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10.09.2015

17:14 Uhr

Familiengeschichte einer Dynastie

Das Erbe der Quandts

Susanne Klatten und ihr Bruder Stefan Quandt meiden eigentlich öffentliche Auftritte und zu viel Aufmerksamkeit. Ein neues Buch gewährt nun echte Einblicke in die Unternehmerfamilie.

Ein Archivfoto aus vergangenen Tagen: Stefan Quandt und Susanne Klatten mit ihrer Mutter. Johanna Quandt ist erst Anfang August gestorben. ap

Vor zwei Jahren – die Familie

Ein Archivfoto aus vergangenen Tagen: Stefan Quandt und Susanne Klatten mit ihrer Mutter. Johanna Quandt ist erst Anfang August gestorben.

MünchenEs war eine Art Gipfeltreffen. Als Angela Merkel und Susanne Klatten vergangenen Freitag über den Campus der TU München schlenderten, da plauderte die mächtigste mit der reichsten Frau Deutschlands über die Zukunft der Republik. Dass die Kanzlerin auf diese einen gewissen Einfluss hat, daran zweifelt in diesen Tagen niemand. Wie stark Susanne Klatten und ihr Bruder Stefan die Geschicke des Landes steuern, ist den meisten Menschen verborgen.

Das ist auch so gewollt. Denn die 53-jährige Susanne und der 49-jährige Stefan sind wenig an öffentlichen Auftritten interessiert. Das hat zum einen damit zu tun, dass ihr Vermögen, das hauptsächlich aus BMW-Aktien besteht, irgendwo zwischen 30 und 40 Milliarden Euro wert ist. Und mit solchen Vermögensverhältnissen lässt man sich nicht gerne beim Bäcker um die Ecke ansprechen. Wenn man dann noch wie Susanne Klatten vor fünf Jahren Opfer eines Erpressungsversuchs wurde, ist man besonders vorsichtig.

Familie Quandt und der Nachlass: Johannas Gespür für das Erbe

Familie Quandt und der Nachlass

Premium Johannas Gespür für das Erbe

Die verstorbene BMW-Erbin sah sich als Hüterin des Vermögens und Treuhänderin ihres Mannes. Den Übergang des BMW-Aktienpaketes an ihre Kinder fädelte sie unbemerkt ein und bewies dabei ein Händchen fürs Timing.

Das ändert sich in diesen Tagen. Zum einen verstarb Anfang August Mutter Johanna im Alter von 89 Jahren, die Kinder sind jetzt Alleinerben, was steuerlich sehr günstig geregelt wurde. Zum anderen erschien am Donnerstag die Neuauflage der „Quandts“, einer Familiengeschichte des Kölner Publizisten Rüdiger Jungbluth. Der Autor hatte ausführlich Gelegenheit, mit Stefan Quandt und Susanne Klatten zu sprechen. Ein Auszug erschien im „Stern“. Dort gibt sich die Milliardenerbin sehr pragmatisch. „Wenn man Mittel in dieser Höhe hat, muss man sich auch darum kümmern. Das ist ja nichts, was man ausgeben kann“, bekennt Susanne Klatten. Da schwingt vieles mit: Pflichtgefühl, Verantwortung, preußisch anerzogene Bescheidenheit.

Denn Susanne und Stefan, die Kinder des legendären Unternehmers Herbert Quandt, genossen nicht nur eine strenge Erziehung in der elterlichen Villa in Bad Homburg. Sie wurden von ihrem Vater auch sehr früh dazu auserkoren, mit BMW die Anteile der wichtigsten Beteiligung seines Vermögens zu übernehmen. Als der Industrielle dann 1982 sehr plötzlich verstarb, war das Erbe fast zu groß für die Kinder.

Kommentare (12)

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Herr Ingo Tietz

10.09.2015, 17:52 Uhr

„Zum einen verstarb Anfang August Mutter Johanna im Alter von 89 Jahren, die Kinder sind jetzt Alleinerben, was steuerlich sehr günstig geregelt wurde.“

Genauso läuft es in den vermögenden und wohlhabenden Kreisen.
Spitzenverdiener und Vermögensmillionäre rechnen sich durch Steuersparmodelle arm.
Der dummtreudoofe deustche Steuermiche, kriegt die Steuern und Sozialabgaben gleich am Monatsende vom Gehaltszettel abgezogen, ohne je eine Chance zu haben, sich ebenfalls wie die Reichen und Wohlhabenden arm zu rechnen.
Mehr als die Fahrkosten zur Arbeit und ein paar Werbungskosten bei der jährlichen Steuererklärung abzusetzen, ist dann nicht drin.
Hinzu kommt, das Einkünfte aus Kapitalvermögen einem viel niedriegen Steuersatz unterliegen, als die Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit.
Hinzu gibt es als Bonus für die Besserverdienden die Beitragsbemessungsgrenzen bei der Renten- und Krankenversicherung.
Warum zahlen eigentlich nicht alle, abhängig von ihrem Einkommen und Vermögen in die umlagefinanzierte Rentenversicherung ein?
Wer kann mir dies hier einmal schlüssig und verständlich erklären?
Und warum gibt es im deutschen Steuerrecht unzählige Ausnahmetatbestände, die genau diese oben beschriebenen Armrechnungsmöglichkeiten erst ermöglichen.
Danke!

Herr Ingo Tietz

10.09.2015, 17:57 Uhr

Muss mich korrigieren.
Ich Fall der Familie Klatten und Quandt, muss es „Vermögensmilliardäre“ lauten, ich bitte diesen Fauxpas zu entschuldigen, sind ja in diesen Kreisen eh nur Peanuts.

Herr Werner Wilhelm

10.09.2015, 18:13 Uhr

Jeder Mensch sollte das Recht haben soviel Einkommen und Vermögen zu erzielen wie er mag und wie es ihm möglich ist. Happig wird es wenn Einkommensmilliardäre die Richtlinien der Politik bestimmen. Und genau das wird in Deutschland (und nicht nur dort) gemacht.

Ansonsten wäre nämlich schon längst die Kapitalertragsteuer auf den persönlichen Einkommenssteuersatz angehoben worden.

Das Gegenteil ist aber der Fall wie heute das HB eindrucksvoll beweist:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/anlagestratege/der-anlagestratege-weg-mit-der-kapitalertragsteuer-auf-aktien/12303748.html

Die Kapitalertragsteuer (also pauschal 25 % auf leistungsloses Einkommen) soll abgeschafft werden. Selbstverständlich nur um die Kleinsparer zu schützen. ;-P

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