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12.09.2013

13:31 Uhr

Fachkräftemangel

Software-Spezialisten dringend gesucht

VonMiriam Bax

IT-Fachkräfte sind auf dem aktuellen Arbeitsmarkt Mangelware. Master-Absolventen mit Berufserfahrung haben die besten Chancen bei den Arbeitgebern. Aber auch wer sich spezialisiert, wird von Unternehmen gerne genommen.

IT-Fachkräfte mit besonderen Spezialisierungen habe momentan gute Chacen auf dem Arbeitsmarkt. Foto: Fotolia

IT-Fachkräfte mit besonderen Spezialisierungen habe momentan gute Chacen auf dem Arbeitsmarkt. Foto: Fotolia

Köln„Der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte ist seit Jahren angespannt“, sagt Dr. Stephan Pfisterer, Arbeitsmarktexperte des Branchenverbands Bitkom. Die Branche verzeichnet derzeit 900.000 Beschäftigte. Bis zum Jahresende prognostiziert BITKOM einen Anstieg auf 907.000. Dies bedeutet ein Plus von 12.000 Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr.

„Die Nachfrage nach IT-Experten ist nach wie vor hoch – bei Anwendern wie auch in der Branche selbst“, so Pfisterer. 43.000 Stellen seien derzeit im IT-Bereich unbesetzt. Der Verband warnt seit mehreren Jahren vor einem gravierenden Fachkräftemangel in der IT. „Die Fachkräfteknappheit betrifft vor allem die Segmente Softwareentwicklung sowie IT-Services. Besonders stark betroffen sind kleine und mittelständische Unternehmen.“

Momentan gibt es mehr Stellenangebote als Nachfrage von Seiten der Bewerber. Quelle: karriere.de

Momentan gibt es mehr Stellenangebote als Nachfrage von Seiten der Bewerber. Quelle: karriere.de

Die aktuelle Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) relativiert die düstere Prognose. So stellt die BA zwar keinen flächendeckenden Fachkräftemangel fest, sieht aber auch Engpässe besonders bei Softwareentwicklern und IT-Beratern. Wie schwer Stellen in diesen IT-Gebieten zu besetzen sind, zeigt ebenso die im Juni veröffentlichte Umfrage der Personalberatung Careerbuilder. Demnach fehlen in Deutschland besonders Softwareentwickler.

Der Blick auf den freien Stellenmarkt weist nach einem Rekordhoch im April 2012 zwar einen leichten Rückgang der Stellenangebote im Berufsfeld Informations- und Telekommunikationstechnologie (ITK) auf. Dennoch gibt es nach wie vor deutlich mehr freie Stellen als Jobnachfragen von Seiten der Bewerber. Die Auswertung basiert auf der Datenbasis des Handelsblatt Jobturbo, der sämtliche Anzeigen der bundesweit bedeutendsten Stellenbörsen und Zeitungen und die der Karriereportale der Top-Unternehmen bündelt.

Auch wenn der größte Ansturm auf ITK-Fachkräfte im Allgemeinen zunächst verpufft zu sein scheint: In vielen IT-Gebieten suchen Unternehmen händeringend nach Fachkräften. Heiß begehrt sind momentan Informatiker. Hier gibt es seit Jahresbeginn einen Stellenzuwachs von rund 17 Prozent.

Kommentare (6)

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muunoy

12.09.2013, 13:57 Uhr

Wieder die Mär vom Fachkräftemangel. Für temporäre Projekte können sich Unternehmen auch auf dem Freiberuflermarkt umsehen. Wer da mit Freiberuflern direkte Vertragsverhältnisse eingeht anstatt über Agenturen zu gehen, kommt da auch recht kostengünstig an die richtigen Fachkräfte. Dass wir keinen Fachkräftemangel haben, sieht man dann sehr schön, dass Stunden- oder Tagessätze im IT-Bereich in den letzten Jahren keinesfalls gestiegen, sondern eher gesunken sind. Auch gehen die meisten Unternehmen aus Bequemlichkeit immer noch über diese Agenturen.
Ach ja, die Gehälter im IT-Bereich (zumindest die Einstiegsgehälter) steigen auch seit Jahren nicht mehr. Somit kann von Fachkräftemangel keine Rede sein. Die Mär vom Fachkräftemangel wird wieder einmal nur zum Zwecke des Lohndumpings hervor geholt. Vorteil im IT-Bereich: Die Idee, sich hier mit ach so billigen Fachkräften aus dem Ausland zu versorgen, funktioniert nicht. Ich mache fast nur Internat. Projekte. Und wenn meine potenziellen Konkurrenten im Ausland (z. B. in Asien) sehen, was ihnen vom in der Tat höheren Brutto-Einkommen in DE bleibt, so winken die alle dankend ab. Insofern haben die extrem hohen Steuern und Abgaben in DE auch was Gutes.

fdik

12.09.2013, 13:59 Uhr

Wie bei allen “Fachkräftemangel”-Märchen, so genügt auch hier ein Blick auf die Lohnentwicklung, um es als reine Propaganda zu entlarven.

Die Löhne stagnieren, die Stunden- und Tagessätze für Freiberufler haben einen Tiefstand erreicht.

Johanna

12.09.2013, 14:27 Uhr

Manchmal glaube ich einfach, dass der Dialog zwischen Unternehmen und Kandidaten nicht gut funktioniert. Dann fehlen plötzlich 1-2 gute Leute. Das tut natürlich weh. Aber hier entwickeln sich ja auch neue Ansätze. Ich nutze für meine Firma eine neue Plattform namens WhistlerNetwork(.com). Das ist eine Art Mitarbeiter werben Mitarbeiter im großen Stil. So konnte ich einen Online Marketing Spezi binnen 5 Tagen einstellen. Man muss sich halt selbst behelfen können. Wer noch auf Initiativ-Bewerbungen wartet, der hat verloren.

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