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26.10.2012

16:02 Uhr

Ex-HRE-Chef

Axel Wieandt führt künftig Valovis Bank

Die Valovis Bank hat einen neuen Chef: Axel Wieandt, früher Vorstandsvorsitzender der Hypo Real Estate, übernimmt das kriselnde Institut. Er soll das Geschäft stabilisieren und einen Käufer finden.

Axel Wieandt war Chef der Hypo Real Estate und leitet jetzt die Valovis Bank. Reuters

Axel Wieandt war Chef der Hypo Real Estate und leitet jetzt die Valovis Bank.

FrankfurtAxel Wieandt darf sich erneut als Sanierer beweisen: Der ehemalige Chef der Hypo Real Estate führt künftig die kleine Krisenbank Valovis. Das Institut – einer der größten Ausgeber von Kreditkarten in Deutschland – hatte sich in Griechenland verspekuliert und musste nach hohen Abschreibungen unlängst vom Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes der deutschen Banken (BdB) aufgefangen werden. Ein Käufer hat sich für die ehemalige KarstadtQuelle Bank noch nicht gefunden. Das ist jetzt Wieandts Aufgabe. „Wir werden das Geschäftsmodell einer kritischen Überprüfung unterziehen und die notwendigen Maßnahmen zur Stabilisierung der Bank auf den Weg bringen“, erklärte er am Freitag.

Wieandt, der Schwager von Commerzbank-Chef Martin Blessing, ist ein bekanntes Gesicht in der Frankfurter Bankenszene. Nach dem Abschied von der Hypo Real Estate wollte er eigentlich Vorstandschef der Deutsche-Bank-Tochter BHF werden. Doch damals meldete die Finanzaufsicht Bafin Bedenken an. Danach ging Wieandt als Investmentbanker zu Credit Suisse Deutschland, wo er bis vor wenigen Monaten Finanzinstitute bei Transaktionen und Übernahmen beriet. Gegen seine neue Aufgabe bei Valovis hat die BaFin offenbar nichts einzuwenden.

Die Valovis Bank wird er zusammen mit zwei Vorstandskollegen führen: Gerrit Raupach, der Ende September bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ausschied, und Thorsten Drescher, der schon bei der Valovis Bank tätig war. Die Vorstände Theodor Knepper und Axel Frein wurden mit sofortiger Wirkung abberufen.

Die auf Kreditkarten und Konsumkredite spezialisierte Valovis Bank gehörte dem Karstadt-Pensionsfonds. Doch die Schuldenkrise brach dem Institut das Genick: Die Abschreibungen zehrten das Eigenkapital auf. Um den Betrieb fortzusetzen, war der Einlagensicherungsfonds im Dezember 2011 mit Garantien eingesprungen. Damit sind die Einlagen der Kunden geschützt. Zeitweise hatte der Finanzinvestor Apollo ein Auge auf die Bank geworfen.

Valovis war aus den beiden Banken hervorgegangen, die zum insolventen Handelskonzern Arcandor gehört hatten: der KarstadtQuelle Bank und der Karstadt Hypothekenbank.

Von

rtr

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