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20.08.2014

12:57 Uhr

Ex-BayernLB-Chef

Gribkowskys Weinsammlung unter dem Hammer

892 Flaschen Wein als Komplettangebot: Hinter dieser Offerte verbirgt sich die beschlagnahmte Weinsammlung des früheren BayernLB-Vorstands Gerhard Gribkowsky. Am Mittwoch kam sie endgültig unter den Hammer.

Gerhard Gribkowsky, ehemaliger BayernLB-Vorstand, beim Prozess gegen Formel-1-Chef Ecclestone in München: Seine Weinsammlung wird derzeit versteigert. dpa

Gerhard Gribkowsky, ehemaliger BayernLB-Vorstand, beim Prozess gegen Formel-1-Chef Ecclestone in München: Seine Weinsammlung wird derzeit versteigert.

MünchenDie beschlagnahmte Weinsammlung des früheren BayernLB-Vorstands Gerhard Gribkowsky kommt endgültig unter den Hammer. Am Mittwoch startete eine amtliche Auktion auf der Seite Justiz-Auktion.de, bei der die 892 Flaschen Wein als Komplettangebot im Auftrag einer Münchner Gerichtsvollzieherin versteigert werden sollen. Das Startgebot liegt bei 18 900 Euro - die erlesene Kollektion muss ein möglicher Käufer allerdings selbst abholen. Den Wert schätzt die Behörde laut Liste auf fast 38 000 Euro.

Die Erlöse sollen auch der BayernLB zugute kommen. Der Bank war dem Gericht zufolge durch die Geschäfte Gribkowskys rund um den Formel-1-Verkauf ein Schaden von 30 Millionen Euro entstanden, den der zu achteinhalb Jahren Haft verurteilte Banker wieder gut machen muss.

Die Baustellen der BayernLB

EU-Verfahren

Bayern hat seine Landesbank nach der Finanzkrise 2008 mit zehn Milliarden Euro stützen müssen. Im Gegenzug machte die EU der Bank und dem Freistaat Auflagen in einem Beihilfeverfahren. Das Verfahren war Ende Juli 2012 abgeschlossen. Die Auflagen, durch die die Bank vor allem kleiner und weniger risikoanfällig gemacht werden soll, sind noch nicht alle erfüllt. Bis 2019 muss die Bank unter anderem noch rund fünf Milliarden Euro an Staatshilfen an Bayern zurückzahlen. Gut 900 Millionen davon hat sie bereits abgestottert.

Streit mit der HGAA

Es war ein milliardenteurer Fehlkauf: Die Übernahme der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) 2007 entwickelte sich zu einem Alptraum. Ende 2009 musste die HGAA an Wien zurückgegeben werden. Die Banken streiten weiter und verklagen sich gegenseitig.

HGAA-Desaster vor Gericht

Ebenfalls vor Gericht wird um Schadenersatz für das Debakel gerungen. Der Aufsichtsrat der BayernLB verklagte bereits 2011 den früheren Vorstand der Bank auf 200 Millionen Euro. Da die Rolle der Vorstände auch strafrechtlich noch nicht geklärt ist, dürfte das noch eine Weile dauern. Die BayernLB selbst verklagte zwei frühere Aufseher, nämlich Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) und den früheren Sparkassenpräsidenten Siegfried Naser auf 200 Millionen Euro Schadenersatz.

Die Staatsanwaltschaft und die HGAA

Auch strafrechtlich soll das Debakel um die HGAA Konsequenzen haben - fordert zumindest die Staatsanwaltschaft München I. Die ermittelte lange gegen die früheren Vorstände der Bank und erhob bereits im Mai 2011 Anklage wegen Untreue. Anfang August dann der Knall: Das Landgericht München ließ die Klage in weiten Teilen nicht zu - und machte klar: eine Pflichtverletzung oder gar Untreue sei bei den Vorständen nicht zu erkennen. Der Ausgang ist offen, das Oberlandesgericht München prüft noch immer die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die Nichtzulassung der Anklage.

Etliche Millionen hat Gribkowsky bereits überwiesen. Der Ex-Vorstand war verurteilt worden, weil er beim Formel-1-Verkauf 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld von Bernie Ecclestone kassiert und nicht versteuert hat.

Von

dpa

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