geschäft. „Da gibt es kein verstecktes Fahrtenbuch“, sagte Mastiaux. Davon abgesehen sei es aber auch richtig, dass die EnBW regionaler denke als global orientierte Konzerne.

Kommentare (2)

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vandale

22.01.2013, 20:28 Uhr

Im Interview zeigt eine Ratlosigkeit des ENBW Vorstandes und so gibt dieser Worthülsen und Sprechblasen zum Besten.

Der Satz.. Die Energiekonzerne müssten ihr Geschäftsmodell überdenken, weil die Kunden künftig ihren Strom immer mehr auch selbst produzieren würden. „In Zukunft müssen wir die Wertschöpfungskette umdrehen und vom Kunden zum Kraftwerk denken“,

Technisch gesehen können umweltschädliche Solaranlagen und kleine KWK Anlagen lediglich wertlosen Zufallsstrom ins Netz liefern. Zur Netzstabilität tragen diese Erzeuger nicht bei.

Aktuell erhalten die Verbraucher einen bedarfsgerechten und sehr frequenzstabilen Strom. In einem Netz dass von Millionen beliebigen Einspeisern zufällig Strom, oder nicht Strom erhält, bedürfte es einer vollständigen Abdeckung mittels sehr flexibler Reservekraftwerke. Es bedürfte zahlreicher Schwungräder, oder ähnlicher Einrichtungen um die kurzfristige Netzstabilität zu gewährleisten. Dann stellt sich die Frage ob die Partner im Europäischen Verbundnetz nicht Deutschland ausschliessen um ihre eigenen Netze nicht mit dem Ökostrom zu kontaminieren. Inzwischen haben mehrere Nachbarstaaten die Netzverbindungen mit Phasenschiebern aufgerüstet um eine Kontaminierung mit unerbetenen Ökostrom zu verhindern.

Technisch wirtschaftlich befindet sich die Stromversorgung auf einer rasanten Fahrt in den Abgrund. Nur sagen darf dies Herr Mastiaux offensichtlich nicht. Das ist wie ein Arzt der in einem islamischen Land nicht sagen darf dass Schweinefleisch essbar ist. Kritik an der Ökoreligion ist ein Tabu.

Vandale

Thomas

22.01.2013, 20:54 Uhr

1. Die so genannte Energiewende ist Technisch wissenschaftlicher Unsinn d.h. machbar ist die Energiewende nicht.
2. Umweltschutz ist dei Energiewende auch nicht.
Wenn wir 10tausende von Windrädern bauen und Monokulturen von Mais für Biogas anpflanzen sowie übers EEG kleinwasserkraftwerke fördern und bauen die Fische beim Fluss ab wandern schröddern, zertrümmert die Natur die wir ja eigentlich durch Umweltschutz mit Sinn und Ziel schützen wollten und sollten.
Aber um was geht es eigentlich bei der Energiewende und dem EEG.
Bei diesen auswirkungen kann es nur noch um Politische Ideologe und Abzokke der anderen gehen.
Damit ist das EEG aber als Korruptes Gesetz entlarft.

Und Korrupte Gesetze können nur ersatzlos abgeschaft werden.

Es muß so schnell wie nur möglich zur vernünftigen Energie Politik ohne förderung von so gennanten erneuerbaren zurück geckert werden um noch grösseren Schaden abzuwenden.
Da allerdings Rot Grün weiter an boden gewinnt dürften wir vergebens auf vernunft hoffen.

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