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06.07.2016

15:13 Uhr

Familienunternehmen an der Börse

„Eine geniale Symbiose“

VonChristian Schnell

Oft wird darüber wie bei einer Glaubensfrage diskutiert: Entwickeln sich börsennotierte oder familiengeführte Unternehmen besser? Eine aktuelle Studie zeigt: Die Lösung ist der Kompromiss aus beiden.

Der Autobauer ist familiengeführt und gleichzeitig im Dax notiert. dpa

BMW

Der Autobauer ist familiengeführt und gleichzeitig im Dax notiert.

FrankfurtDie genaue Zuordnung fällt nicht immer leicht, gerade bei Volkswagen. Ein Familienunternehmen ist Europas größter Autobauer, weil die Familien Porsche und Piëch mehr als die Hälfte der Anteile besitzen. Ein Staatsunternehmen ist der Konzern aber auch, weil das Land Niedersachsen 20 Prozent hält. Zudem ist man börsennotiert und hat mit dem Emirat Katar einen sehr aktiven Großinvestor an Bord.

Das Institut für Familienunternehmen (IFF) in Stuttgart stuft Volkswagen in seiner aktuellen Studie trotzdem als Familienunternehmen ein. Dafür genügt nach den Kriterien des 2011 gegründeten Vereins ein Anteil von mindestens 25 Prozent im Besitz der Gründerfamilien oder mindestens fünf Prozent der Stimmrechte. Zudem muss die Familie einen Sitz im Vorstand oder Aufsichtsrat haben. Mit dieser Begründung rechnet das IFF auch neun weitere Dax-Unternehmen den Familienunternehmen zu, darunter BMW, Continental, Merck, Fresenius, Henkel oder Beiersdorf.

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Sie haben ganz wesentlich dazu beigetragen, dass 2015 der Umsatz der 50 größten deutschen Familienunternehmen im vergangenen Jahr erstmal auf mehr als eine Billion Euro gestiegen ist. Genau gesagt waren es 1,022 Billionen, nach 956 Milliarden im Jahr 2014. Ein Plus also von 6,9 Prozent.

Zum Vergleich: Exakt sieben Prozent waren es bei den 30 größten deutschen börsengelisteten Konzernen, die im Dax vertreten sind. Die in Wirtschaftskreisen oft diskutierte Glaubensfrage, ob ein familiengeführtes oder börsengelistetes Unternehmen die bessere Entwicklung zeigt, ist somit nicht eindeutig zu beantworten.

Dafür aber zeichnet sich der Mix aus beidem als die beste Lösung ab. Die elf börsennotierten Familienunternehmen schafften im vergangenen Jahr ein Plus von 7,9 Prozent und wuchsen damit signifikant schneller als die 39 nicht börsennotierten Familienunternehmen. „Ich halte das Modell, dass ein Familienunternehmen einerseits an der Börse gelistet ist und sich damit professionellen Standards unterwerfen muss, andererseits aber von einer Unternehmerfamilie kontrolliert wird, für eine geniale Symbiose“, wertet Mark Binz, Vorstand beim IFF, das Ergebnis.

Auf den Top-Positionen bei den Familienunternehmen finden demnach mit Volkswagen und BMW zwei Konzerne, die auch im Dax eine bedeutende Rolle spielen. Erst danach folgen die Schwarz-Gruppe (Lidl) und Bosch. Zu den großen Verlierern zählt unter anderem die Heraeus Holding, die fünf Plätze auf Rang 17 verlor, zu den großen Gewinnern der Autozulieferer Brose, der um fünf Plätze auf Rang 40 zulegen konnte.

Kommentare (3)

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06.07.2016, 15:35 Uhr

Wie soll das gehen...wenn ein Familienunternehmen auf einmal statt z.b. 5 Anteilseigner nun mit dem Börsengang einige tausend Anteilseigner oder einen "Fremden" Kapitalbereitsteller im Boot mit hat der es natürlich nur auf die Rendite seines Kapitaleinsatzes abgesehen hat.
Das sind zwei verschiedene Welten. Die Börse will Rendite ihres eingestzen Kapitals so hoch und so häufig wie möglich sehen. Das Familienunternehmen ist seinen Produkt und seinen Mitarbeitern = seinen Geschäft verpflichtet.
Manager werden nie Unternehmer und ein Unternehmer wird nie ein Manager.
Unternehmer steht alleine für seine Idee und für seine Mitstreiter (Familie und Mitarbeiter). Der Manager steht alleine für die Erreichung der Marage und der Rendite des Kapitalgebers.

Frau Annette Bollmohr

06.07.2016, 15:51 Uhr

Sehe ich auch so. Unternehmer tragen nicht nur persönliche Verantwortung, sondern fühlen sich i.d.R. auch persönlich verantwortlich.

Frau Pia Paff

06.07.2016, 16:19 Uhr

Ein Unternehmer wird nie ein Manager? Aber hallo!! Wenn das so wäre, wäre der Unternehmer mittelfristig pleite. Bist du Pädagoge?

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