Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.02.2017

12:09 Uhr

Fahrdienst unter Druck

Sexismus-Vorwürfe gegen Uber

Eine Ex-Mitarbeiterin wirft einem Uber-Manager sexuelle Belästigung vor und prangert die Firmenkultur an. Gründer Travis Kalanick verspricht schnelle Aufklärung. Doch das Start-up steht wiederholt in der Kritik.

Nachdem eine frühere Mitarbeiterin dem Fahrdienst-Vermittler Uber eine Unternehmenskultur voller Sexismus vorgeworfen hat, verspricht der Firmenchef ein hartes Durchgreifen. dpa

Travis Kalanick

Nachdem eine frühere Mitarbeiterin dem Fahrdienst-Vermittler Uber eine Unternehmenskultur voller Sexismus vorgeworfen hat, verspricht der Firmenchef ein hartes Durchgreifen.

San Francisco/BerlinDer Fahrdienst Uber aus San Francisco hat mit Sexismus-Vorwürfen zu kämpfen. Sie sei von einem Vorgesetzten belästigt worden, notierte die ehemalige Mitarbeiterin Susan J. Fowler in einem Blog-Post am Sonntag. Die Personalabteilung habe den Vorfall heruntergespielt. Uber-Gründer Travis Kalanick ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an.

Was Fowler in ihrem Text beschreibe, sei „abscheulich“ und nicht mit den Werten des Unternehmens vereinbar, erklärte Kalanick in einem Beitrag im Firmenblog. Er höre das erste Mal von den Vorwürfen und habe eine „unverzügliche Untersuchung” angeordnet. Es sei „absolut kein Platz für diese Art von Verhalten bei Uber”, so Kalanick. „Und jeder, der sich so verhält oder denkt, dass es in Ordnung ist, wird gefeuert.“

Ökonomen streiten über Uber: Der billige Chauffeur

Ökonomen streiten über Uber

Premium Der billige Chauffeur

Unfairer Taxi-Killer oder Effizienzwunder? Mehrere Ökonomen haben sich in Untersuchungen dem US-Fahrervermittler Uber gewidmet – und streiten nun über die Bewertung des Geschäftsmodells des Unternehmens.

Die Programmiererin hatte ein Jahr lang in der Produktentwicklung des Dienstes gearbeitet. Bereits am ersten Tag habe der Vorgesetzte ihres Teams sie mit Nachrichten bestürmt und vorgeschlagen, ein sexuelles Verhältnis mit ihm zu beginnen, klagt Fowler in ihrem Beitrag.

Sie habe die Personalabteilung informiert, doch diese habe nur abgewunken. Der beschuldigte Manager sei ein „Leistungsträger“ mit besten Beurteilungen von Vorgesetzten, hätten die Personaler ihr mitgeteilt; der Vorfall sei nur ein „unschuldiger Fehler“. Es stehe der Frau jedoch frei, das Team zu wechseln.

Sollte sie bleiben, so die Frau weiter in ihrem Blog, müsse sie laut Personalabteilung damit rechnen, von dem betreffenden Manager eine schlechte Beurteilung zu erhalten. Angeblich habe man zum ersten Mal von entsprechenden Vorwürfen gegen den Mann gehört.

Vorwürfe sexueller Diskriminierung sind nicht neu in der von Männern dominierten Arbeitswelt der Tech-Industrie. In den vergangenen Jahren sorgte unter anderem die Klage von Ellen Pao gegen die berühmte Risikokapital-Firma Kleiner Perkins für Aufsehen. Pao konnte die Geschworenen jedoch nicht davon überzeugen, dass sie in ihrer Karriere benachteiligt wurde, weil sie eine Frau ist.

Die neuen Vorwürfe gegen Uber sind aber drastischer als bisherige Fälle, weil sie das Bild von einem Unternehmen zeichnen, in dem Sexismus offenbar zum System gehört.

Auch später, schreibt Fowler, sei sie immer wieder auf Sexismus gestoßen, zum Beispiel als für 120 Männer in einem Team Lederjacken bestellt worden seien, aber nicht für die sechs Frauen, weil es dafür keinen Mengenrabatt gab. Die Personalabteilung habe ihre Beschwerden über Benachteiligungen ignoriert und an einem Punkt auch erklärt, sie sei das eigentliche Problem.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

20.02.2017, 12:21 Uhr

Was soll jetzt dieser Kindergarten wieder?
Die Medien betätigen sich mal wieder als Handlanger von Unternehmen (Branchen) die sich untereinander bekriegen. Für Streitigkeit gibt es Gerichte. Danke!

Herr Martin Wienand

20.02.2017, 12:43 Uhr

"Im Sympathiewettbewerb mit einer Landmine wäre Kalanick der Verlierer", so einmal Sascha Lobo im SPIEGEL.

Uber ist Aggression pur. Kein Wunder, dass diese Firma in großen Teilen Europas und der Welt verboten ist. Kalanick vielerorts gleich bei der Ankunft auf dem Flughafen verhaftet würde

Bei dieser Art von Firmenkultur ist sexuelle Belästigung nicht verwunderlich. Auf diese Firma kann die Welt gern verzichten.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/staatsanwaltschaft-in-suedkorea-klagt-uber-chef-kalanick-an-a-1010232.html

Herr Toni Ebert

20.02.2017, 12:51 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×