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18.03.2016

18:55 Uhr

Europäische Mega-Börse

Dax-Konzerne sprechen sich für Fusion aus

Für ihre geplante Fusion erhalten die Deutsche Börse und die London Stock Exchange nun Rückendeckung aus der Industrie. Ex-Linde-Chef Wolfgang Reitzle etwa rechnet mit einem deutlichen Mehrwert für die Kunden.

Die Bundesregierung hat erklärt, eine Fusion mit London zu unterstützen, falls dadurch der Finanzplatz Frankfurt gestärkt werde. AP

Börse Frankfurt

Die Bundesregierung hat erklärt, eine Fusion mit London zu unterstützen, falls dadurch der Finanzplatz Frankfurt gestärkt werde.

München/FrankfurtDie Deutsche Börse und die London Stock Exchange (LSE) bekommen bei ihrem geplanten Zusammenschluss Unterstützung von deutschen Großunternehmen. Spitzenmanager des Autobauers Daimler, des Industriegase-Unternehmens Linde und des Gesundheitskonzerns Fresenius sprachen sich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters für die Fusion aus.

„Mit dem Zusammenschluss von Deutscher Börse und London Stock Exchange wird erreicht, dass es auch in Europa eine umfassende, weltweit wettbewerbsfähige Börse gibt – nationale Lösungen können dies nicht sicherstellen“, sagte Daimler-Aufsichtsratschef Manfred Bischoff am Freitag. „Der damit erreichte bereite Zugang zu den Finanzmärkten kann Innovation und Wachstum in Deutschland fördern.“

Nach Angaben von Deutschlands größtem Börsenbetreiber würden gelistete Unternehmen und Emittenten hierzulande von einer „Liquiditätsbrücke“ nach London profitieren. Der ehemalige Linde-Chef Wolfgang Reitzle, der bald den Aufsichtsrat des Münchener Konzerns leiten soll, rechnet mit einem deutlichen Mehrwert für die Kunden. „International aufgestellte Unternehmen benötigen den bestmöglichen Zugang zu den globalen Kapitalmärkten.“

Fresenius-Chef Ulf Schneider erwartet durch die Börsenfusion keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Gesundheitskonzern. Für die Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen Börse sei eine Verschmelzung mit der LSE aber auf jeden Fall positiv. „In einer Zeit wachsender Konsolidierung folge ich der Meinung, dass ein leistungsfähiger Zusammenschluss im globalen Wettbewerb besser positioniert ist als ein Spieler am Rande.“

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Zuletzt hatten sich bereits Deutsche-Bank-Chef John Cryan, HVB-Chef Theodor Weimer und Ulrich Grillo, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), für die Fusion ausgesprochen. Der Zuspruch könnte den Börsenbetreibern helfen, um die Fusion der deutschen Politik und den Wettbewerbshüter schmackhaft zu machen. Die Bundesregierung hat erklärt, den Zusammenschluss zu unterstützen, falls dadurch der Finanzplatz Frankfurt gestärkt werde.

Ob das der Fall wäre, ist in der Mainmetropole umstritten. Dass die Holdinggesellschaft der europäischen Mega-Börse in London angesiedelt werden soll, stößt bei einigen Frankfurter Medien und Finanzmanagern auf Kritik. Bedenken angemeldet haben unter anderem die Sparkassen und Privatbankier Friedrich von Metzler.

Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter argumentiert dagegen, der Sitz der Holding sei von untergeordneter Bedeutung, da der fusionierte Konzern an den Hauptquartieren in Eschborn bei Frankfurt und London festhalte. „Die zentralen Funktionen werden ausgewogen zwischen den beiden Firmensitzen verteilt“, sagte Kengeter am Mittwoch bei der Vorstellung der detaillierten Fusionspläne.

Von

rtr

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