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10.10.2013

21:45 Uhr

Ex-Ministerpräsident

Kurt Beck geht zu Boehringer Ingelheim

VonSiegfried Hofmann, Dietmar Neuerer

ExklusivDer nächste Politiker wechselt in die Wirtschaft: Kurt Beck, langjähriger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, wechselt als Berater in die Pharmabranche. Der Wechsel stößt auf scharfe Kritik aus der FDP.

Ex-Ministerpräsident Kurt Beck: Als Berater in die Wirtschaft. dpa

Ex-Ministerpräsident Kurt Beck: Als Berater in die Wirtschaft.

FrankfurtDer ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, wechselt als Berater in die Wirtschaft. Ein halbes Jahr nach seinem Karriereende berät der SPD-Politiker seit Juni den Pharmariesen Boehringer Ingelheim. Das bestätigte der Konzern dem Handelsblatt.

Das fünfköpfige Gremium hat die Aufgabe, die Arbeit der Unternehmensleitung zu begleiten. Mitglieder sind unter anderem der Düsseldorfer Rechtsanwalt Michael Hoffmann-Becking und BASF-Forschungsvorstand Andreas Kreimeyer. Beck rückt für den Schweizer Management-Berater Fredmund Malik nach, der Ende 2012 ausschied.

Der Wechsel stößt auf scharfe Kritik. „Beck schadet durch sein Verhalten der Glaubwürdigkeit von Rot-Grün, indem er den eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird. Anspruch und Wirklichkeit fallen mal wieder auseinander“, sagte der Vorsitzende der niedersächsischen FDP, Stefan Birkner, Handelsblatt Online.

Hintergrund ist, dass SPD und Grüne noch im Frühjahr im Zusammenhang mit dem Wechsel Eckart von Klaedens (CDU) zu Daimler eine Karenzzeit für Politiker gefordert hatten, bevor sie eine Stelle in der Wirtschaft annehmen. Der SPD schwebten damals 18 Monate für ausscheidende Regierungsmitglieder vor, den Grünen drei Jahre.

Birkner sagte dazu, auch Politiker, die Verantwortung getragen haben, müssten Perspektiven außerhalb der Politik offen stehen, auch in der Wirtschaft. „Dabei muss aber größtmögliche Transparenz gewährleistet sein, so dass die Öffentlichkeit sich ein Bild machen kann, in welchem Zusammenhang die politische Tätigkeit zur wirtschaftlichen steht“, fügte der FDP-Politiker hinzu.

Beck wurde im Januar 2013 von Malu Dreyer als Ministerpräsident abgelöst. Ab Dezember wird er zudem den Vorsitz der Friedrich-Ebert-Stiftung übernehmen. Boehringer Ingelheim sieht sich aktuell in Frankreich einer Klage gegen ein Schlaganfallmittel gegenüber.

Kommentare (21)

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eksom

10.10.2013, 15:20 Uhr

Bei dieser SPD und dessen Personal ist es einfach immer mehr zum Kot..n!

nur_so_am_Rande_bemerkt

10.10.2013, 15:21 Uhr

Der arme "Sozialdemokrat", der Transfergesellschaften ohne Risiko machen wollte.

Boehringer Ingelheim kauft Transusen ein.

fein, was immer man davon halten mag.

GK_

10.10.2013, 15:21 Uhr

Ich bin einfach nur entsetzt. Wie kann man sich nur eine solche Person auch noch als Berater ins Unternehmen holen?! Ich kann und will nicht glauben, daß B.I. hier ohne Druck bzw. Einflußnahme Dritter diese Entscheidung getroffen haben soll.

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