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27.01.2014

16:49 Uhr

Europas größter Stahlhändler

Klöckner-Chef plant Strategieschwenk

ExklusivWeg vom reinen Wiederverkäufer hin zu einem Stahl-Verarbeiter: Das ist die neue Strategie von Gisbert Rühl, Vorstandschef bei Europas größtem Stahlhändler Klöckner & Co. Sein Vorbild ist die Luftfahrtindustrie.

Klöckner & Co-Zentrale in Duisburg: Der Anteil des klassischen Wiederverkaufs-Handels soll sinken. dpa

Klöckner & Co-Zentrale in Duisburg: Der Anteil des klassischen Wiederverkaufs-Handels soll sinken.

DüsseldorfKlöckner & Co plant einen Strategieschwenk. „Wir müssen weg vom klassischen Stahlhandel“, sagte Vorstandschef Gisbert Rühl dem Handelsblatt. Er will Klöckner von einem reinen Wiederverkäufer zu einem Unternehmen weiterentwickeln, das Stahl für seine Kunden bereits verarbeitet.

Derzeit erzielt der Konzern rund die Hälfte seines Jahresumsatzes von 7,4 Milliarden Euro mit Standardprodukten. Mittelfristig soll dieser Anteil auf ein Drittel gesenkt werden, sagte Rühl. Als Beispiel für neue Geschäfte führt der Manager die Luftfahrtindustrie an. Airbus und Boeing lassen Teile von ihren Zulieferern fertigen, die diese ebenfalls von ihren Lieferanten vorarbeiten lassen. Durch diese Arbeitsteilung ist eine gigantische Kette großer und kleiner Firmen entstanden, die global Komponenten für Flugzeuge bauen. Gleiches passierte auch in der Automobilindustrie.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Mit der vor drei Jahren gekauften Tochter Becker-Stahl hat Klöckner bereits einen Schritt Richtung neues Geschäftsmodell gemacht. Becker schneidet und formt Stahl für die Autobauer. „Diese Teile sind weniger preisvolatil“, sagte Rühl. Bricht die Nachfrage nach Stahl also einmal ab, wie dies im Jahr 2008 schlagartig geschah, dann kann Klöckner zumindest mit stabilen Einnahmen durch den Verkauf dieser Teile rechnen.

Von

mur

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