Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.05.2014

14:55 Uhr

Erpresserbriefe

Morddrohungen gegen Maschmeyer

Erpresser nehmen Carsten Maschmeyer ins Visier. Sie drohen dem Finanzunternehmer sogar mit dem Tod - sollte er seine Klage gegen einen umstrittenen Investmentfonds nicht zurückziehen.

Morddrohungen gegen Maschmeyer

„Ich lass mich von den Drohungen nicht einschüchtern“

Morddrohungen gegen Maschmeyer: „Ich lass mich von den Drohungen nicht einschüchtern“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfMit seiner Klage gegen den Investmentfonds „Sheridan“ hat Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer sich offenbar Feinde gemacht. Wie die „Bild“ berichtete, sollen in den vergangenen drei Wochen zwei Drohbriefe an Maschmeyers Büro geschickt worden sein.

Darin fordern die Erpresser, dass Maschmeyer seine Klage seine Schadenersatzforderung zurücknehmen soll. Ansonsten werde er das Urteil nicht mehr erleben, heißt es weiter. Man wisse, wo er sich aufhalte und mit wem er sich treffe. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Hannover bestätigte am Freitag den entsprechenden Bericht.

Maschmeyer klagt derzeit auf 14 Millionen Euro Schadenersatz. Die Schweizer Privatbank Sarasin hatte ihm ein 40-Millionen-Euro-Paket des umstrittenen Investmentfonds verkauft, doch bisher bekam Maschmeyer nur 26 Millionen wieder ausgezahlt. In einer eidesstattlichen Erklärung versicherte Maschmeyer, dass die Bank ihm eine Rendite von acht bis zehn Prozent in Aussicht gestellt habe. Im schlechtesten Fall müsse er einen Verlust von zwei Prozent hinnehmen.

Was Maschmeyer in seinem Buch schreibt (1)

Das Buch

AWD-Gründer und Milliardär Carsten Maschmeyer ist unter die Buchautoren gegangen. "Selfmade - erfolg reich leben" (Ariston Verlag) ist keine Autobiografie, sondern ein Ratgeber. Die ersten Auszüge hatte die Bild-Zeitung veröffentlicht - hier die wichtigsten Ausschnitte.

Seine Ausbildung

Meine Ausbildung, rückblickend auf den Punkt gebracht, bestand eigentlich nur aus zwei Fächern: Hauptfach Beziehungen, Nebenfach Sachthemen. Persönlich ging bei mir immer vor geschäftlich.

Sein Ratschlag

Die Fähigkeit zur Kommunikation und zur Bildung von Netzwerken ist heute entscheidend für den beruflichen Erfolg und ein spannendes, abwechslungsreiches Leben. In einer von E-Mails und SMS, Chatportalen und virtuellen Communitys beherrschten Zeit wird es immer wichtiger, über viele und tragfähige Kontakte zu verfügen

Seine Freunde

Oftmals sind die mächtigsten und bekanntesten Personen einer Berufsgruppe gar nicht unbedingt intelligenter oder qualifizierter als der Durchschnitt – sie haben einfach mehr Kontakte und bessere Beziehungen, die sie meist seit langer Zeit pflegen und wechselseitig nutzen.

Vitamin B wichtiger als Arbeit

Häufig ist Beziehungsarbeit lohnender als rein fachliche Arbeit. Frei nach der Parole: „Der Kluge kennt alles, der sehr Kluge kennt alle.“ Ich kenne sogar Personen, die einzig wegen ihrer Netzwerke, Kontakte und Beziehungen einen begehrten, gut bezahlten Job bekommen haben.

Interessante Jobs finden

Interessante Jobs findet man heutzutage viel eher durch die Nutzung von Netzwerken als durch Print- oder Internet-Stellenanzeigen. Viele Statistiken belegen, dass die meisten Menschen ihre Jobs durch persönliche Beziehungen finden. Machen Sie sich also nichts vor: 

Über Politiker

Das gilt umso mehr für Politiker: Ihr Erfolg hängt auch von ihrem Netzwerk, von ihren Beziehungen ab. Man wird kaum in den Ortsbeirat gewählt, wenn man keine guten Verbindungen hat. Als Politiker brauchen Sie – gerade in Ihrer Partei – die richtigen Unterstützer, die sich für Sie einsetzen und propagieren, warum die Leute Sie wählen sollen.

Über Gerhard Schröder

Wenn man den Ministerpräsidenten Gerhard Schröder kennengelernt hat und er schließlich Bundeskanzler wird, dann lernt man fast ganz automatisch andere SPD-Politiker wie Stephan Weil, unseren Oberbürgermeister, und sogar Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel kennen.

Aus der Sicht von Maschmeyer liegt darum eine „vorsätzliche Täuschung“ bei der Beratung über das Investment in einen Fonds vor. Er wartet seit rund zweieinhalb Jahren auf die Rückzahlung von mehreren Millionen Euro.Zudem beklagt er gegenüber der Bank, dass der fragliche Fonds auf umstrittenen Dividenden-Stripping-Geschäften beruhe, die derzeit in mehreren Verfahren schon Gerichte beschäftigen. „Die Bank hat zugesichert, dass es sich um ein sicheres, seriöses und legales Geschäft handelt und verweigert seit Herbst 2011 die vollständige Auszahlung des Anlagebetrags.“

Dafür hatte sich Maschmeyer auch mit anderen Anlegern verbündet. „Die Anwälte der Geschädigten arbeiten jetzt in dem Fall zusammen und tauschen Dokumente aus“, sagte Maschmeyer dem Handelsblatt. Es ginge um ein Anlagevolumen von rund 300 Millionen Euro verteilt auf rund 50 Kunden.

Von den Drohungen will sich Maschmeyers nach Informationen der „Bild“ nicht einschüchtern lassen, er wolle an der Klage festhalten, heißt es aus seinem Umfeld. Außerdem wurde die Sicherheit verstärkt: Maschmayer und seine Familie werden nun rund um die Uhr bewacht.

Von

bay

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

16.05.2014, 13:55 Uhr

Da ist der Maschmeyer wohl einer Betrügerbank aufgesessen. Schließlich wimmelt es im Netz vor Warnungen der Bank Sarasin. Wer sich mit denen einlässt ist selber Schuld.

Account gelöscht!

16.05.2014, 15:04 Uhr

wenn ein betrüger an einen Betrüger gerät, dann gerät alles ausser Kontrolle. mein Bedauern hält sich dabei aber sowas von in grenzen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×