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03.02.2015

19:06 Uhr

Fahrdienst-Vermittler Uber

Uber will selbstfahrende Autos mitentwickeln

Mitten im zähen Konflikt mit der Taxi-Branche blickt Fahrdienst-Vermittler Uber in die Zukunft und will selbstfahrende Autos mitentwickeln. Zugleich wird Uber-Investor Google möglicherweise zum Konkurrenten.

Der Fahrdienst-Vermittler Uber möchte selbstfahrende Autos mitentwickeln. dpa

Fahrdienst Uber

Der Fahrdienst-Vermittler Uber möchte selbstfahrende Autos mitentwickeln.

New YorkDer umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber will selbstfahrende Autos mitentwickeln. Das Start-up, das mehrere Milliarden Dollar auf der Bank hat, kooperiert dafür mit der US-Universität Carnegie Mellon. Dabei soll es um Kartendienste sowie Technologien für mehr Sicherheit und autonomes Fahren gehen, kündigte Uber in einem Blogeintrag an.

Fast zeitgleich sorgte in der Nacht zum Dienstag ein Bericht über eine mögliche Rivalität mit Google für Aufsehen. Der Internet-Riese, der auch ein bedeutender Investor bei Uber ist, entwickele seinen eigenen Service zur Vermittlung von Fahrten, berichtete der Finanzdienst Bloomberg.

Der Service werde möglicherweise in Verbindung mit dem Google-Projekt für selbstfahrende Autos stehen. Google-Manager David Drummond habe den Uber-Verwaltungsrat über diese Aussicht informiert, hieß es unter Berufung auf unterrichtete Personen.

Uber-Manager hätten auch Screenshots einer aktuellen Mitfahr-App von Google gesehen, die von Mitarbeitern des Konzerns genutzt werde, um gemeinsam zur Arbeit zu fahren, schrieb Bloomberg weiter. Google reagierte auf den Bericht mit einem ausweichenden Tweet, in dem es hieß, Uber und der Rivale Lyft funktionierten auch ganz gut. „Wir nutzen sie die ganze Zeit.“

Der Risikokapital-Arm des Internet-Riesen hatte bereits im Sommer 2013 fast 260 Millionen Dollar in Uber investiert. Googles Chefjustiziar Drummond zog daraufhin in den Verwaltungsrat von Uber ein, das Gremium, das das Management beaufsichtigt und die Strategie bestimmt. Nun werde beraten, ob Drummond der Rückzug nahegelegt werde, hieß es bei dem gewöhnlich sehr gut informierten Finanzdienst weiter.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Ein Bericht im „Wall Street Journal“ schien der Bloomberg-Story kurz darauf etwas Wind aus den Segeln zu nehmen. So hieß es dort, die interne Google-App sei von einem Entwickler getestet worden und sei nicht mit dem Projekt der selbstfahrenden Autos verbunden. Auch stand dort ebenfalls unter Berufung auf nicht näher bestimmte, informierte Personen, Drummond würde sich bei einem Interessenskonflikt selbst bei Uber verabschieden.

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