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24.05.2011

15:34 Uhr

Fall Chodorkowski

Haft-Urteil überraschend reduziert

Die Berufung des früheren Öl-Milliardärs Chodorkowski wurde abgewiesen. Überraschend wurde aber die Haftstrafe um ein Jahr reduziert. "Ich brauche keine Gnade von Verbrechern", so der Kremlkritiker noch kurz zuvor.

Die Berufung des früheren Öl-Milliardär Michail Chodorkowski wurde abgewiesen. Quelle: dpa

Die Berufung des früheren Öl-Milliardär Michail Chodorkowski wurde abgewiesen.

Moskau

Ein russisches Gericht hat am Dienstag die Verurteilung des inhaftierten Kremlkritikers Michael Chodorkowski zu einer langjährigen Haftstrafe wegen Unterschlagung und Geldwäsche bestätigt und dessen Berufung abgewiesen. Überraschend wurde die Strafe allerdings um ein Jahr reduziert und beträgt nun 13 Jahre, und nicht wie im Dezember von der ersten Instanz festgelegt 14 Jahre Haft. Demnach kommt der 47-Jährige schon 2016 und nicht erst 2017 auf freien Fuß.

Zum Auftakt seines Berufungsverfahrens hat der inhaftierte Kremlkritiker Michael Chodorkowski die russische Justiz scharf angegriffen. Hinter seiner Verurteilung im Dezember wegen Unterschlagung und Geldwäsche stehe eine "giftige stalinistische Spinne", sagte Chodorkowski in der Anhörung am Dienstag. Der Diebstahl 218 Millionen Tonnen Öl wurde ihm angelastet.

Chodorkowski bezeichnete die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als absurd. Die Richter müssten das Urteil aufheben, andernfalls wären sie nicht besser als "die Kriminellen, die auf das Gesetz spucken", sagte der ehemalige Öl-Oligarch sichtlich aufgebracht vor Gericht. "Ich habe nichts mit Kriminellen zu besprechen, auch nicht mit solchen in einer Richterrobe. Ich brauche keine Gnade von Verbrechern."

Es war eine Attacke gegen das Gericht, das über sein Schicksal entscheidet. Der Assistent des Richters, der das Urteil im Dezember sprach, erklärte später, das Urteil sei von Richtern des Moskauer Stadtgerichts geschrieben worden, die nun über die Berufung entscheiden.

Kommentare (1)

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deeplyconcerned

24.05.2011, 19:05 Uhr

Das Urteil ist nach allem was man weiß sicher richtig, wenn auch gemessen an der Schadenshöhe und der eingesetzten kriminellen Energie sehr glimpflich ausgefallen. Hoffentlich konnte er nicht allzu große Summen gestohlener Gelder außer Landes bringen.

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