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26.08.2014

08:49 Uhr

Ex-Telekom-Chef

Neuer Job für René Obermann?

Noch ist René Obermann Vorstandsvorsitzender des niederländischen Kabelunternehmens Ziggo. Doch den Posten ist der Ex-Telekom-Chef bald los. Ein Engagement bei einer Beteiligungsfirma könnte folgen.

Ex-Telekom-Chef René Obermann: Fädelt er künftig Telekommunikations-Deals für Warburg Pincus ein? dpa

Ex-Telekom-Chef René Obermann: Fädelt er künftig Telekommunikations-Deals für Warburg Pincus ein?

New YorkFindet René Obermanns seine neue Berufung bei einer Beteiligungsfirma? Die Private-Equity-Firma Warburg Pincus verhandelt mit dem ehemaligen Chef der Deutschen Telekom über ein Engagement als Partner. Das will die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montagabend von einem Insider erfahren haben.

Obermann ist aktuell noch Vorstandschef des niederländischen Kabelanbieters Ziggo. Nach dem Ziggo-Verkauf an den US-Medienkonzern Liberty Global im späteren Jahresverlauf soll Obermann im Londoner Büro von Warburg Pincus anfangen, sagte der Insider. Der 51-Jährige hatte vor seinem Wechsel zu Ziggo sieben Jahre an der Spitze der Telekom gestanden.

Warburg Pincus will dem Insider zufolge von den Erfahrungen Obermanns profitieren, um Investments in Deutschland und Geschäfte in der Telekommunikationsbranche Europas auszuloten. Eine Sprecherin der Private-Equity-Firma mit Sitz in New York, deren Präsident der ehemalige US-Finanzminister Tim Geithner ist, lehnte gegenüber Bloomberg eine Stellungnahme ab.

René Obermanns Karriere (Stand: März 2013)

1963

Geboren in Düsseldorf, aufgewachsen in einfachen Verhältnissen.

Ausbildung

Nach Abitur und Wehrdienst machte Obermann eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei BMW und studierte anschließend in Münster Volkswirtschaftslehre.

Selbständigkeit und Firmenverkauf

Nach der Gründung der eigenen Firma ABC Telekom, die unter anderem mit Telefonen und Fax-Geräten handelte, verkauft Obermann das Geschäft 1991 an den asiatischen Konzern Hutchison Whampoa. Obermann bliebt bis 1998 Chef der Hutchison Mobilfunk GmbH.

Anfang bei der Telekom

Im Jahr 1998 wechselt Obermann zur Deutschen Telekom, zu der ihn der damalige Vorstandschef Ron Sommer holt. Obermann arbeitet bis zum Frühjahr 2000 als Vertriebschef des Mobilfunkgeschäfts der Telekom.

Aufstieg bei der Telekom

Im Jahr 2000 wird Obermann Chef von T-Mobile Deutschland und steigt weiter im Konzern auf. Ab November 2002 ist er Telekom-Vorstand, im Jahr 2006 wird er zum Vorstandschef befördert.

Amtszeit als Vorstandschef

Kurz nach dem Amtsantritt holt er Timotheus Höttges in den Vorstand, der Anfang 2014 sein Nachfolger an der Konzernspitze werden wird. Obermann führt zudem im Kampf gegen Billiganbieter ab 2007 die Billigmarke Congstar ein und kämpft in den folgenden Jahren mit vielen komplexen Baustellen. Der Konzern hatte einst Journalisten bespitzelt, das US-Geschäft erwies sich als schwere Belastung und in Deutschland schlägt er sich mit Regulierungsbehörden und heftigem Wettbewerb im Festnetzgeschäft und Mobilfunk herum.

Der von ihm angestrebte Verkauf des US-Geschäfts an AT&T scheitert an einem Veto der US-Kartellbehörde. Als Alternative erarbeitet er die Fusion mit dem Konkurrenten MetroPCS, die allerdings auch noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Zeit nach der Telekom

Kurz vor Weihnachten 2012 kündigt Obermann seinen Rückzug als Vorstandsvorsitzender der Telekom an. Er sagt, das Unternehmen Ende 2013 verlassen zu wollen und das Amt an Timotheus Höttges zu übergeben. Im März 2013 wird seine künftige Aufgabe bekannt: Obermann leitet ab 2014 die Geschicke von Ziggo, einem niederländischen Kabelnetzbetreiber.

Ziggo

Seine Amtszeit bei Ziggo ist nur von kurzer Dauer: Nur wenige Wochen nachdem Obermann seinen Posten angetreten hat, wird der Verkauf des Kabelunternehmens an den US-Medienkonzern Liberty Global bekanntgegeben. Obermann kündigt an, seinen Chefposten nach dem Vollzug der Übernahme abgeben zu wollen.

2015: Warburg Pincus

René Obermann findet eine neue Aufgabe. Als geschäftsführender Direktor und Partner wechselt er ins Londoner Büro der Beteiligungsgesellschaft Warburg Pincus. Für das Private-Equity-Unternehmen soll Obermann in der Telekommunikationsbranche künftig Investments evaluieren und die Vertretung auf dem deutschen Markt übernehmen.

Der Kabelnetzbetreiber Ziggo, der sich bis 2012 im Mehrheitsbesitz von Warburg Pincus und Cinven befand, hatte im Januar dem Verkauf an Liberty Global von John Malone zugestimmt. Die Transaktion wird mit 10 Milliarden Euro bewertet.

Obermann fällt nach der Übernahme weich: Ihm stehen 3,95 Millionen Euro in Bar plus Aktien im Wert von rund 1,8 Millionen Euro zu, wenn der Kauf in trockenen Tüchern ist. Die Summen gehen aus einer Börsenmitteilung von Liberty Global vom 24. Juli hervor. Laut der Mitteilung schlüsselt sich die Zahlung wie folgt auf: Eine Abfindung von 750.000 Euro, ein Jahresbonus von 750.000 Euro sowie das Antrittsgeld von 2,45 Millionen Euro, weil Obermann bei der Telekom auf Ansprüche verzichtet habe.

Hinzu kämen 52.480 Aktien, die Obermann im Rahmen seines Bonusplans zustünden. Das Kaufangebot für Ziggo ging keine vier Wochen nach dem Amtsantritt von Obermann ein. Abfindungen für Topmanager sind in einem solchen Fall üblich.

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