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13.09.2011

13:26 Uhr

Ex-Lufthanseat

Antinori heuert bei Emirates an

VonJens Koenen

Wochenlange Spekulationen über die Zukunft des Marketingprofis Thierry Antinori haben ein Ende: In einer internen Mail hat Emirates-Chef Tim Clark den Wechsel des ehemaligen Lufthansa-Managers nun bestätigt.

Thierry Antinori wechselt zu Emirates. PR Bild

Thierry Antinori wechselt zu Emirates.

FrankfurtSeit Wochen war es das Thema in der Airline-Branche: Thierry Antinori, im Frühjahr überraschend bei Lufthansa ausgestiegener Airline-Manager, soll beim Erzrivalen Emirates angeheuert haben. Jetzt folgte die offizielle Bestätigung. In einer internen Mail, die dem Handelsblatt vorliegt, kündigte Tim Clark, Präsident der Golf-Airline, am Mittag den Wechsel von Antinori an.

Der Ex-Lufthanseat wird am 1. Oktober als „Executive Vice President“ und Vertriebschef bei Emirates anfangen. Wie zu hören ist, soll Antinori den bisherigen Vertriebschef von Emirates, Richard Vaughan ablösen. Der geht in den Ruhestand.

Antinori hatte im Frühjahr völlig überraschend drei Tage vor dem Wechsel als Chef zur Lufthansa-Tochter AUA nach Wien das Handtuch geschmissen. Wie aus Lufthansa-Kreisen zu hören war, hatte er sich über die seiner Meinung nach zu geringen Kompetenzen und die zu hohen Erwartungen der Lufthansa-Spitze um Konzernchef Christoph Franz geärgert.

Schon damals tauchten erste Gerüchte auf, dass der Manager zu Emirates wechseln wird. Laut Vertrag darf Antinori aber sechs Monate nach Weggang nicht bei einem direkten Rivalen von Lufthansa anfangen. Diese Frist ist im Herbst vorbei.

Mit dem 49-Jährigen holt Emirates einen ausgesprochenen Marketing-Fachmann in der Airline-Industrie an Bord, der zudem die Lufthansa-Strategie sehr genau kennt. Die deutsche Airline betrachtet Emirates als einen der größten Herausforderer. Deshalb birgt sein Wechsel eine gewisse Brisanz. Zumal es nicht zuletzt Antinori war, der die Strategie des Kranichs gegen Emirates mitentwickelt hat.

Längst fürchtet Lufthansa die Konkurrenz aus der Golf-Region weitaus mehr als die durch British Airways oder Air France-KLM. Da Emirates selbst über nur einen kleinen Heimatmarkt verfügt, muss die Airline ihre Kundschaft in etablierten Märkten wie Europa abgreifen. Das zu forcieren, dürfte die vorrangige Aufgabe von Antinori in seinem neuen Amt werden.

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