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24.05.2012

14:35 Uhr

Fahndungsaktion

Millionen-„Kopfgeld“ auf flüchtigen Florian Homm

VonTina Halberschmidt

Ein Privatdetektiv hat ein „Kopfgeld“ in Höhe von 1,5 Millionen Euro auf Florian Homm ausgesetzt. Per Youtube-Clip sucht er Zeugen, die Hinweise auf den Aufenthaltsort des flüchtigen Hedge-Fonds-Manager geben können.

Ob ihm bald das Lächeln gefriert? Der flüchtige Hedgefondsmanager Florian Homm wird zurzeit per Fahndungsvideo gesucht. ap

Ob ihm bald das Lächeln gefriert? Der flüchtige Hedgefondsmanager Florian Homm wird zurzeit per Fahndungsvideo gesucht.

Es klingt wie ein spannender Sonntagabend-Krimi: Ein mutmaßlicher Betrüger taucht unter, im Gepäck hat er mehrere Millionen Euro. Die Geprellten fahnden per Video-Aufruf nach dem Banditen und setzen ein „Kopfgeld“ in Höhe von 1,5 Millionen Euro auf ihn aus. Passiert nur beim „Tatort“? Von wegen!

Tatsächlich ist die Geschichte mehr als real und spielt sich im Moment exakt wie beschrieben im „wirklichen Leben“ ab: Bei dem mutmaßlichen Betrüger handelt es sich um Börsenspekulant und Hedge-Fonds-Manager Florian Homm, der Anleger um insgesamt 150 Millionen Euro betrogen haben soll. Per Youtube-Video wird derzeit nach Homm gefahndet: Die Firma „wifka“ hat einen Clip online gestellt, in dem sie um Hinweise bittet, die zur Ergreifung des flüchtigen 52-Jährigen führen.

Wer Homms derzeitigen Aufenthaltsort kennt oder über aktuelles Fotomaterial verfügt, das Homm zeigt, kann sich unter einer im Netz veröffentlichten Handy-Nummer melden. Hinweisgeber haben die Chance auf eine Belohnung in Höhe von nicht weniger als 1,5 Millionen Euro.

1,5 Millionen Kopfgeld sind auf den flüchtigen Florian Homm ausgesetzt. dpa

1,5 Millionen Kopfgeld sind auf den flüchtigen Florian Homm ausgesetzt.

Doch der Reihe nach: Florian Homm ist der Großneffe des verstorbenen Dressurreiters und Versandkaufmanns Josef Neckermann. Er studierte Wirtschaft in Harvard und hatte in der Finanzbranche stets den Ruf des „Enfant terrible“. Der Mann aus dem hessischen Oberursel, der von Medien und Insidern auch „der Plattmacher“ genannt wird, ist für die Fans von Borussia Dortmund ein alter Bekannter: Homm hielt zeitweise mehr als 30 Prozent an der Aktie des Fußball-Erstligisten. Zudem war er Anteilseigner beim Telekommunikationsanbieter Freenet.

Im Jahre 2010 reichten Investoren beim US-Distriktgericht für New York Süd eine Klageschrift gegen den Deutschen ein. Die Vorwürfe wiegen schwer: Homm und einige seiner Ex-Partner sollen die Hedge-Fonds-Gesellschaft „Absolute Capital Management Holdings“ durch ein geschicktes Betrugssystem um mehrere zehn Millionen Dollar erleichtert und einen Schaden von beinahe 200 Millionen Dollar angerichtet haben.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

24.05.2012, 15:09 Uhr

Bei dem Kopfgeld und angeblicher Jagd durch die Hells Angels und die Russenmafia fragt sich nur noch ob er untergetaucht ist oder doch schon untergetaucht wurde.

Account gelöscht!

24.05.2012, 16:09 Uhr

Ja, teurer Freund, du hast sehr recht:
Die Welt ist ganz erbärmlich schlecht,
ein jeder Mensch ein Bösewicht,
Nur du und ich natürlich nicht.
(Paul Baehr)

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