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30.03.2011

12:36 Uhr

Ex-Sparkassen-Vorstand

Erstes Urteil in der Pooth-Affäre

Das Landgericht Düsseldorf hat am Mittwoch im Prozess um die Pooth-Affäre einen ehemaligen Sparkassen-Vorstand verurteilt. Der Bank-Manager erhielt wegen schwerer Untreue und Vorteilsannahme 15 Monate auf Bewährung.

Der verurteilte Ex-Bank-Manager hatte von Franjo Pooth für seine Dienste einen Luxus-Fernseher erhalten. Quelle: picture-alliance

Der verurteilte Ex-Bank-Manager hatte von Franjo Pooth für seine Dienste einen Luxus-Fernseher erhalten.

Düsseldorf Ein korrupter Bank-Manager ist nach der Affäre um Verona Pooths Ehemann Franjo zu einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Düsseldorf sprach den 52-Jährigen am Mittwoch wegen schwerer Untreue und Vorteilsannahme schuldig. Außerdem muss der Ex-Vorstand der Düsseldorfer Sparkasse 36.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen zahlen.

Er hatte entgegen internen Vorgaben den Kreditrahmen für Pooths hoch verschuldete Firma Maxfield erweitert - und einen fast 9000 Euro teuren Luxus-Fernseher für seine Privatvilla gefordert und angenommen. Franjo Pooth hatte das Gerät liefern lassen und bezahlt, um den Banker nach eigener Aussage "bei Laune zu halten".

Der Bank-Manager war nach dem Auffliegen der Vorgänge fristlos entlassen worden. Mit der eigenmächtigen Ausweitung der Kredite für das bereits "insolvenzreife" Unternehmen habe er der Sparkasse einen Schaden von knapp 400.000 Euro zugefügt, befand das Gericht. Er habe gewusst, dass Maxfield in einer schwierigen Lage gewesen sei und in Kauf genommen, dass die Kredite platzen könnten. Maxfield stand bei dem Institut bereits mit 8,5 Millionen Euro in der Kreide.

Das Gericht hatte dem Bank-Manager die Bewährungsstrafe bei einem umfassenden Geständnis in Aussicht gestellt. Dabei hatte der Angeklagte auch zugegeben, dass die Sache mit der Luxus-Fernsehanlage von ihm ausging. Er hatte damit gedroht, dass die Firma auf Kredite künftig länger werde warten müssen, wenn er das Gerät nicht erhalte.

Das Geständnis hatte Pooth einen weiteren Auftritt vor Gericht erspart.

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