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26.06.2014

09:00 Uhr

Essen von der Stange

Italo-Kette Vapiano bekommt mehr Konkurrenz

Die einen servieren überall den gleichen Salat, andere bieten standardisierte Wok-Gerichte an: Gastro-Ketten wollen den deutschen Restaurantmarkt erobern. Die Anbieter drängen vor allem in eine Nische - die von Vapiano.

Vapiano – frisches Fast Food mit Restaurant-Charakter: Fast 18 Millionen Gäste verköstigt die Kette in Deutschland jährlich mit Pasta und Pizza. dpa

Vapiano – frisches Fast Food mit Restaurant-Charakter: Fast 18 Millionen Gäste verköstigt die Kette in Deutschland jährlich mit Pasta und Pizza.

StuttgartTausende knurrende Mägen warten täglich auf ein Brummen. Damit nämlich signalisiert ein kleines, eckiges Gerät bei der Gastronomiekette Vapiano: Essen ist fertig. Frisches Fast Food mit Restaurant-Charakter - das ist das Konzept des Italo-Anbieters, der hierzulande zuletzt fast 18 Millionen Gäste jährlich mit Pasta und Pizza verköstigte. Nun wollen weitere Gastronomen ein Stück davon abhaben - und drängen in die Nische von Vapiano.

„Das ist der große Wachstumsmarkt der nächsten Jahre“, sagt Branchenexpertin Gretel Weiß von der Fachzeitschrift Food Service voraus. Sie erwartet in der Systemgastronomie in den kommenden Jahren zweistellige Wachstumsraten. 2013 machte die Branche allein 11,8 Milliarden Euro Umsatz - Tendenz steigend. Das geht aus der jährlichen Erhebung des Branchenmagazins hervor, auf die auch der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga verweist.

Zur Branche zählen auch klassische Fast-Food-Ketten wie McDonald's oder Burger King. Besonders viel tut sich Weiß zufolge aber in dem Segment, dem Vapiano 2002 den Weg bereitete: dem sogenannten Fast Casual Dining - also schnellem, unkompliziertem und frischem Essen. Beim Brutzeln können die Kunden dem Koch oft direkt in die Pfanne schauen.

Zuletzt machte etwa der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass er eine Pizza-Kette namens Vialino eröffnen will. Inzwischen betreibt der Manager drei Italo-Restaurants namens Tialini - und hat damit auf den ähnlich klingenden Namen verzichtet. Mittelfristig will er einem Sprecher zufolge auf 20 Filialen im deutschsprachigen Raum kommen.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Zum Vergleich: In Deutschland gibt es derzeit etwa 60 Vapianos, weltweit sind es sogar 150. Alle drei Jahre soll sich die Zahl der Filialen verdoppeln und irgendwann auf 1000 wachsen. Zuletzt setzte die Marke mehr als 160 Millionen Euro um. Tialini macht zu den Erlösen keine Angaben.

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