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25.05.2012

17:50 Uhr

Ettore Gotti Tedeschi

Chef der Vatikanbank entlassen

Der Chef der Vatikanbank muss seinen Hut nehmen. Offiziell hießt es, es gehe um Mängel in der Führung des Instituts. Doch spekuliert wird auch über einen Zusammenhang mit „Vatileaks“.

Der Präsident der Vatikanbank IOR Ettore Gotti Tedeschi ist entlassen worden. dpa

Der Präsident der Vatikanbank IOR Ettore Gotti Tedeschi ist entlassen worden.

RomDer Chef der Vatikanbank IOR, Ettore Gotti Tedeschi, muss nach einem Misstrauensvotum des Aufsichtsrats seinen Posten räumen. Der Bankmanager, der mehr Transparenz in die Geschäfte der Vatikanbank bringen sollte, habe trotz wiederholter Mahnungen „bestimmte Aufgaben von vordringlicher Wichtigkeit nicht ausgeführt“, teilte der Vatikan am Freitag nach der IOR-Aufsichtsratssitzung vom Vortag mit. In italienischen Medien wurde auch über einen möglichen Zusammenhang mit dem „Vatileaks“-Skandal spekuliert. Dabei waren aus dem Vatikan vertrauliche Dokumente an die Medien durchgesickert - auch über das Finanzgebaren der Vatikanbank.

In dem Fall gibt es nun einen Verdächtigen - dabei soll es sich um einen Kammerdiener aus dem Vatikan handeln, wie das Internetportal „ilfoglio.it“ und die Nachrichtenagentur Ansa schreiben. Ansa beruft sich auf Vatikankreise. Der Mann sei festgenommen worden, hieß es. Vatikansprecher Federico Lombardi sagte, der Mann sei unberechtigt im Besitz vertraulicher Dokumente des Heiligen Stuhls gewesen.

Der Chef der Vatikanbank Tedeschi hatte laut Radio Vatikan noch am Donnerstagabend seinen Rücktritt eingereicht. „Aus Liebe zum Papst“ wolle er sich nicht gegen den Vorwürfe verteidigen, sagte Tedeschi nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa. „Besser ich schweige, ich würde sonst böse Worte sagen.“ Der derzeitige IOR-Vizepräsident, der deutsche Banker Ronaldo Hermann Schmitz, sollte laut Ansa zum Interimspräsidenten bestimmt werden. Am Freitag wollte die Kardinalskommission das Misstrauensvotum und weitere Schritte prüfen.

Die Vatikanbank stand in der Vergangenheit bereits wegen intransparenten Finanzgebarens in der Kritik, unter anderem im Zusammenhang mit Geldwäsche. Der Vatikan hatte aber jede Verwicklung der Bankleitung in dunkle Machenschaften bestritten.

Kommentare (2)

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Dr.NorbertLeineweber

25.05.2012, 20:52 Uhr

Damit hat der Papst jetzt unmittelbaren Zugriff auf die Vatikanbank und kann die Geschäfte gleich mit übernehmen. Es gibt ohnehin nur eine einzige Möglichkeit, um die Gläubigen in Europa besser zusammenzuhalten: Alles Vermögen wird in den ESM gesteckt, weil da die Zinsen höher sind als in Deutschland. Außerdem werden laut Bofinger die Schulden gemeinsam getilgt, d.h. es besteht kein Ausfallrisiko, weil das in den USA viel, viel größer ist.
Hierzu Bofinger in der Münchner Runde vom Bayerischen Fernsehen vom 22.Mai 1 2012. Bofinger wird dann irgendwann selig gesprtochen, die Gewerkschaften werden schon dafür sorgen !

Oeconomicus

26.05.2012, 09:58 Uhr

Schöner Hinweis zu Bofinger's Auftritt in der Münchner Runde.
In dem Aufsatz "... vom Verglühen des Epsilon's" findet sich eine kritische Bewertung zu dieser Talkrunde

http://www.fortunanetz.de
(weit nach unten srcollen)

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