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16.09.2014

04:00 Uhr

Exklusiv-Umfrage

Manager gegen Trockenlegung von Steueroasen

ExklusivDie Regierungen der Welt geben ihr Bestes, Steueroasen und Schlupflöcher zu beseitigen. Spitzenmanagern weltweit passt das aber nicht wirklich, wie eine exklusive Umfrage zeigt. Eine Ausnahme: Deutschland.

Die Politik kämpft gegen Steueroasen: Nicht allen Managern schmeckt das. dpa

Die Politik kämpft gegen Steueroasen: Nicht allen Managern schmeckt das.

DüsseldorfDie Pläne der OECD zur Begrenzung des internationalen Steuerwettbewerbs stoßen in der Wirtschaft allenfalls auf geteilte Zustimmung. Die zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton unter 3.500 Unternehmen in 45 Ländern, über die das Handelsblatt (Dienstagausgabe) berichtet.

In Deutschland hält immerhin noch gut die Hälfte der Manager eine strengere Regulierung und Aufsicht über Steueroasen weltweit für nötig. In den USA und in China sieht das nur jeder dritte Manager so. In Japan halten gar nur acht Prozent Regulierungen für ein wichtiges Thema.

Am heutigen Dienstag (16. September) will die OECD konkrete Empfehlungen vorlegen, wie die legalen Schlupflöcher bei der Verlagerung von Gewinnen gestopft werden können. Bereits im September hatten sich die G20-Staaten auf einen Aktionsplan geeinigt, der 15 Maßnahmen gegen die Aushöhlung der Steuerbasis und die Gewinnverlagerung (Base Erosion and Profit Shifting – BEPS) vorschlug.

Im Vergleich zu den Managern aus anderen Teilen der Welt sind die deutschen Führungskräfte vergleichsweise offen für Regulierungen. Sie würden es sehr schätzen, wenn die internationale Staatengemeinschaft einen verbindlichen Rahmen für erlaubte Steuer-Gestaltungsmöglichkeiten abstecken würde. 83 Prozent der Geschäftsleiter in Deutschland befürworten das.

EU-weit sind die Meinungen geteilt: Während in Italien 96 Prozent einen solchen Rahmen fordern, sind es in Frankreich nur 57 Prozent. G20-Schlusslicht ist Japan: Dort sind nur 12 Prozent an einem solchen Rahmen interessiert. International angeglichene Steuersätze können sich jeweils gut 60 Prozent der Manager in Deutschland, in der EU insgesamt sowie in den USA vorstellen.

Europaweite Unterschiede

Die Steueroase von nebenan

Europaweite Unterschiede: Die Steueroase von nebenan

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asr

Kommentare (7)

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Horst Schmidt

16.09.2014, 07:21 Uhr

Deshalb senkt unsere Regierung jetzt die Besteuerung von Patenten und Lizensen. Man hat den Kampf aufgegeben oder man will ih gar nicht aufnehmen. Beim Vers.... Schäuble ist dies keine Überraschung. Richtig wäre: Den Betrtiebsausgabenabzug entsprechend der verminderten Steuer zu kürzen, das würde zu Ergebnissen fürhen, eine Steueraufkommenssteuersteigerung in Deutschland. Übrigens den Unsinn, Unternehmensverkäufe nur zu ca 1,5 % des Verkaufspreises zu besteuern, eingeführt von den Versagern SPD/Grüne, wäre ja auch mal abzuschaffen - nachdem uns der Nächste Versager Junker, dies sogar im deutschen TV als Steuersubvention (zu Recht) vorgeworfen hat.

Herr Neuer Neumann

16.09.2014, 08:05 Uhr

Wenn man erst einmal so tief in der Steuerfalle sitzt wie in Deutschland, mit dem kompliziertesten Steuerrecht der Welt, der absoluten, ultimativen Gängelung, in der praktisch nichts mehr keiner Steuer oder Abgabe oder Sonderzwangsabgabe unterliegt, bleibt einem doch logischerweise nur eines:
Fordern, dass es der ganzen Welt gleich geht.
Macht Ihr hier in Deutschland mal weiter mit Eurem moralischen Sauberperfektionismus und vertraut dem Staat mit bald 60prozentiger Steuerlast all Euer Hab und Gut an - der Staat wird es richten. Laßt Euch zwingen, weil Ihr so gern gezwungen werdet. Alles gut.
Aber lasst den Rest der Welt damit in Frieden.
Die Welt braucht nicht noch einmal am deutschen Wesen zu genesen.

Herr Fred Meisenkaiser

16.09.2014, 08:12 Uhr

"Macht Ihr hier in Deutschland mal weiter mit Eurem moralischen Sauberperfektionismus und vertraut dem Staat mit bald 60prozentiger Steuerlast all Euer Hab und Gut an - der Staat wird es richten"

Das betrifft nur die arbeitenden Bürger! Das reiche Gesinde bekommt Steuergeschenke am laufenden Band!

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