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02.04.2013

08:01 Uhr

Expansion

Nasdaq kauft Anleihehandelsplattform

Die Nasdaq will beim Handel mit US-Staatsanleihen stärker mitmischen und kauft die elektronische Handelspalttform eSpeed – allerdings auf Pump, denn die Nasdaq ist bereits hochverschuldet. Moody's warnt bereits.

Die Technologiebörse Nasdaq expandiert in den Anleihehandel. Reuters

Die Technologiebörse Nasdaq expandiert in den Anleihehandel.

New YorkDie US-Technologiebörse Nasdaq breitet sich im Handel mit Anleihen aus. Die Muttergesellschaft Nasdaq OMX erklärte am Montag, die darauf spezialisierte elektronische Plattform eSpeed zu übernehmen. Es fließen 750 Millionen Dollar in bar (584 Mio Euro) plus eine nicht näher bezifferte Zahl an Aktien. Verkäufer ist der Finanzdienstleister BGC Partners.

Die Nasdaq will durch den Zukauf vor allem beim Handel mit US-Staatsanleihen zulegen. Zwischenzeitlich hatte die Nasdaq auch versucht, die traditionsreiche New York Stock Exchange zu schlucken. Der eSpeed-Kauf soll zur Jahresmitte abgeschlossen werden.

Börsenfusionen

Nicht immer erfolgreich

Der Wettbewerb im Börsenhandel ist hart. Alternative Aktienhandelsplattformen, meist gegründet von Investmentbanken, machen den klassischen Börsen das Leben schwer. Die relativ hohen Kosten zwingen die etablierten Betreiber zu Zusammenschlüssen. Doch nicht alle Fusionspläne glücken.

Paris/Amsterdam

Die Aktien- und Derivatemärkte von Paris, Amsterdam und Brüssel schließen sich im Jahr 2000 zur europäischen Mehrländerbörse Euronext zusammen. Später kommen Lissabon und die Londoner Terminbörse Liffe hinzu.

New York/Amsterdam

Euronext und die New Yorker Stock Exchange (NYSE) fusionieren 2007 zur transatlantischen Mega-Börse.

New York/Frankfurt

Die Fusion der Börsen von Frankfurt und New York scheitert im Februar 2012 am Veto der EU-Wettbewerbshüter. Für Störfeuer sorgten zeitweise die Technologiebörse Nasdaq und die US-Rohstoffbörse Intercontinental-Exchange (ICE) mit einem rund elf Milliarden Dollar schweren feindlichen Übernahmeangebot für die NYSE/Euronext.

Singapur/Sydney

Die Börse Singapur (SGX) versuchte 2011, die australische Börse ASX zu schlucken. Dafür bot sie 8,4 Milliarden australische Dollar (damals 5,9 Mrd Euro). Der australische Finanzminister Wayne Swanch erklärte aber klar, das Angebot der Asiaten sei „nicht im nationalen Interesse“.

London/Frankfurt

Die Deutsche Börse versuchte mehrfach erfolglos, die London Stock Exchange (LSE) zu kaufen. Auch die Nasdaq bemühte sich mehr als einmal vergeblich um die Londoner.

London/Toronto

2011 mussten die LSE und die Börse Toronto (TMX) ihre Hochzeit abblasen. Eine Gruppe kanadischer Finanzfirmen war den Briten in die Parade gefahren und hatte ein eigenes Übernahmeangebot vorgelegt. Damit wollten die Kanadier verhindern, dass der wichtigste Finanzhandelsplatz des Landes in ausländische Hände fällt. Die größere Londoner LSE hätte in der Ehe die Übermacht gehabt.

Die Ratingagentur Moody's drohte dem Börsenbetreiber sogleich mit der Herabstufung seiner Bonität. Denn durch die Übernahme wachse der Schuldenberg von Nasdaq OMX letztlich um etwa 1 Milliarde Dollar, erklärte Moody's noch am Abend (Ortszeit) in New York. Die Aktie sank nachbörslich leicht.

Von

dpa

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