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20.08.2015

07:57 Uhr

Fahrdienstleistungen

Uber bekommt Konkurrenz in Asien

VonAxel Postinett

Silicon Valley gegen den Rest der Welt: In Asien trifft der alternative Taxidienst Uber aus Kalifornien erstmals auf massive Konkurrenz. Finanziert wird die von mächtigen lokalen Investoren aus allen Branchen.

Experten sagen alternativen Beförderungsdiensten in Asien eine große Zukunft voraus. dpa

Taxi vor der Uber-Zentrale in Hongkong

Experten sagen alternativen Beförderungsdiensten in Asien eine große Zukunft voraus.

San FranciscoWährend in Europa allenfalls ein paar lokale Anbieter versuchen eine Abwehrfront gegen die Weltexpansion von Uber aufzubauen, formiert sich in Asien eine starke Konkurrenz mit Milliarden von Dollar in den Kassen. Eine ungewohnte Herausforderung.

Mit Finanzierungsrunden von zusammen 5,8 Milliarden Dollar sind nach Erhebungen des Wall Street Journals und CB Insights drei asiatische Konkurrenten bereits auf Schlagweite an den Silicon-Valley-Giganten Uber herangekommen, der 6,5 Milliarden Dollar eingesammelt hat.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Alleine je eine Milliarde Dollar davon sollen in die Märkte China und Indien fließen. Zwischen den Bewertungen der Unternehmen liegen aber noch Welten: Die asiatischen Newcomer GrabTaxi Holdings aus Singapur, Chinas Didi Kuaidi und Indiens Ola wurden bei ihren jüngsten Kapitalrunden zusammen mit 20 Milliarden Dollar bewertet. Uber alleine soll 50 Milliarden Dollar wert sein.

China und Indien sind nicht nur Länder mit einer Milliarden-Bevölkerung, ihre Mega-Citys versinken zudem im Verkehrschaos, das Taxiwesen ist oft archaisch und die öffentlichen Transportsysteme restlos überfordert. Experten sagen deshalb Alternativangeboten eine große Zukunft voraus.

Dabei sind die Uber-Herausforderer innovativ und auf die lokalen Bedürfnisse und Besonderheiten besser eingestellt als das Unternehmen aus Kalifornien. So hat GrabTaxi speziell für Thailand, Indonesien und Vietnam GrabBike eingeführt. Der Dienst vermittelt Mitfahrgelegenheiten auf Motorrollern und Motorrädern.

Kommentare (1)

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Herr Christoph Weise

20.08.2015, 12:27 Uhr

Es ist unwahrscheinlich, dass Länder wie China und Indien ihre Märkte dauerhaft US-Anbietern überlassen werden. Dabei ist Finanzkraft nur einer von vielen Faktoren. Offen oder versteckt werden Hindernisse aufgebaut werden. Es würde mich wundern, wenn z.B. Apple dauerhaft auf dem chinesischen Markt erfolgreich sein würde. Das gleiche gilt für Uber.

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