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16.08.2012

15:07 Uhr

Ex-MAN-Vorstand vor Gericht

Staatsanwalt „fast fassungslos“ nach Weinmanns Aussage

Anton Weinmann hat die gegen ihn erhobene Anklage wegen Bestechung zurückgewiesen. Die Anklage sei „absurd“ und „zutiefst verletzend“ sagte er zum Prozessauftakt. Die Ankläger sind schwer enttäuscht.

Ex-MAN-Vorstand Anton Weinmann ist wegen Bestechung angeklagt. dpa

Ex-MAN-Vorstand Anton Weinmann ist wegen Bestechung angeklagt.

MünchenDer frühere MAN-Vorstand Anton Weinmann hat zum Auftakt seines Bestechungsprozesses der Anklage widersprochen. „Die Vorwürfe sind nicht zutreffend und werden von mir mit Nachdruck zurückgewiesen“, sagte Weinmann nach der Anklageverlesung am Donnerstag vor dem Landgericht München I. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, als damaliger Chef der MAN-Nutzfahrzeugsparte von Schmiergeldzahlungen in Höhe von 1,9 Millionen Euro gewusst und nicht genügend dagegen unternommen haben. Es ging um den Verkauf von Bussen und Lastwagen nach Slowenien und Belgien in den Jahren 2005 bis 2007.

Er empfinde Teile der Anklage als „zutiefst ehrverletzend“. Die Ermittler unterstellten ihm, wegen eines einzelnen kurzen Gesprächs von dem gesamten Bestechungsvorgang nicht nur gewusst, sondern ihn auch gebilligt zu haben. Das könne er aus seiner Sicht nur „als absurd“ empfinden.

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Er habe im Gegenteil viel im Unternehmen gegen Verstöße unternommen. Erst später seien überhaupt Einzelheiten bekannt geworden, über die er nicht oder zu spät informiert worden sei. Die Anklage sei mangels Tatverdacht „unvertretbar“. Er wolle nun seine Unschuld beweisen.

Um einer Vorverurteilung in den Medien zu begegnen, sei er gezwungen gewesen, einer Verbreitung der Anklageschrift an die Presse vor der Verhandlung zu unterbinden. Noch hat das Verwaltungsgericht München nicht entschieden, ob die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift herausgeben darf.

Staatsanwalt Markus Koppenleitner reagierte „enttäuscht“ und „fast fassungslos“ auf die Angriffe des Angeklagten gegen die Ermittler. Er wies daraufhin, dass Weinmann in der Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft andere Aussagen gemacht habe. So habe Weinmann gesagt, er habe „das Risiko der Korruption schon gesehen“ und „hinsichtlich der Einzelfälle wohl zu wenig getan“. Der Staatsanwalt warf Weinmann vor, in seiner Erklärung nur die Dinge dargestellt zu haben, die er bei der Bekämpfung der Korruption bei MAN richtig gemacht habe. Eigene Fehler habe er dagegen nicht eingeräumt.

Kommentare (2)

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Hermann.12

16.08.2012, 16:29 Uhr

Mit anderen Worten Weimann streitet ab, begriffen zu haben, welche Konsequenzen aus seinm Handeln bzw. Nichthandeln erfolgen.

Also geht es um die Wahl vorsätzlich gehandelt zu haben oder ein Idiot gewesen zu sein.

H.

Best-Government

16.08.2012, 22:07 Uhr

BEST-GOVERNMENT.org Es ist mehr als pervers, bei staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und einer Anklageerhebung die durchaus noch Unschuldig-Beschuldigten "öffentlich vorzuführen", in dem man die Anklageschriften an die Medien weiterleitet. Dies kommt einer "mittelalterlichen Hexenverbrennung" gleich! Sind wir im Mittelalter? Wofür ist denn das GG mit seinem Verweis auf die "unantastbare Würde" geschaffen? Zu seiner Umgehung? WIR BITTEN ALLE, endlich mit diesem Unfug aufzuhören und entsprechende Gesetze zu schaffen!

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