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19.04.2016

10:57 Uhr

Evonik

Chemiekonzern bereitet offenbar Chefwechsel vor

Evonik bereitet offenbar einen Wechsel an der Konzernspitze vor. Laut Medienberichten könnte künftig Strategievorstand Christian Kullmann die Führung übernehmen. Der Vertrag von Konzernchef Klaus Engel läuft 2018 aus.

Der Vertrag des Evonik-Chefs läuft 2018 aus. dpa

Klaus Engel

Der Vertrag des Evonik-Chefs läuft 2018 aus.

BerlinDer Essener Chemiekonzern Evonik steht Insidern zufolge mittelfristig vor einem Führungswechsel. Der seit Anfang 2009 amtierende Konzernchef Klaus Engel werde wohl keine erneute Amtszeit antreten, berichteten die Nachrichtenagenturen Reuters und dpa am Dienstag. Eine Entscheidung über die Nachfolge sei aber noch nicht gefallen.

Als ein Kandidat für den Chefposten gelte Strategievorstand Christian Kullmann. Das Kuratorium der milliardenschweren RAG-Stiftung war am Abend zuvor in Berlin zu Beratungen zusammengekommen. Die Stiftung kontrolliert knapp 68 Prozent der Evonik-Anteile. Weder von Evonik noch von der RAG-Stiftung war eine Stellungnahme zu erhalten.

Die „Rheinische Post“ hatte unter Berufung auf Politik-Kreise zuerst berichtet, dass Kullmann langfristig Nachfolger Engels an der Spitze von Evonik werden solle. Dessen Vertrag laufe 2018 aus. Aktien des Essener Konzerns notierten am Morgen mit einem Plus von über einem Prozent bei 28,12 Euro.

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Unter Engel hat sich Evonik zu einem international ausgerichteten Spezialchemiekonzern entwickelt. Der ehemalige Brenntag -Manager trimmte Evonik nach seinem Amtsantritt 2009 zudem auf Rendite - die Kassen der Essener sind inzwischen prall gefüllt. Engel hatte auch deshalb immer wieder große Übernahmen in Aussicht gestellt. Evonik wolle bei der Konsolidierung der Branche nicht an der Seitenlinie stehen. Doch geliefert hat Engel bislang nicht - obwohl Evonik Branchenkreisen zufolge unter anderem die Konkurrenten DSM und Clariant ins Visier nahm.

Insider berichteten zudem zuletzt über ein Interesse Evoniks an einer Sparte des US-Konzerns Air Products. Analysten kritisieren immer wieder, dass Evonik derzeit zu stark vom Geschäft mit Zusatzstoffen für die Tiernahrung abhängig sei. Engel beklagte zuletzt Preisrückgänge bei den Nahrungsstoffen, die etwa in der Mast von Hühnern zum Einsatz kommen. Der Konzern rechnet deshalb 2016 mit Rückgängen bei Ertrag und Umsatz.

Evonik steht also vor strategischen Herausforderungen - und Strategie ist das Feld Kullmanns. Der 47-Jährige war 2014 in den Vorstand aufgerückt, er gilt als bestens verdrahtet in Wirtschaft und Politik. Kullmann ist zudem ein enger Weggefährte Werner Müllers. Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister ist Chef der RAG-Stiftung und hatte Evonik geformt. Die RAG-Stiftung soll ab 2019 für die Folgekosten des auslaufenden deutschen Steinkohlebergbaus aufkommen.

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