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17.04.2015

06:27 Uhr

Ferdinand Piëch

Der einsame Geburtstag des Göttervaters

VonLukas Bay

Mit seiner öffentlichen Attacke auf VW-Konzernchef Martin Winterkorn setzt Piëch alles auf eine Karte. Entweder er stärkt die Macht der Familie – oder büßt seine Autorität ein. Heute feiert er einen einsamen Geburtstag.

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch feiert heute Geburtstag. dpa

Ferdinand Piëch

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch feiert heute Geburtstag.

Hamburg/SalzburgEr schweigt. Alle schweigen. Öffentlich will weder der Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, noch ein anderer aus dem Präsidium des VW-Aufsichtsrates verraten, welches Ergebnis die Krisensitzung in Salzburg gebracht hat. Die Entscheidung über Winterkorns Schicksal ist damit auf Freitag vertragt.

Neben den Gewerkschaftern Berthold Huber (IG Metall) und Bernd Osterloh (Konzernbetriebsratschef), gehören auch der Sprecher des Porsche-Familienzweigs Wolfgang Porsche, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sowie der Osterloh-Vize Stephan Wolf dem Gremium an. Drei Stunden hatten die Teilnehmer getagt, von 15 bis 18 Uhr, deutlich länger als geplant. Das zeigt, wie verzwickt die Lage ist.

Winterkorn - vor kurzem noch gefeiert

Nach der öffentlichen Kritik des Aufsichtsratsvorsitzenden Piëch an VW-Konzernchef Martin Winterkorn hatte das Präsidium eine Lösung gesucht, bei der keiner der Beteiligten sein Gesicht verliert - ein fast unmögliches Unterfangen. Über die Strategie des Vorstandes sei diskutiert worden, heißt es aus Verhandlungskreisen. Am Ende gibt es offensichtlich gute Gründe, dass zunächst keine Lösung präsentiert wurde.

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Kein Wort aus Salzburg. Nach den stundenlangen Beratungen zur Führungskrise bei VW wird das Ergebnis zunächst geheim gehalten. Volkswagen will am Freitag eine Stellungnahme zur Zukunft von Martin Winterkorn abgeben.

Dabei galt Martin Winterkorn vor einer Woche noch als der der öffentlich unumstrittene Herrscher im Volkswagen-Reich. Unter seine Ägide wurde der Konzern so erfolgreich wie noch nie in seiner Geschichte. Rekordabsatz, Rekordgewinn. Winterkorn überstrahlte die Konkurrenten. Doch aus dem vermeintlichen Sonnenkönig ist durch einen Satz von Piëch ein König ohne Reich geworden. Keine guten Voraussetzungen, um den größten deutschen Autobauer auf der wichtigen Automesse in Shanghai, geschweige denn auf der anstehenden Hauptversammlung auf die Zukunft einzuschwören. Die Zeit drängt – und sie spielt für Piëch.

Der Aufsichtsratsvorsitzende kann warten. Allein sein Schweigen erhöht den Druck auf Winterkorn. Weil Piëch seine Motive für den Angriff weiterhin im Dunkeln lässt, wachsen die Spekulationen, warum er seinen Ziehsohn fallengelassen haben könnte. War es der schlechte Absatz in den USA? Waren es die Ambitionen von Winterkorn auf den Aufsichtsratsvorsitz? Oder war es am Ende gar Winterkorns Fußballbegeisterung, für die Piëch kein Verständnis hatte?

Mit jedem neuen Erklärungsversuch rückt Winterkorn in ein schlechteres Licht, schrumpft die Macht des Vorstandsvorsitzenden weiter. Bei Volkswagen wächst das Machtvakuum mit jedem Tag – und füllen kann es eigentlich nur einer: die Familie um Piëch.

Kommentare (10)

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Herr peter Spirat

17.04.2015, 08:06 Uhr

Guten Morgen, Herr Dr. Piech,

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Wir wünschen ihnen Gesundheit und weiterhin so weise Entscheidungen, die uns helfen auch weiterhin stolz auf Volkwagen zu sein. Wir wünschen ihnen heute schöne Stunden im Kreise ihrer Lieben.

Mögen auch dieses Jahr mindestens 98% ihre persönlichen Wünsche und Träume in Erfüllung gehen.

Herr Heinz Klein

17.04.2015, 08:33 Uhr

Woher will das HB wissen, dass Herr Piech einsam ist, wie in Überschrift und Vorspann erwähnt? Es ist auch keinerlei Information dazu im Text zu finden? Wenn sich das "einsam" darauf bezieht, dass Weil und Osterloh Wiko den Rücken gestärkt haben, dann hat Piech mindestens seine Frau und Bruder (womit er schon nicht "einsam" wäre) hinter sich - von den Kataris und dem Rest der Kapitalseite mal abgesehen. Woher hat Herr Bay diese Informationen? Oder soll es einfach nur eine misslungene Überschrift geben?

Frau Ute Umlauf

17.04.2015, 08:36 Uhr

Grüß Gott Herr Dr. Piech,
Glückwunsch zum 77ten. Hängen Sie endlich Ihren Job an den Nagel. Sie haben genug Menschen erniedrigt. Ich stelle jedoch Ihr Lebenswerk nicht in Frage. Sie sind ein Top Ingenieur . Aber das alleine reicht nicht ... in der heutigen Zeit.
Ade!!

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