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10.02.2017

12:20 Uhr

Existenzgründung

Was Ärztinnen anders machen

VonMaike Telgheder

Immer mehr Medizinerinnen machen sich mit einer eigenen Praxis selbstständig, zeigt eine Studie. Doch bei der Existenzgründung gehen sie anders vor als ihre männlichen Kollegen – auch wenn es um Geld geht.

Mehr Frauen als Männer wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. dpa

Untersuchung

Mehr Frauen als Männer wagen den Schritt in die Selbstständigkeit.

FrankfurtUnter Medizinern wagen mittlerweile mehr Frauen als Männer den Sprung in die Selbstständigkeit. 2012 überstieg der Anteil der weiblichen Existenzgründer erstmals die Marke von 50 Prozent, mittlerweile liegt die Quote bei 54,8 Prozent. Diese Zahlen hat die Apobank aus den von ihr finanzierten Existenzgründungen von Ärzten in den Jahren 2014/2015 ermittelt. Die Stichprobengröße umfasst 2500 Praxisfinanzierungen.

Die weibliche Vorreiterrolle bei der Existenzgründung führt Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der Apobank, unter anderem auf den immer größer werdenden Anteil von Absolventinnen des Medizinstudiums zurück. Zum anderen seien die Möglichkeiten der Berufsausübung vielfältiger geworden. Es gibt mehr Flexibilität und Gestaltungsspielraum.

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Und das ist für viele Ärztinnen, die Familie und Beruf miteinander verbunden wollen, interessant. „Für die meisten Ärztinnen steht das Familienleben inklusive der Partnerschaft als wichtigster Wert ganz oben auf der Werteskala“, so Heßbrügge. Und zwar mit Abstand vor anderen Werten wie finanzieller Sicherheit oder gesunder Lebensweise.

Besonders beliebt ist der Schritt in die eigene Praxis übrigens bei Frauen ab 40. Insgesamt 63,5 Prozent der Frauen sind bei ihrer Existenzgründung 41 und älter. Nur rund 15 Prozent der Frauen dagegen wagen den Schritt in die Selbstständigkeit vor ihrem 36. Lebensjahr.

Interessanterweise ziehen Frauen aber eher nicht in eine Gemeinschaftspraxis ein. Das könnte man vermuten, weil die Arbeit in Kooperation häufig flexibler gestaltet werden kann. Frauen gehen tendenziell häufiger in die sogenannte „sprechende Medizin“, das heißt sie arbeiten sehr patientenzentriert, legen besonderen Wert auf Kommunikation und Prävention und scheuen sich weniger vor psychosozialen Themen. Gynäkologie und Psychiatrie/Psychotherapie sind die favorisierten Fachgebiete von Ärztinnen und diesen Bereichen spielen Kooperationen eine spürbar geringere Rolle als in anderen Fachgebieten.

Ihre männlichen Kollegen sind dagegen eher in der Orthopädie, Chirurgie und der Urologie tätig. Für eine Gemeinschaftspraxis entscheidet sich fast jeder zweite der Existenzgründer.

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