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09.05.2013

23:23 Uhr

Fannie Mae-Dividende

Geldsegen für US-Fiskus

In der Finanzkrise musste der US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae vom Steuerzahler gerettet werden. Doch inzwischen nimmt der Konzern wieder Rekordsummen ein. Washington darf sich über eine Milliardenüberweisung freuen.

Die Zentrale von Fannie Mae in Washington: Der US-Immobilienfinanzierer nimmt inzwischen wieder Milliarden ein. ap

Die Zentrale von Fannie Mae in Washington: Der US-Immobilienfinanzierer nimmt inzwischen wieder Milliarden ein.

WashingtonDas Finanzministerium in Washington darf sich auf einen dicken Scheck des staatlich kontrollierten Baufinanzierers Fannie Mae freuen. Das Unternehmen kündigte am Donnerstag die Zahlung von 59,4 Milliarden Dollar (45,3 Mrd Euro) an. Hintergrund ist die Erholung am amerikanischen Häusermarkt, durch die Fannie Mae wieder satte Gewinne einfährt. Diese muss der Konzern nach seiner Rettung durch den Steuerzahler während der Finanzkrise abgeben.

Die Zahlung verschafft der US-Regierung finanzielle Luft in einer verfahrenen Situation. Seit Monaten tobt ein Haushaltsstreit zwischen den politischen Lagern in Washington, der schlimmstenfalls zur Zahlungsunfähigkeit des Staates führen könnte - wenn nämlich die selbst gesetzte Schuldengrenze erreicht wird. Angesichts der Milliardenzahlung wird dieser „Tag X“ nun vom Bipartisan Policy Center im Oktober erwartet, nachdem die US-Denkfabrik zuvor auch den September für wahrscheinlich gehalten hatte.

Geretteter Konzern: Freddie Mac tilgt Schulden bei US-Regierung

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Das US-Finanzministerium darf mit einer Milliarden-Überweisung von Freddie Mac rechnen.

Fannie Mae zahlt das Geld im Juni. Zeitgleich überweist die ebenfalls vom Staat kontrollierte Schwestergesellschaft Freddie Mac weitere 7 Milliarden Dollar. Die beiden Konzerne spielen bei der Stabilisierung des US-Häusermarkts eine entscheidende Rolle. Ihre Aufgabe ist es, Hauskredite von privaten Banken aufzukaufen, damit diese neue Kredite vergeben können. Als der US-Immobilienmarkt ab 2007 einbrach, gerieten die zwei Finanzkolosse jedoch in Not und der Staat stützte sie mit zusammen annähernd 190 Milliarden Dollar.

Mittlerweile hat sich der Immobilienmarkt aber erholt und die Firmen verdienen wieder satt. Fannie Mae verbuchte für das erste Quartal unterm Strich einen sagenhaften Gewinn von 58,7 Milliarden Dollar. Diese Summe steht allerdings nur auf dem Papier. Sie kommt durch einen Bilanzeffekt im Zusammenhang mit früheren Verlusten zustande, die in der Zukunft die Steuerlast drücken können und damit einen hohen Wert fürs Unternehmen haben.

Vor Steuern und damit dem Bilanzeffekt lag der Gewinn noch bei 8,1 Milliarden Dollar. Alleine hierdurch könnte Fannie Mae allerdings die Dividendenzahlung an den Staat nicht stemmen. Wie das „Wall Street Journal“ anmerkte, müsse das Unternehmen neue Schulden aufnehmen - und dieses Geld letztlich an das Finanzministerium ausschütten. Fannie Mae unterliegt nämlich, obwohl staatlich kontrolliert, nicht den Budgetzwängen in Washington.

Die gigantische Zahlung ans Finanzressort reduziert die Nettokosten für die Rettung des größten US-Immobilienfinanzierers durch die Steuerzahler auf rund 21 Milliarden Dollar. Bis Ende Juni wird Fannie Mae 95 Milliarden Dollar in Form von Ausschüttungen von den insgesamt erhaltenen 116,1 Milliarden Dollar an Staatsgeldern zurückgezahlt haben.

Schwesterkonzern Freddie Mac, der ebenfalls einen Gewinnsprung zu Jahresbeginn gemacht hat, war mit rund 71 Milliarden Dollar gerettet worden. Beiden Unternehmen ist es untersagt, den Staat als Anteilseigner herauszukaufen. Sie sind stattdessen zu Dividendenzahlungen verpflichtet.


Kommentare (2)

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wolfgang

09.05.2013, 23:02 Uhr

Endlich kann ich wieder beruhigt schlafen. Solche Informationen liest man doch gerne. Zum Glück ist die Krise am Immobilienmarkt vorbei. Ich habe auch schon gelesen, dass vor allem in Spanien alles wieder in Butter ist. Ich habe auch gehört, dass die ganzen Staatsschulden einfach ausgebucht werden. Ich weiß gar nicht, warum ich mir Sorgen gemacht habe.

Sternchen

10.05.2013, 08:59 Uhr

Das ist aber schön, dass die Steuerzahler nun Rücküberweisungen bekommen, für das Geld, das ihnen gestohlen wurde. Ist halt doch ne ehrliche Regierung!

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