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27.02.2017

12:40 Uhr

Evonik

Klaus Engel tritt vorzeitig ab

Klaus Engel scheidet vorzeitig als Vorstandschef von Evonik aus. Der Manager tritt zur Hauptversammlung im Mai ab. Sein Nachfolger an der Spitze des Chemiekonzerns wird sein Stellvertreter Christian Kullmann.

Der Evonik-chef soll mit Ablauf der Hauptversammlung am 23. Mai 2017 aus dem Amt scheiden. dpa

Klaus Engel

Der Evonik-chef soll mit Ablauf der Hauptversammlung am 23. Mai 2017 aus dem Amt scheiden.

DüsseldorfBeim Essener Chemiekonzern Evonik kommt es zum vorzeitigen Führungswechsel. Vorstandschef Klaus Engel soll mit Ablauf der Hauptversammlung am 23. Mai 2017 aus dem Amt scheiden, wie Evonik am Montag mitteilte. Nachfolger des 60-Jährigen soll der stellvertretende Vorstandschef Christian Kullmann werden. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits über den bevorstehenden Wechsel berichtet. Der vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrats vorgeschlagene Vorstandsumbau muss noch vom gesamten Kontrollgremium abgesegnet werden, voraussichtlich wird der Aufsichtsrat am 1. März darüber entscheiden.

Der frühere Kommunikationschef Kullmann war 2014 in den Vorstand des Essener Spezialchemiekonzerns aufgerückt, seit Mai 2016 ist er stellvertretender Vorstandschef. Der 47-Jährige hatte Insidern zufolge entscheidend an den milliardenschweren Zukäufen des Konzerns mitgewirkt, die das Geschäft Evoniks auf eine breitere Basis stellen sollen.

Dass der seit Anfang 2009 amtierende Konzernchef Engel keine erneute Amtszeit antreten will, war kein Geheimnis mehr. Insider hatten dies bereits im vergangenen Jahr berichtet. Sein Vertrag wäre 2018 ausgelaufen. Unter Engel hat sich Evonik zu einem international ausgerichteten Spezialchemiekonzern entwickelt. Der ehemalige Manager des Chemikalienhändlers Brenntag trimmte den Konzern nach seinem Amtsantritt 2009 zudem auf Rendite.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Kullmann hat als Strategievorstand nach Zukunftsfeldern für den Konzern und Übernahmezielen Ausschau gehalten. Er gilt als bestens verdrahtet in Wirtschaft und Politik. Kullmann ist auch enger Vertrauter des Chefs der RAG-Stiftung, Werner Müller. Die Stiftung kontrolliert rund 68 Prozent der Evonik-Anteile. Zusammen mit dem ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Müller sitzt Kullmann zudem im Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, der für Evonik wirbt.

Evonik hatte unter Kullmanns Regie im Dezember für 630 Millionen Dollar das Silica-Geschäft des US-Konzerns JM Huber übernommen. Mit dem Zukauf soll auch das Geschäft in Asien und Nordamerika ausgebaut werden. Zudem erhält Evonik Zugriff auf das Geschäft mit Stoffen für Zahnpasta, hier hat Huber eine führende Marktposition. Evonik hatte zudem eine Sparte des US-Konzerns Air Products für rund 3,8 Milliarden Dollar gekauft. Der Konzern vermindert mit Übernahmen seine Abhängigkeit vom Geschäft mit Zusatzstoffen für Tiernahrung, die etwa in der Hühnermast zum Einsatz kommen.

Von

rtr

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